Kindergartenstart: Ein Resümee nach 6 Monaten

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Am 04.10.2016 sollte mein großer Sohn in den Kindergarten kommen. Zu diesem Zeitpunkt war er 2 Jahre und 4 Monate alt. Er ging schon ungefähr ein dreiviertel Jahr zur Tagesmutter. Fast jeden Tag, von 09:30 Uhr – 12:30 Uhr.
Am 10.10.2016 sollte unser zweiter Sohn zur Welt kommen. Alles in Allem ein nicht ganz so günstiges Zusammentreffen der beiden Termine. Eingewöhnung und ein neues Baby, ich hatte Angst, dass es zu viel für meinen kleinen Schatz werden würde.
Dennoch, am 04.10. starteten wir unseren ersten Kindergartentag. Die Eingewöhnung ging mit mir bis zum 13.10. und am 14.10. ging seine heiß geliebte Oma mit ihm hin, weil ich gerade seinen kleinen Bruder auf die Welt brachte.
Mein Süßfisch meisterte die Eingewöhnung mit Bravour! Es war eine Freude ihm zuzusehen. Er fühlte sich wohl. Das bestätigte mich in der Entscheidung ihn doch in den Kindergarten zu bringen, damit der kleine Bruder auch Exklusivzeit mit Mama bekommen kann.
In den ersten Wochen brachte ihn sein Papi zum Kindergarten, ich blieb mit dem Kleinen daheim. Es gab keine großen Vorkommnisse. Dann kamen die richtig kalten Tage und die erste dicke Erkältung holte uns ein, somit musste er erstmal eine ganze Woche daheim bleiben. Dann tingelten wir von einer Krankheit zur nächsten und waren nur noch sehr unregelmäßig im Kindergarten.
Und plötzlich kam der erste Spruch, der mich zusammen zucken ließ. Ich wollte ihn gerade abholen, da kam eine der Erzieherinnen bereits auf mich zu und sagte, dass es heute einen kleinen Unfall gab. Er sei von der Matte gesprungen und habe danach gesagt, dass ihm sein Fuß weh tut. Soweit so gut, doch der Nachsatz der Erzieherin war:” Ich weiß ja nicht, wie ernst man sowas bei ihm nehmen muss.” Ich dachte, ich falle aus allen Wolken und konnte nicht mal irgendetwas antworten.
Ich wurde auch nicht angerufen, als es passiert ist. So nahm ich meinen humpelnden kleinen Schatz mit nach Hause. Er hat noch nie gehumpelt, nicht ein einziges Mal. Ich war wirklich schockiert, über so eine Aussage. Mein Kind würde simulieren. Für mich gab es nichts Schlimmeres als meinen Sohn nicht verstanden zu wissen.
Am nächsten Tag humpelte er immer noch. Wir fuhren daraufhin zum Arzt, dieser Arzt stellte jedoch nichts fest. Zumindest gab es keine Diagnose, lediglich einen beweglichen Gipsverband. Ein paar Tage später humpelte er nicht mehr und ging wieder in den Kindergarten.
Ich sprach das Thema direkt an, da es mich immer noch sehr belastete und ich wissen wollte, dass meinem Kind, wenn noch mal so etwas passiert, zugehört wird, dass er ernst genommen wird und vor allem, dass ich sofort angerufen werde, wenn irgend etwas mit meinem Kind passiert. Die Erzieherin zeigte sich verständnisvoll und versicherte mir, sich beim nächsten Mal direkt zu melden.
Dann kam die Faschingszeit. Eigentlich eine witzige und lustige Zeit. Faschingsmontag kam mein Süßfisch als Marienkäfer geschminkt nach Hause und war sehr glücklich. Faschingsdienstag klingelte mein Telefon: der Kindergarten. Ich müsste sofort kommen, er würde sich nicht mehr beruhigen und würde nur weinen, ihm sei alles zu viel.
Ich fuhr sofort hin und nahm ihn direkt mit nach Hause. Im Kindergarten war der Teufel los. Die Garde war da, tanzte und machte eine riesige Faschingsparty. Der absolute Horror für meinen Sohn. Als ich kam, saß er weinend auf dem Schoß seiner Erzieherin.
Er war total fertig. Ihm war der Trubel einfach viel zu viel. Und das war auch der Tag, der für ihn und uns als Eltern vieles veränderte. Denn von einem auf den anderen Tag wollte er – verständlicherweise – nicht mehr in den Kindergarten gehen.
Ich ließ ihn ein paar Tage daheim, es folgten Tage an denen er daheim schon weinte und nicht in den Kindergarten wollte. Es kamen wieder Magen-Darm-Grippen und Erkältungen und wir entfernten uns immer weiter vom Kindergarten. Wenn er dann doch mal dort war, war der Ton ziemlich rau. Er sollte sich allein anziehen und ausziehen, was ihm einfach noch nicht hundertprozentig gelang – für uns war das aber absolut nicht schlimm.
Es folgten wieder Gespräche meinerseits. Ich habe versucht den Erziehern ihn und sein Verhalten zu erklären, welches für uns absolut normal ist. Zeigte mich natürlich auch einsichtig, was die Worte der Erzieherin angingen.
Ich war mir nicht sicher, ob es jetzt gut oder schlecht war, dass ich versuchte zu erklären, dass er ein sehr sensibles Kind ist, sein kleines Brüderchen natürlich auch viel Aufmerksamkeit fordert und er ja immer noch ein kleines Kind von nicht mal 3 Jahre ist.
Es sollte sich zeigen, dass meine Gespräche offenbar gut waren. Denn siehe da, seit einigen Wochen geht er sehr gern von 09:30 Uhr bis 11:45 Uhr in den Kindergarten. Die Erzieherinnen geben sich viel Mühe und er kommt glücklich nach Hause. Es macht ihm Spaß. Ihn fröhlich zu sehen ist einfach das größte Geschenk.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich mein Kind nie zwingen oder überreden würde. Es werden sicherlich wieder Tage kommen, an denen er nicht gehen möchte, doch das ist okay für mich. Denn er muss gar nichts und das wollen wir ihm beibringen.
Wie war der Start bei euch? Gab es Probleme? Lief alles glatt? Wäre “Kindergartenfrei” eine Option für euch?
Liebe Grüße
Franzi