Baby-Blues – die ersten Wochen nach der Geburt

Depressionen nach der Entbindung, mama Depressionen

Als werdende Eltern haben auch wir uns gefragt, wie die ersten Wochen mit Baby wohl sein werden, was sich alles verändern wird und ob wir alles richtig machen werden.

Dann war es soweit, unsere Tochter war endlich da und wir verbrachten die ersten drei Tage im Krankenhaus in einem Familienzimmer. So war mein Mann die ganze Zeit bei uns und wir genossen das Kennenlernen und Kuscheln mit unserer Kleinen.

Schwieriger wurde es, als wir nach Hause kamen und mein Mann wieder arbeiten musste. Ich fühlte mich sehr allein mit der neuen Situation und hatte Angst, meiner Tochter nicht gerecht zu werden, ihr keine gute Mama sein zu können. Da hatte ich mich monatelang auf mein Baby gefreut und plötzlich waren da tausende Zweifel. Ich wusste plötzlich nicht mehr, ob ich das schaffe und mich überkam das Gefühl, dass ich für´s Mama sein nicht gemacht bin. Die Liebe zu meiner Kleinen war unendlich groß, aber ich dachte, ich sei einfach nicht gut genug für sie. Diese Sorge wurde ich einfach nicht los, egal wie oft mir von meinem Mann, der Familie und Freunden bestätigt wurde, dass ich eine gute Mutter sei. Und dann fing es an, die tagelange Heulerei. Ohne jegliche Vorwarnung musste ich plötzlich weinen, konnte mich gar nicht beruhigen und war hoffnungslos mit meiner Gefühlswelt überfordert. Da wurde mir klar, dass mich der Baby-Blues ganz fest im Griff hatte.

Um nicht allein mit meinen Sorgen und den Heulanfällen zu sein, verbrachte ich die ersten Wochen fast jeden Tag bei meiner Mutter. Sie fing mich auf, wenn es mich mal wieder überkam, gab mir jede Menge Bestätigung, dass die Kleine es gut bei mir habe und kümmerte sich um sie, wenn ich mal ein paar Minuten brauchte, um mich ordentlich auszuweinen. Es half mir sehr, dass mir so viel Verständnis entgegengebracht wurde und ich meine Gedanken und Gefühle offen zeigen und zulassen konnte.

Mein Mann tat sich etwas schwerer mit der Situation. Er konnte nicht nachvollziehen, warum es mir so schlecht ging, obwohl doch eigentlich alles gerade so perfekt war. Aber er machte mir keine Vorwürfe, sondern nahm mich in den Arm und versuchte mir irgendwie zu helfen. So war es dann eben irgendwann normal, dass ich zwischendurch mal meine fünf Minuten hatte und danach ging es dann eben wieder weiter. Ich hatte dieses kleine, hilflose Wesen, das mich so sehr brauchte und das ich so sehr liebte, da blieb auch nicht viel Zeit, um über Probleme nachzudenken. Circa 4 Wochen nach der Geburt merkte ich plötzlich, dass ich mich gar nicht mehr so schlecht fühlte. Ganz langsam und unauffällig hatte sich alles eingespielt und meine Traurigkeit war Stück für Stück weniger geworden, bis es mir plötzlich wieder gut ging. Seitdem leben wir unseren Alltag mit Baby und genießen, trotz vieler schlafloser Nächte, das Elternsein und die Zeit mit unserem kleinen Wunder. Die Sorgen und schlechten Gefühle sind mittlerweile zum Glück vergessen.

Wart ihr nach der Geburt im Rausch der Glücksgefühle oder hat euch auch der Baby-Blues oder sogar eine richtige Depression erwischt? Was sind eure Tipps in so einer Situation?

Eure Sabrina