Vom schwierigen Stillstart zum Langzeitstillen

mama stillen Probleme, mama blog

Heute möchte ich den Mamas Mut machen, bei denen das Stillen nicht auf Anhieb klappt: Bitte gebt nicht auf, es gibt nichts Schöneres und Innigeres als eine Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind!

Dass ich mein Kind stillen werde, zweifelte ich nie an. Ich las auch nicht wirklich viel darüber, da ich einfach davon ausging, dass es automatisch klappen wird (ähnliches dachte ich im übrigen auch über das Thema Schlafen). Selbst als mir die Ärzte mitteilten, dass meine Tochter per geplantem Kaiserschnitt auf die Welt kommen müsse, tröstete mich der Gedanke an das Stillen.

Je näher der Tag der voraussichtlichen Geburt kam, desto mehr hatte ich mich mit dem Kaiserschnitt arrangiert und war voller Vorfreude.

Im Geburtsvorbereitungskurs wurde so oft erwähnt, wie wichtig die ersten Stunden für eine gute Stillbeziehung seien.

Nun lag dieses kleine Wesen auf meinem Bauch und zeigte überhaupt kein Interesse an meiner Brust. Stattdessen spuckte es immer wieder. Eine Schwester erklärte mir, es läge daran, dass die Kleine zu viel Fruchtwasser getrunken habe. Dies sei nicht ungewöhnlich und ich solle es einfach immer wieder mit Anlegen probieren. Ich versuchte es auch, aber ohne Erfolg – sie wollte einfach nicht saugen.

Als die Stunden vergingen, ohne dass etwas passierte, fragte ich schließlich, ob es nicht Sinn machen würde, mit Abpumpen zu beginnen, um den Milcheinschuss zu fördern. Also brachte man mir eine Milchpumpe und riet mir, so häufig wie möglich zu pumpen. Verbunden mit den Schmerzen, nach dem Kaiserschnitt und einer spuckenden Neugeborenen war dies schon leicht stressig. Auch am nächsten Tag trat keine Änderung ein und auf Nachfrage wurde wieder gesagt, das Spucken sei nicht schlimm, ich solle immer wieder anlegen und weiter pumpen. Da wir ja im Geburtsvorbereitungskurs über die winzige Magengröße von Babys und dem häufig unnötigen Zufüttern informiert worden waren, machte ich mir auch weiter keine Gedanken.

Am dritten Tag nach dem Wiegen im Zuge der U2 ging das Theater dann auf einmal los: Unsere Tochter habe viel zu viel Gewicht verloren, eine Gelbsucht drohe, ich müsse jetzt aber sofort zufüttern. Als ich nur vage Begeisterung zeigte, hieß es nur, ich solle an die Gesundheit meiner Tochter denken, sie habe schließlich Hunger. Kurze Zeit später bekam ich das Neueste auf dem Markt präsentiert, was ich im Nachhinein nur einen Trinknapf nannte, eine Art Vogeltränke , aus der unser Baby Milch lecken sollte. Angeblich um nicht für eine Saugverwirrung zu sorgen, aber ich schaffte es nicht, es unserer Tochter korrekt an den Mund zu führen und sie zappelte wie wild und wollte nicht lecken.

Die Schwestern wurden zunehmend ungehaltener und setzten mich ziemlich unter Druck – um sie an dieser Stelle in Schutz zu nehmen: Sie haben mich einfach die ersten zwei Tage zu wenig begleitet, dann plötzlich das niedrige Gewicht gesehen und wollten einfach auf Nummer sicher gehen. Irgendwann war ich nur noch den Tränen nahe, da ich die erste Zeit eigentlich genießen wollte.

Nach dem Schichtwechsel kam dann eine neue Schwester, die sich meinem Dilemma annahm. Mit einem einzigen Satz veränderte sie alles:

„Legen Sie doch ihre Tochter an die Brust und geben von oben Milch in einer Spritze, sobald sie saugt.“

Auch wenn mir das Thema Zufüttern immer noch widerstrebte, gefiel mir dieser Vorschlag weitaus besser, da es dem Stillen schon näher kam. Auch wenn es von der Koordination nicht einfach war, dieses kleine Wesen in einer guten Stillposition zu halten und dabei noch mit einer Hand die Spritze zu bedienen, dachte ich nicht im Traum daran, aufzugeben und irgendwann klappte es dann: die Kleine saugte an der Brust und ich drückte auf die Spritze.

Komischerweise bekam ich auch kurze Zeit später meinen Milcheinschuss. Zunächst mochte die Kleine lieber die Milch aus der Spritze, doch nachdem wir am nächsten Tag endlich Heim durften, klappte es nach und nach immer besser mit dem Stillen.Wir mussten zwar noch einige schwierige Phasen überwinden, gaben aber dennoch nie auf. Ich denke, gerade dieser schwierige Start hat uns erst recht zusammen geschweißt, denn es war der Beginn einer sehr langen und schönen Stillbeziehung so lange, wie ich es vorher nie für möglich gehalten hätte.

Also liebe Mamas, auch wenn ihr vielleicht zu Beginn nicht optimal unterstützt werdet: Habt Vertrauen in euren Körper und in euer Kind.

Es würde mich freuen von euren Erfahrungen zu lesen.

Alles Liebe!

Rebekka