Fieberkrampf

 

Mein Sohn hatte einen Fieberkrampf. Es war für mich als Mutter bis jetzt das schrecklichste und beängstigendste Erlebnis überhaupt. Man sieht sein Kind und hat den Eindruck, dass es stirbt.

Am Vortag des Fieberkrampfes bekam mein Sohn Durchfall und musste sich Übergeben. Ich dachte mir nichts dabei. Er war seine erste Woche im Kindergarten gewesen und da passiert es schon mal, dass die Kinder krank werden. Magen-Darm Grippe hatten wir schon des Öfteren gehabt, weshalb ich auch nicht gleich zum Arzt gefahren bin. Ich senkte wie üblich das Fieber mit Zäpfchen und er verhielt sich meiner Meinung nach genauso, wie es kranke Kinder nun mal tun: viel Mama, viel kuscheln, viel stillen und viel schlafen auf der Mama.

Am Tag des Fieberkrampfes war fast alles wie am Vortag. Allerdings stieg das Fieber sehr hoch. Ich senkte es immer wieder und wir machten auch zusätzlich Wadenwickel. Gegen 19 Uhr wollte ich ihn bettfertig machen, nahm die Wadenwickel ab, kontrollierte seine Temperatur. Sie war über 40 Grad gestiegen. Also gab ich ihm sofort ein Zäpfchen. Leider war ich schon zu spät. Er wurde komplett schlaff, seine Augen verdrehten sich in den Hinterkopf und er hörte auf zu atmen! Er reagierte auf nichts mehr. Also tat ich das was mir als letztes einfiel, als ich mein Kind mit blauen Lippen vor mir liegen sah. Ich schrie nach meiner Mutter. Es klingt so merkwürdig, dass zu sagen, aber ich schrie, wie ein Kind nach seiner Mama. Es ist dazu zu sagen, dass ich im Haus meiner Eltern wohne, was bedeutet, dass meine Mutter auch schnell angerannt kam.

Sie hat sich meinen Sohn geschnnappt und beatmet. Das ist mir nicht mal in den Sinn gekommen. Sie ist wirklich meine Heldin. Sie kam und handelte. Mein Vater rief den Notruf an. Ich konnte es mir nicht ansehen. Ich wusste, ich wäre keine wirkliche Hilfe, also musste ich den Raum verlassen und redete einer sehr beruhigenden und geduldigen Frau vom Notruf. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich ging immer wieder hinein und schaute nach meinem Zwerg. Meine Mutter war immer noch am Beatmen. Nach etwa 8 Minuten hörte mein Sohn endlich auf zu krampfen. Er wurde schlaff und lag nur noch auf der Seite. Seine Lippen wurden wieder rosiger. Und ich dachte nur „Gott sei Dank!“

Nach etwa 10 Minuten kam der Notarzt. Er schaute sich meinen Sohn an und gab ihm noch einmal ein Zäpfchen. Seiner Einschätzung nach war mein Sohn wieder völlig normal. Dieser konnte ich nicht zustimmen. Allerdings musste er dennoch in die Klinik zur Untersuchung. Was auch gut so war. Mein Kind rief immer nach mir, seiner Mama und schaute regelrecht durch mich hindurch. Er konnte mich auch irgendeinem Grund nicht wahrnehmen. Der Sanitäter versuchte mich ganz freundlich zu beruhigen und meinte zu mir, dass dieses Verhalten schon bei Fieber auftreten kann. Allerdings fühlte sich mein Kind nicht mehr warm an.

Bei der Untersuchung in der Klinik stellte sich heraus, dass mein Kind aufgrund des Durchfalls viel Wasser verloren hatte und dies über normale Flüssigkeitszufuhr nicht auszugleichen war. Er bekam eine Infusion.

Das Rufen nach mir ging allerdings weiter. Eine Schwester fand dies auch sehr befremdlich und rief noch einmal die Ärztin. Die Oberärztin kam und nach etwas Warten konnte man sehen, dass mein Sohn immer noch krampfbereit war. Dies war an einem kurzzeitigen Abfall der Sauerstoffsättigung zu erkennen. Daraufhin bekam er Diazepam und nach ca. 15 Minuten fiel er in einen tiefen und festen Schlaf. Anschließend zeigte er keinerlei Krampfbereitschaft mehr. Das hohe Fieber schien unter Kontrolle zu sein.
Es stellte sich heraus, dass sich der kleine Mann die Rotaviren eingefangen hatte. Sie waren also die Ursache des ganzen Übels.

Aufgrund der langen Krampfdauer wurde ein EEG geschrieben, welches jedoch ohne Befund war.

Was kann ich bei einem Fieberkrampf machen?

