Farben sind für alle da

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Ostern stand vor der Tür. Ich wollte meinen Süßfisch in die Geschenkefindung mit einbeziehen und fragte ihn, was er sich denn vom Osterhasen wünschen würde. Völlig selbstsicher sagte er mir, dass er sich einen blauen Fußball und einen roten Regenschirm wünsche. Aha, einen roten also. Farben sind für alle da, schoss es mir durch den Kopf. Auch für meinen Sohn?
Ich stand dem roten Regenschirm neutral und offen gegenüber, musste dies aber noch mit meinem Mann besprechen. Da war ich mir nicht so sicher. Doch auch er hatte nichts gegen einen roten Regenschirm einzuwenden. Super, dachte ich. Dann schickst du die gewonnenen Erkenntnisse gleich den Großeltern weiter, dass diese sich auf den Weg zum Osterhasen machen können.
In unserer Familie handhaben wir es so, dass wir als Eltern einen Rahmen für die Geschenke vorgeben, dass nicht unnötiges Zeug oder gar etwas doppelt geschenkt wird. Die Farben geben wir eigentlich nicht vor, aber wenn er sich so sicher mit dem Farbwunsch war, dann kann man das ja dazu äußern.
Nun war es so weit, Karfreitag und Oma und Opa reisten an. Im Gepäck unzählige Geschenke, von sämtlichen Omas, Opas und Urgroßeltern. Mich lachte schon ein rosa/pinkfarbenes Etwas an, denn es passte nicht ganz in die Tasche. Da war er nun, ein rosa/pinkfarbener Schirm mit Trollen drauf.
Pink? Echt jetzt? Das ist so weit von rot entfernt, wie gelb von orange! Sind Farben echt für alle da? Mir schoss in den Kopf, dass man ihn auslachen könnte, ihm den Schirm wegnehmen könnte oder noch viel schlimmere Dinge. Diese ersten Gedanken verunsicherten mich sehr. Dennoch wollte ich ihn entscheiden lassen. Ich zeigte das Corpus Delicti meinem Mann. Sein Blick war unmissverständlich. Das ist doch kein Rot! Äh, ja, das habe ich auch schon festgestellt.
Ich kam wieder mit meiner doch so bedeutenden Phrase – Farben sind für alle da – also auch Rosa/Pink für den Süßfisch. Ostersonntag hing der Schirm im Baum. Süßfisch entdeckte ihn als erstes. Seine Worte ließen mich jeglichen Zweifel vergessen. “Boah, Mami! Der Osterhase hat mir einen rosa Schirm gebracht! Der ist ja Mega cool!”
Und plötzlich waren wir alle happy. Selbst mein Mann.
Dieser kleine Junge zeigte uns wieder ein Mal wie unvoreingenommen eine Kinderseele ist. Für ihn gibt es keine Jungs- oder Mädchenfarben, es gibt nur gefällt oder gefällt nicht. Davon sollten wir uns wirklich viel öfter eine Scheibe abschneiden, denn nicht nur Farben sind für alle!
Gibt es bei euch eine klassische Farbverteilung? Wie reagiert ihr bei einem vermeintlich nicht dem Geschlecht entsprechenden Farbwunsch? Ich bin gespannt.
Liebe Grüße
Eure Franzi