Häufige Fragen zur Stoffwindel

mama blog, wickeln mit stoffwindelnd, stoffwindelwissen

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Stoffwindelarten

Seit den 1960er Jahren stellt die Einmal- oder auch Wegwerfwindel (kurz: Www) eine Alternative zu Stoffwindeln dar. Der Vorteil ist ganz klar die simple Handhabung, da die verschmutzte Windel einfach in den Müll geworfen wird. Dies ist jedoch gleichzeitig auch ihr Nachteil. Der Superabsorber, welcher verhältnismäßig viel Flüssigkeit aufnehmen kann, ist erdölbasiert. Bis so eine Windel sich zersetzt, kann es annähernd 200 Jahre dauern. Zudem ist die ausschließliche Verwendung von Www über die gesamte Wickelzeit sehr teuer.
Bsp.:
Bei Ø 0,20 € pro Windel (Discounter), 6 Windeln pro Tag = 438 € pro Jahr (für 1 Kind)

Lange vor der Erfindung der Www gab es bereits Stoffwindeln. Die einfachsten Vertreter sind die sog. Mullwindeln. Die circa 70×70 cm großen Baumwolltücher werden wie die Www um das Baby gewickelt. Darüber wird dann eine Überhose (kurz: ÜH) gezogen. Diese können aus Wolle, Fleece oder Polyurethan (kurz: PUL) beschichtetem Stoff bestehen.

Alternativ zur Mullwindeln gibt auch Bindewindeln und Windelhöschen u. a. aus Baumwolle, über die ebenfalls eine Überhosen gezogen wird.

Wer sich nicht mit dem „Wickeln in 2 Schritten“ anfreunden kann, für den gibt es folgende Ein-Schritt-Wickelsysteme:

  • All-in-one (AIO):
    feuchtigkeitsresistente Außenhülle mit einem eingenähten Saugteil. Muss nach jedem Benutzen komplett gewaschen werden.
  • All-in-two (AI2):
    feuchtigkeitsresistente Außenhülle mit einknöpfbarer Saugeinlage. Die einzelnen Teile können nur von der selben Marke miteinander verbunden werden.
  • All-in-three (AI3):
    Außenhülle z. B. aus Baumwolle mit feuchtigkeitsresistenter Innentasche und Saugeinlage
  • Snap-in-One (SIO): ähnlich wie die AI2
  • Pocketwindel: wasserdichte Außenhülle mit weicher Innenseite (Baumwolle,Fleece, etc.). Zwischen den beiden Schichten ist eine Tasche (engl. pocket) in die eine Saugeinlage eingelegt wird. Die Windel muss nach jedem Benutzen gewaschen werden, da der Innenstoff beschmutzt wird.Die Hybridwindel ist eine Überhose, in deren Laschen man waschbare oder Einmaleinlagen einlegen kann. Zudem kann man sie auch als Überhose für Mull- oder Bindewindeln benutzen. Da man das „Innenleben“ einfach auswechselt, kann man die Hybridwindel häufiger benutzen.

Fragen zu Stoffwindeln

Wie wasche ich Stoffwindeln?

Dies hängt vom Wickelsystem ab. Aber grundsätzlich gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte:

  1. Kein Weichspüler! Wäsche, die mit Weichspüler behandelt wird, fühlt sich zwar kuschelig weich an, aber der Stoff saugt dadurch viel schlechter Flüssigkeit auf. Der Weichspüler legt sich wie ein wasserabweisender Film um die Fasern.
  2. Keine Bleichmittel oder optischen Aufheller! Es wird zwar eine Vergilbung von weißen Textilien verhindert, jedoch greift es die Farben der bunten Überhosen an. Einige Hersteller geben wohl auch keine Garantie darauf, dass der PUL-Stoff nach dem Waschen mit optischen Aufhellern noch wasserdicht ist.
  3. Waschmittel richtig dosieren! Verwendet man zu wenig Waschmittel, kann es passieren, dass die Wäsche nicht richtig sauber wird. Eine Überdosierung sollte allerdings auch zu vermieden werden, da sich Waschmittelreste in die Fasern der Wäsche absetzen. Dadurch kann z. B. Die Saugleistung der Einlagen beeinträchtigt werden.
  4. Waschmaschine nicht zu voll packen! Wenn die Waschmaschine bis zum Anschlag mit Wäsche vollgestopft wird, kann sie sich nicht richtig bewegen. Dies ist wichtig, damit jedes Teil optimal in der Waschlauge einweichen und gereinigt werden kann. Bitte aber auch die Waschmaschine nicht zu leer Laufen lassen. Das spart Strom, Wasser und schont die Umwelt.
  5. Wäschenetz! Jeder, dem seine Snaps (Druckknöpfe) wichtig sind, sollte seine AIO/AI2/AI3, SIO, Pockets oder sonstige Überhosen, die Snaps haben, unbedingt in einem Wäschenetz waschen. Wäschenetze gibt es in den meisten Drogeriemärkten im Regal bei den Waschmitteln. Sie kosten nicht viel und ersparen einem so manch teuren Verlust von Stoffwindeln.
  6. Cellulasen sind Enzyme, welche die Cellulose in den Pflanzenfasern abbauen. Sie sind meist Bestandteil von Colourwaschmitteln, da sie die Fasern, wie z. B. Baumwolle enzymatisch „glattbügeln“ und so die Farbintensität aufrechterhalten. Allerdings ist deren Nutzung bei Stoffwindelnutzern umstritten. Die einen behaupten, die Cellulase würde Baumwoll- und Hanfeinlagen allmählich zerstören. Auf der anderen Seite wird behauptet, dass die Enzyme während des Waschvorgangs ab 40°C in der Maschine zerfallen und so keinen Schaden anrichten können. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte auf die Cellulase im Waschmittel verzichten.
  7. Wolle und Seide (z.B. Überhosen, Bodys) am besten mit der Hand in lauwarmen Wasser ausspülen. Oder ein besonders schonendes Woll-/Seidenwaschprogramm mit geringer Schleuderzahl benutzen.

