Selbstbestimmtes Essen

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Das Thema Essen – insbesondere der Umgang mit Süßigkeiten – ist wohl ein beliebtes Thema unter Eltern. Jede Mama und jeder Papa möchten nur eines für ihr Kind, es soll GESUND aufwachsen. Mit dem Thema Beikost und feste Nahrung, beginne so manche Eltern an den Essgewohnheiten ihrer Kinder zu verzweifeln. Eigentlich soll Essen doch auch Spaß machen und nicht frustrieren. Heute berichte ich von unseren Erfahrungen mit dem Thema, denn wir lassen unser Kind selbstbestimmt Essen! Was das genau heißt, erfahrt Ihr hier.

Vor der Geburt unserer Tochter, wusste ich eigentlich nur, dass ich gerne Stillen möchte. Dies war mein Ziel und auch mein Leitplan für die ersten Jahre meines Kindes. Das Thema Beikost und seine Gestaltung interessierte mich damals noch nicht wirklich. Ich hatte mich kurz in das Thema BLW eingelesen, zudem war ich der Ansicht, unser Kind solle so lange wie möglich zuckerfrei aufwachsen.

Nach einem sehr holperigen Stillbeginn, bedingt durch Kaiserschnitt und einige andere ungünstige Begebenheiten, machte ich mir für die nächsten sechs Monate keinerlei weitere Gedanken zum Thema Ernährung – die Kleine stillte sehr häufig und entwickelte sich gut. Nachdem sie sich zunehmend für unser Essen interessierte, begannen wir dann doch erst mal ganz traditionell mit Brei, doch merkten schnell, dass das irgendwie nicht passte. Genau so wenig, wie ich nach festen Zeiten stillte, wollte ich nun nach Plan gezielt Mahlzeiten ersetzen.

Wir beschlossen also einen anderen Weg zu gehen. So stillte ich nach Bedarf weiter und bot zu unseren Mahlzeiten, auch dem Babymädchen, Fingerfood an. Sie probierte auch gerne aus, zeigte jedoch deutlich, dass ihr das Stillen wichtiger war. An ihrem ersten Geburtstag achtete ich auf zuckerfreien Kuchen, allerdings interessierte sie auch dieser nur bedingt. Unser Kind wollte das, was auf unseren Tellern war!

Im Laufe des Sommers durfte sie so auch ein wenig Eis probieren und spätestens in der darauffolgenden Weihnachtszeit ließ ich auch Kekse und Schokolade zu. Trotzdem stillte sie ohnehin nach wie vor am liebsten. Vielleicht entwickelten wir uns in die Richtung selbstbestimmtes Essen, weil sie so lange Zeit fast ausschließlich stillte, oder einfach, weil mir der Gedanke nicht gefällt, dass jemand vorschreibt, wann/was gegessen wird – ich weiß es nicht genau.

Größere Mahlzeiten, begann sie etwa ab ihrem zweiten Geburtstag, zu sich zu nehmen . Auch hier vertraute ich darauf, dass sie selbst weiß, was für sie am besten ist. Sie machte das wunderbar. Ich freundete mich also immer mehr mit dem selbstbestimmten Essen an und sah, wieviel Spaß es unserer Tochter bereitete zu essen und uns, ihr dabei zuzusehen.

Mittlerweile ist sie 3 Jahre alt und es ist auch schon mal vorkommen, dass sie morgens um acht Uhr ein Eis essen möchte oder zehn Minuten vor dem Abendessen einen Schokoriegel. Für mich stellt dies kein Problem dar, denn ich denke, je weniger man als Eltern in die Ernährung des Kindes eingreift, desto besser reguliert es sein Essverhalten alleine.

Hierbei setze ich voraus, dass eine breite und ausgewogen Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung gestellt wird. So wie ich häufig ein großes Verlangen nach einem Kaffee oder einem Stück Schokolade habe, braucht unsere Tochter dann und wann morgens um acht Uhr ihr Eis. Auch sonst muss sie nicht zu festen Uhrzeiten essen: Wir frühstücken zusammen, sie bekommt über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten auf Anfrage und abends kochen wir zusammen. Sie probiert jedes Essen aus, es gibt nichts, was ihr nicht schmeckt (außer vielleicht zu scharfes Essen) und sie isst mit so einer Freude, dass es Spaß macht, ihr zuzusehen. Ihr seht: Selbstbestimmtes Essen war für uns persönlich, der richtige Weg – für unser Kind.

In ihrem Zimmer hat sie ihr eigenes „Schlaraffenland“ .

Nachdem sie, in einem ihrer Bücher , Bilder von einem Schlaraffenland entdeckte, äußerte sie den Wunsch, diesem noch am selben Tag einen Besuch abzustatten. Da dies schwierig zu erfüllen war, kam uns die Idee für ein eigenes „Schlaraffenland“. Dazu dekorierten wir ihren Spielständer um. Hier hat sie eine Schüssel mit gemischten Gummibärchen, verschiedene Lollies und diverse Schokoriegel. Sie liebt es, ihre Süßigkeiten zu betrachten, isst jedoch selbst kaum davon, bietet aber Besuchern gerne davon an. Durch den freien Zugang zu Süßem gibt es auch keine Konflikte mit Familienmitgliedern in Bezug auf das Schenken von Süßigkeiten. Wenn sie etwas Süßes mitgebracht bekommt, trägt sie es in ihr Schlaraffenland oder verteilt es unter den Anwesenden. So ist es auch nicht möglich, Süßes als Belohnung oder Druckmittel einzusetzen und es ist noch nie vorgekommen, dass sie Bauchschmerzen durch zu viel Essen bekommen hat.

SIE bestimmt was und wieviel sie isst.
SIE bestimmt, was ihr kleiner Körper gerade braucht.
SIE bestimmt wann sie satt ist und wann SIE hungrig ist.

Unser Ziel ist es, ihr einen völlig natürlichen und gesunden Umgang mit allen Nahrungsmitteln zu ermöglichen.
Für uns ist dies der ideale Weg und ich bin sehr auf ähnliche oder andere Meinungen zum Thema gespannt.

Also erzählt mir wie es bei euch Zuhause läuft. Geht ihr auch den Weg des selbstbestimmten Essens oder einen ganz eigenen?

Liebe Grüße
Eure Rebekka