Beruhigungsmittel für Kinder

Kinder beruhigen Medikament
Ich glaube jede Mama kennt diese Situation. Man ist einfach nur völlig fertig, müde und erschöpft. Vielleicht war der Tag wahnsinnig anstrengend, die Kinder krank oder es geht einem selbst einfach nicht gut. Manchmal wünscht man sich dann einfach nur noch Ruhe.
Auch ich habe mir an manch nervenaufreibenden Tagen mit zwei, in der Autonomiephase steckenden, Kleinkindern schon oft nur noch Ohrstöpsel und Augenklappen gewünscht. Meine beiden Jungs sind sehr lebhaft und ab und zu, brauchen wir etwas länger, bis die beiden Abends zur Ruhe kommen. Wenn sie sehr aufgeregt sind, weil wir unterwegs waren oder etwas besonderes an diesem Tag passiert ist, beruhigen sie sich am besten, mit einem warmen Bad und danach kuscheln, schön dick eingepackt, im Bett.
Es gibt auch Tage, wo die beiden sich durch nichts beruhigen lassen und wie Flummies, durch die Wohnung hüpfen. Diese Tage sind wirklich anstrengend und es ist hart, wenn ich selbst kaputt bin, die beiden Auszupowern.
Dann habe ich vor einiger Zeit gehört, das es Eltern gibt, die ihren Kindern Schlaf und Beruhigungsmittel verabreichen, unter anderem rezeptfreie Medikamente für Erwachsene. Ich war geschockt, denn die Wirkung und Nebenwirkungen solcher Medikamente können für Kleinkinder dramatische Folgen haben.
Mein Großer hat nach seinen Herz Operationen auch Beruhigungsmittel bekommen, damit er sich, unter anderem, nicht selbst gefährdet und dies waren Gaben, seinem Alter und Gewicht genau angepasst. Trotzdem hatte er sehr starke Entzugserscheinungen als wir die Medikamente ausgeschlichen haben. Ihn so zu sehen hat mich sehr traurig gemacht und umso glücklicher bin ich jetzt, so einen Wirbelwind Zuhause zu haben. Meinem Kind freiwillig Beruhigungsmittel zu geben, würde mir daher nicht in den Sinn kommen.
Ich versuche zu verstehen, was Eltern dazu bewegt, ihre Kinder mit solchen drastischen Maßnahmen, ruhig stellen zu wollen und frage mich, was da in den Eltern vorgehen mag. Vielleicht ist es teilweise Überforderung und Stress, und der Wunsch nach Entspannung, die manche Eltern dazu bewegen aber die Nebenwirkungen sind ihnen vielleicht in dem Moment nicht klar. Gern werden schmerzlindernde und beruhigende Medikamente, vom Arzt verschrieben und selbst ich habe schon von Arzt den Tipp bekommen, falls mein Sohn unruhig schläft, auf diese Schmerzmittel zurück greifen zu können. Er meinte damit unruhige Nächte durch Zahnen oder Fieber, aber oft kann sowas auch anders verstanden werden und die Gabe solcher Medikamente wird zu einfach genommen, verharmlost und und zweckentfremdet.
Nicht jede Unruhe rührt von Schmerzen her, die sofort gedämpft werden müssen. Viel öfter würde ein genaues beobachten und beurteilen der Gesamtsituation, mehr Aufschluss darüber geben, weshalb mein Kind grade nicht zur Ruhe finden kann. Genau das fällt aber einigen Eltern schwer, was auch nachvollziehbar ist, weil wir als Eltern, alle diese Momente kennen. Sich aber dazu hinreissen zu lassen, ist eine Entscheidung, die neben den gesundheitlichen Folgen auch psychische Probleme mitbringen.
Man verlernt schnell, die Signale seines Kindes zu deuten, es zu lesen und Alternativen aufzuzeigen und verfällt vielleicht in ein Muster, aus dem es schwer fällt,  zu entrinnen. Es ist einfacher, wenn das Kind auf Knopfdruck, ruhig gestellt ist. Es ist einfacher einen Saft/Zäpfchen  zu geben, anstatt sein Kind in seiner Unruhe zu begleiten. Das ist fatal für das Kind, denn es kann sich nicht mehr mitteilen und auf eventuelle Nöte hinweisen und resigniert dann vor den eigenen Eltern, auch in weniger stressigen Situationen, weil sie die Haltung und Anspannung  ihrer Eltern spüren.
Ich möchte versuchen, Eltern angesichts dieses ernsten Themas, ein bisschen zu sensibilisieren und egal wie stressig und nervenaufreibend der Tag war, sich selbst daran zu erinnern, daß unsere Kinder auf uns angewiesen sind und gegen solche Dinge, nichts tun können, ausser darauf zu vertrauen, das wir wissen was gut für sie ist und wir alle entsprechenden Maßnahmen treffen, damit sie glücklich und zufrieden aufwachsen. Viel besser als Medikamente, helfen Empathie und Verständnis, und zwar mit Langzeitwirkung.
Warum ist mein Kind grade so? Was war heute los? Wie kann ich helfen oder muss ich es einfach nur begleiten und bei ihm sein? Auch wenn man „auf dem Zahnfleisch“ geht, unsere Kinder sind uns ausgeliefert und wir haben die Verantwortung , dies nicht auszunutzen.
Eure Jana-Eliza