Hilfe, mein Kind kommt in die Schule

mama blog, schule

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Im September ist es soweit, mein großes Mädchen wird ein Schulkind. Sie freut sich total darauf und ich darf mir öfter anhören: „Mama, heul doch nicht rum, weil ich in die Schule komme, freu dich, dann brauchst du nicht mehr vorlesen“. Auf der anderen Seite wird ihr bewusst, dass es plötzlich viele letzte Male im Kindergarten gab und noch geben wird.

Im November: der letzte Laternenumzug im Kindergarten

Im Dezember: die letzte Weihnachtsfeier im Kindergarten

Im Januar: ihre letzte Geburtstagsfeier im Kindergarten

Im Februar: die letzte Faschingsparty im Kindergarten

Im April: die letzte Osterfeier im Kindergarten & der letzte Besuch des Kindergartenfotografen

Im Mai: das letzte Muttertagssingen im Kindergarten

Im Juli: das große Abschiedsfest im Kindergarten für die Vorschulkinder

Dagegen stehen natürlich Vorschule, Wochenaufgaben, Ausflüge und Schulbesuche zur Vorbereitung und Einstimmung auf die Schule.

Das Wichtigste hat bereits begonnen: das Basteln der Schultüten! Das machen die „Schlauen Füchse“, wie die Vorschulkinder bei uns heißen, gemeinsam mit einer Erzieherin. Es gibt 4 bis 6 verschiedene Motive zur Auswahl und die Kinder dürfen sich dann noch die gewünschten Farben aussuchen. Einige Mütter legen diesbezüglich anscheinend ab und zu ein Veto ein, weil die Wunschfarbe des Kindes nicht zur Farbe des Schulranzen passt.

Ich sehe das pragmatischer: Es ist nicht MEIN erster Schultag, sondern der meiner Tochter und da darf sie selbst entscheiden, wie und in welcher Farbe ihre Schultüte sein wird! Mir persönlich ist es total egal, ob das zum Schulranzen passt oder nicht. Natürlich verstehe ich auch die Eltern, die das nicht möchten. Sie wünschen sich, dass alles Ton in Ton ist und alles eine Einheit bildet, keine Frage. Das sieht sicher schöner aus, als wenn sich die pinke Schultüte mit dem roten Ranzen beißt…

Meistens freut sich meine Tochter auf die Schule, aber dann gibt es die Tage, an denen sie sehr nachdenklich wird und mir erzählt, was sie nun im Kindergarten zum letzten Mal gemacht hat. Kürzlich ging gar nichts mehr und sie brauchte einen Tag Kindergartenpause alleine mit Mama und ohne den kleinen Bruder.

Für mich als Mama ist es schlimmer als für meine Tochter, dass sie jetzt in die Schule kommt.

Natürlich bin ich sehr stolz auf mein kleines großes Mädchen, dass sie sich entwickelt und eben älter und größter wird. Aber ich bin auch traurig, dass dann 4 Jahre schöne, heile Welt im Kindergarten vorbei sind.

Wenn ich manche Geschichten über Kindergärten lese, wird mir immer wieder bewusst, wie viel Glück wir mit unserem Kindergarten haben. Auch hätte meine, damals doch sehr, sehr schüchterne Tochter, keine bessere Bezugserzieherin bekommen können, als die, die sie nun hat.

Wenn ich auf die vier Jahre Kindergarten zurückblicke, bin ich stolz, was meine Tochter für eine tolle Entwicklung gemacht hat und zu was für einem tollen, selbstständigen Mädchen sie geworden ist, das sich zu behaupten weiß und dennoch für andere einsteht.

Wenn ich an das Abschiedsfest denke, habe ich sofort Tränen in den Augen, da wird die coole Mama plötzlich ganz sentimental! Ich weiß, dass ein Kapitel aus dem Leben meiner Tochter unwiderruflich zu Ende geht und sie zu neuen Ufern aufbrechen wird.

Eine kleine Schonfrist gibt es für mich noch. Durch meinen Sohn darf ich noch zwei weitere Jahre eine „Kindergartenmama“ bleiben. Aber ich werde ab September eben auch eine Schulkindmama sein.

Da es Millionen von Müttern vor mir bereits geschafft haben und auch nach mir schaffen werden, stelle ich mich der Herausforderung und bin gespannt, was das neue Kapitel im Leben meiner Tochter so bringen wird.

Ist das bei euch ähnlich oder bin ich alleine so sentimental?

Liebe Grüße

Eure Nadine