Alles doof, auch die Mama – Willkommen in der Autonomiephase

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Neulich war er wieder da, einer dieser Tage, an denen es meinem Sohn keiner recht machen konnte.

Für ihn war der Tag schon deshalb doof, weil ich ihn wecken musste. Ich fand das ja auch doof, aber mein Chef findet es leider auch doof, wenn ich nicht pünktlich am Schreibtisch sitze.

Nach dem Wecken ging es also in die Küche, Kaba trinken. Dort machte ich bereits Fehler Nr. 2: Ich legte meinem Sohn einen blauen Strohhalm neben die Tasse und keinen grünen.

Gut, wird halt getauscht, macht ja nix, aber für meinen Sohn war das Grund genug, keinen Kaba mehr trinken zu wollen. Was er mir übrigens lautstark und herum hüpfend wie Rumpelstilzchen mitteilte.

„Mama, du bist so doof, geh weg“.

Ich teilte ihm mit, dass ich dann nach oben gehen würde, seiner Schwester helfen und er doch dann bitte auch mit soll, damit er sich die Zähne putzen und sich anziehen kann. Wollte er aber nicht, denn: „Mama, jetzt bin ich sauer, ich wollte den grünen Strohhalm“ Mein Sohn kann da sehr nachtragend sein.

Die nächste Diskussion stand an zum Thema „Pipi machen“. Nämlich, auf welches Klo, unten im Gäste-WC oder oben im Bad. Da mir das ganz egal war, solange er überhaupt auf Toilette geht, ging erneut das Gebrüll los, aus Frust, weil ich ihm die Wahl der Toilette selbst überlassen hatte.

Derweil rief meinte Tochter von oben, dass sie sich inzwischen gewaschen, angezogen und Zähne geputzt hatte und teilte mir mit, was sie in ihrer Brotdose wünschte.

Da mein Sohn sich weigerte, sich von Papa anziehen zu lassen, bereitete dieser in der Küche die Brotdosen für den Kindergarten vor.

Das waren für meinen Sohn innerhalb von 5 Minuten gleich zwei Fehler auf einmal:

  1. Papa macht die Brote

  2. Papa hat den falschen Belag auf´s Brot gelegt, und auch Obst anstatt Gemüse mitgegeben.
    (normalerweise interessiert es meinen Sohn null, was wir ihm mitgeben, da er im Prinzip alles mag und isst, aber weil ja Papa das Brot gemacht hatte usw…..)

Also nochmals tief durchatmen, dafür sorgen, dass die Kinder ihre Schuhe tragen und ich die Jacken im Korb liegen habe. Nochmal an die Kindergartentaschen denken und alle ab ins Auto.

Auf dem Weg in die Garage bin ich dann fast auf der Treppe über meinen Sohn gestolpert, weil ich, da bepackt wie ein Packesel, nicht gesehen hatte, dass er stehen blieb und die Spatzen in Nachbars Garten beobachtet hat.

Kurz vorm Fallen das Kind überholt, die Garage UND das Auto aufgeschlossen.

Wieder ein Fehler, denn mein Sohn wollte das Auto aufschließen. Meine Tochter war bereits völlig entnervt und meckerte ihren Bruder an, er solle nun doch einfach mal einsteigen, da sie in den Kindergarten zu ihren Freundinnen möchte.

„Neeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiin, ich steige nicht ein, erst, wenn ich das Auto aufschließen darf!!!!”

Ich sag nur: „Lang lebe die Funkfernbedienung “

Endlich saßen wir alle drei im Auto und wir konnten in den Kindergarten fahren. Was war ich froh, als die beiden im Kindergarten waren und ich weiter fahren konnte zur Arbeit! An diesem Tag empfand ich sogar die fällige Buchhaltung als entspannend. Vor allem war es ruhig, sehr ruhig, obwohl ständig das Telefon klingelte. Aber der Kaffee blieb heiß!

Für den Nachmittag habe ich für jedes Kind einen Freund bzw. Freundin eingeladen und die Kinder in den Garten gejagt. So war zumindest am Nachmittag erst mal Friede, Freude, Eierkuchen. Bis es ans „ins Bett gehen“ ging. Aber DAS ist eine andere Geschichte 😉

Ganz ehrlich, ich hasse diese Tage, die bereits mit Gebrüll und Gemecker beginnen.

Ich mag das Wort „Trotzphase“ eigentlich überhaupt nicht, ich verknüpfe damit immer irgendwie etwas Negatives, als ob die Kinder absichtlich „böse“ wären. Autonomiephase klingt auf jeden Fall schöner und netter, aber bei so manchem „Anfall“ meines Sohnes klingt „Autonomie“ schlicht zu milde.

Was kann man als Mama (oder Papa) in der „Autonomiephase“ aber tun? Wie reagiere ich richtig in der Autonomiephase?  Kurz und knapp: Es aushalten.

Aber Mama ist auch nur ein Mensch und an manchen Tagen lässt es sich einfach besser aushalten als an anderen. Es ist nicht immer einfach und es wird dann bei uns auch mal laut, und das ist auch ok, das darf sein. Vor dem Schlafen gehen ist bei uns aber immer alles wieder in Ordnung und keines meiner Kinder muss ohne Einschlafbegleitung und ein „Schlaf gut, ich hab dich lieb“ einschlafen. Nie. Egal, wie sehr vorher die Fetzen geflogen sind.

Am nächsten Morgen heißt es dann: Neuer Tag, neues Glück 😉

Wie ist es bei euch, wie äußert sich bei euren Kindern die Autonomiephase und wie geht ihr damit um?

Liebe Grüße

Nadine

2 Kommentare

  1. Ich musste bei deinem Bericht schmunzeln. Mir geht’s mit meiner Tochter zur Zeit ähnlich. Allerdings kommt sie erst im Herbst in den Kindergarten. Sie und ihr kleiner Bruder halten mich durchgehend auf Trapp.
    Manchmal brüllt und stampft meine Tochter so laut, dass ich Angst habe die Polizei wird mir von meinen Nachbarn geschickt. Und das nur wegen einer falschen Tassenfarbe oder Haarbandfarbe oder weil sie die Vorhänge aufmachen wollte. Menschen ohne Kinder können sich nicht vorstellen, durch welche – für uns – Lapalien die Welt der kleinen Kinder zusammen bricht. So wie du sagst, irgendwie durchstehen und versuchen nicht durchzudrehen.
    Mein Kleiner klettert mit 13 Monaten momentan überall hoch – ob Couch, Stühle, Hochstuhl. Ich muss ihn immer mitnehmen, auch zur Toilette, denn so sicher kann ich keine Wohnung vor ihm machen. Das zerrt zusätzlich zur Trotzphase an meinen Nerven. Aber so geht es uns wohl allen und es tut gut zu lesen, dass man nicht alleine ist!

    • Oh, da sagst du was 😉
      Als wir vor 2,5 Jahren unser Haus gekauft haben, haben wir vor der Renovierung zuerst mal unser Grundstück eingezäunt, damit der Zwerg nicht abhaut. Da haben uns alle für verrückt erklärt.
      LG Nadine von Muttergans

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