Als oberste Regel: RUHE BEWAHREN.

Ich habe mich auch wirklich zwingen müssen die Panik immer wieder herunterzukämpfen, die in meiner Kehle hochstieg. Ich wollte laut losschreien und heulen. Doch ich tat es nicht.

RUHE BEWAHREN. TIEF DURCHATMEN.

Das Zweite ist: Merkt euch die Dauer des Krampfes. Das ist für den Arzt später wichtig zu wissen.

Im Grunde kann man während eines Fieberkrampfes gar nichts machen.

Es ist ähnlich wie bei einem epileptischen Anfall. Das Kind krampfen lassen. In den Arm nehmen oder auf den Fußboden legen, so dass es sich während des Krampfes nicht verletzen kann. Auch ist es ratsam viel Platz um das Kind herum zu schaffen, damit es sich nicht an Gegenständen verletzten kann.

Sollte es nicht der erste Anfall sein, dann kann das Notfallmedikament verabreicht werden. Auch beatmet werden muss das Kind nicht zwangsläufig. Auf keinen Fall versuchen gegen den Krampf einzuwirken. Dabei können Verletzungen auf beiden Seiten entstehen.

Sollte sich euer Kind während des Krampfes erbrechen, versucht es VORSICHTIG in die stabile Seitenlage zu legen, damit das Erbrochene ablaufen kann.

Was passiert während eines Fieberkrampfs?

  • der gesamte Körper des Kindes beginnt zu krampfen bzw. zu zucken.
  • die Augen verdrehen sich oder ein starrer Blick tritt ein
  • gepresste Atmung oder Luft anhalten
  • blaugefärbte Lippen, da der Körper den Sauerstoff zu den lebensnotwendigen Organen abzieht während des Fieberkrampfes. Also zu Herz und Gehirn. Dadurch werden die Extremitäten nicht mehr so gut durchblutet.
  • Blasse Haut
  • Verlust des Bewusstseins
  • nicht ansprechbar

Wie lang dauert ein Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf kann 30 Sekunden, aber auch mehrere Minuten andauern. Bei uns waren es ca. 7 Minuten.

Welche Folgen kann ein Fieberkrampf haben?

Normalerweise treten keine Folgeschäden auf. Mir wurde erklärt, dass das kindliche Gehirn einen solchen Fieberkrampf in dem meisten Fällen sehr gut kompensieren kann. Das war auch bei uns der Fall, obwohl mein Sohn einen sehr lang andauernden Anfall hatte.

Was kann ich nach dem Fieberkrampf machen?

  • RUHE BEWAHREN!!!!
  • Bringt euer Kind in die stabile Seitenlage.
  • Ist es euer erster Anfall, wartet auf den Krankenwagen und den Notarzt. Er wird euch ins Krankenhaus bringen, um die Ursache des Fieberkrampfes abzuklären.
  • Ist es ein Folgeanfall meldet ihr euch bei eurem Kinderhausarzt und stellt euer Kind noch am selben Tag bei ihm vor. Er wird dann entscheiden wie es weitergeht.

Was war euer schlimmstes Erlebnis bis jetzt mit euren Kindern? Hatten eure Kinder schon einmal einen Fieberkrampf? Wie war das für euch? Wie habt ihr reagiert?

Eure Vanessa

Ein Kommentar

  1. Mein Großer hatte vier Fieberkrämpfe. Beim ersten und dritten war es so, dass alles erschlaffte und er blau anlief. Beim zweiten und vierten zuckte er und war auch blau. Der letzte Fieberkrampf endete dann auf der Intensivstation. Trotz Sauerstoffgabe über die Maske kam nichts in seinem kleinen Körper an.
    Ursache war eine schwere Lungenentzündung, Influenza B-Virus und zwei verschiedene Streptokokken Bakterien. Das ganze passierte in der Nacht bzw. frühen morgen zum 1. Mai 2015 . In dieser Woche war ich zweimal und die Woche davor auch zweimal beim Kinderarzt. Keiner hat irgendetwas festgestellt….
    Auf der Intensivstation hat er 1,4 Liter Schleim von der Lunge abgesaugt bekommen. Insgesamt 4 Tage musste er künstlich beatmet werden. Sein Zustand hat sich nach vier Tagen so verbessert, dass sie ihn aufwachen lassen konnten. Insgesamt waren wir 2 Wochen im Krankenhaus…
    Wir waren davor schon oft im Krankenhaus und es war immer schlimm für mich mein Kind so krank zu sehen, aber dieser Aufenthalt war für uns der schrecklichste, schlimmste, grauenhafteste….

    Passt auf eure Kinder auf ❤

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