Wie bewahre ich verschmutzte Stoffwindeln auf?

Es wird oft empfohlen einen einfachen Eimer mit locker aufgesetztem Deckel zu verwenden. Wichtig ist, dass man den Stoffwindeleimer nicht fest verschließt. Solange Luft daran kommt, trocknen die Windeln etwas und riechen weniger. In einem verschlossenen Behälter gären Urin und Kot vor sich hin. Wenn man alle 3 Tage eine Maschine wäscht, reicht das in der Regel aus.

Wie viele Stoffwindeln benötige ich?

Das hängt zum einen vom gewählten Windelsytem ab und zum anderen von der eigenen Waschroutine. Zudem trocknen die Windelhosen im Sommer schneller als im Winter oder an regnerischen Tagen.
Die AIO (All-In-One) ist im Grunde der Stoffy-Zwilling der Wegwerfwindel. Das bedeutet, dass man die gesamte Windel wechselt und in den Windelaufbewahrungseimer wirft. Bei durchschnittlich 6 Windeln pro Tag, kommt da einiges zusammen. Bei Windelsystemen, deren Einlagen nicht fest mit der Windelhose vernäht sind, kann man diese je nach Verschmutzungsgrad nochmal mit einer neuen Einlage benutzen. Das spart Wäsche und man benötigt auch nicht allzu viele Windeln. Richtig günstig sind Hybridwindeln, da man mehrere Male nur die Einlagen wechselt. Die Überhose muss im Grunde nur gewaschen werden, wenn sie mit Kot in Berührung gekommen ist. Die Anzahl der Einlagen hängt davon ab, wie oft das Kind mal muss und wie häufig man wäscht.

Wie oft muss ich Stoffwindeln wechseln?

So oft, wie man auch eine Wegwerfwindel wechseln würde. Auch wenn es mittlerweile richtige gute Saugeinlagen gibt, sollte man sein Kind nicht über Stunden im eigenen Urin oder Kot sitzen lassen. Dasselbe gilt auch für die Superabsorber der Wegwerfwindeln. Dies kann zu Hautreizungen, Rötungen und Wundsein führen.

Wie oft muss ich Stoffwindeln waschen?

Im Grunde dann, wenn man wenigstens eine Maschine voll bekommt. Bei den vielen Stoffwindeleltern ist dies nach 3 Tagen der Fall.

Was brauche ich für Zubehör für meine Stoffwindeln?

Wenn man mit Mullwindeln wickelt, ist ein sog. Snappy (Windelklammer) sehr hilfreich. Der Snappy sorgt dafür, dass die Mullwindel an ihrem Platz bleibt, um bequem die Überhose anziehen zu können.
Ab der Beikosteinführung schwören viele Eltern auf Windelvlies. Es ist im Grunde

wie dickeres Toilettenpapier und wird zwischen Babypopo und Stoffwindel gelegt. Das Vlies sorgt dafür, dass man grobe Verschmutzungen direkt in die Toilette werfen kann ohne die Reste aus den Einlagen kratzen zu müssen.

Was kosten Stoffwindeln?

Die einfachste Variante mit Mull- und Hybridwindeln ist vermutlich die Kostengünstigste. Einfache Hybridwindeln gibt es bereits ab 10 €. Auch bekommt man circa 10 Mullwindeln zu diesem Preis.
Die anderen Windelsysteme unterscheiden sich preislich von Hersteller zu Hersteller. Ebenso gibt es in Farbe und Muster große Unterschiede und jede Marke hat ihre ganz speziellen Designs. Oft entscheiden sich Stoffwindelnutzer nur wegen des Musters für eine Marke. Anderen ist ein besserer Auslaufschutz wichtig. Doch Fakt ist: Hat man sich einmal verliebt, ist einem der Preis oft egal.