Von Therapiepuppen und Krokodilen

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Heute möchte ich euch ein paar hilfreiche Tipps für einfache Hilfsmittel im Umgang mit Konfliktsituationen geben. Natürlich kann und soll man nicht alle Konflikte verhindern, aber manchmal macht es das Leben doch deutlich einfacher und entspannter, wenn eine Situation reibungslos abläuft.

Handpuppen mag ich schon immer sehr gerne und finde es total faszinierend, wie schnell ich ihnen gebannt folge, auch wenn ich ihren Sprecher genau sehe.

Im Zuge meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin kam ich erstmals auch mit Therapiepuppen in Berührung, die den Zugang zu Menschen erleichtern können. Im Laufe der Zeit legte ich mir eine Sammlung aus einigen Tieren und eine großen Mädchenpuppe zu. Unsere Tochter begann sich etwa mit einem halben Jahr für „Lucy“ zu interessieren. Sofort war sie absolut fasziniert und lauschte ihr ganz gebannt, wenn sie etwas „erzählte“. Beim gemeinsamen Bücher lesen, forderte sie oft, dass „Lucy“ lesen sollte und bei den Mahlzeiten saß „Lucy“ mit am Tisch. Wenn es Phasen gab, in denen unsere Tochter sich ungern wickeln oder umziehen ließ, klappte es sofort, wenn „Lucy“ anbot zu helfen. Ebenso war es beim Waschen oder Zähneputzen. Auch heute noch erzählt sie „Lucy“ alles, was sie erlebt hat und offenbart ihr dabei teilweise mehr als uns gegenüber. Nicht umsonst werden Therapiepuppen von Psychologen eingesetzt, um schneller Vertrauen zu Kindern aufzubauen. Auch im Umgang mit dementen Menschen habe ich meine Puppen schon erfolgreich einsetzen können. Sogar unser Zahnarzt hat mittlerweile zwei aufsetzbare Augen für seinen Spiegel.

Im Einsatz mit Kindern braucht es nicht unbedingt eine „Lucy“. Mit etwas Fantasie und Liebe zu Rollenspielen finden sich überall kleine Hilfsmittel.

Unsere Tochter ist schon immer sehr ideenreich und liebt es, Gegenstände zum Leben zu erwecken, in dem ich für sie spreche. Dies ist in vielerlei Hinsicht sehr nützlich:

Die ersten zwei Jahre fuhr sie sehr ungern Auto. Irgendwann fing ich damit an, das Auto zu begrüßen und zu verabschieden und antwortete auch für das Auto. Nach einiger Zeit veränderte sich ihre Abneigung und sie freute sich auf das Auto fahren. Seitdem wird das Auto immer freudestrahlend begrüßt und bekommt erzählt, wo wir hin fahren. Auch beim Anziehen kann es helfen, wenn die Schuhe sprechen können. Wenn man den Spielplatz verlassen möchte ist es einfacher, wenn man sich von der Rutsche und den anderen Spielgeräten verabschiedet und die Wohnung schon auf einen wartet. Die Medizin schmeckt besser, wenn sie sich vorher mit einem unterhalten hat und manchmal verwandelt sich meine Hand auch einfach in ein Krokodil, das unsere Tochter im Nu wieder zum Lachen bringt. Dies sind nur einige Beispiele, die im Grunde für alle möglichen Situationen abwandelbar sind.

Manche Tage können ganz schön lang und anstrengend sein und in manchen Situationen ist Stress vorprogrammiert, daher finde ich es toll, wenn man sie mit Hilfe von kleinen Tricks und Spielereien auflockern kann, oder wie seht ihr das?

Vielleicht habt ihr ja ähnliche oder ganz andere Tipps für solche Momente?

Bis bald!

Eure Rebekka