Nachhaltigkeit ist mehr als nur Mülltrennung

 

Seit geraumer Zeit versuche ich nachhaltiger und bewusster zu leben, weniger konsumorientiert. Ich schaffe es nicht immer, aber im Laufe der letzten Jahre habe ich ein anderes Bewusstsein für die Natur und Umwelt bekommen. Denn die Welt in der ich lebe werde ich eines Tages meinen Kindern hinterlassen. Mir ist es wichtig, dass meine Kinder später einmal verstehen, warum man seinen Müll nicht einfach so auf die Straße werfen sollte und dass es mehr als nur den Restmüll gibt.

Noch vor ein paar Jahren hatte ich ein ganzes Arsenal an Shampoo, Duschgel, Creme, Lotion und Haarspülungen. Jedes Mal, wenn ich die Haarfarbe gewechselt habe, kaufte ich eine neue, passende Pflegspülung. Viel zu viel Auswahl und am Ende landete so einiges nur halbgenutzt im Müll. Ich hätte mir täglich 3 Mal die Haare waschen können, soviel Krempel hatte ich!

Irgendwann fing ich an und färbte meine Haare nicht mehr mit den stinkigigen, chemischen Haarfärbemitteln. Ich wechselte zu einer viel schonenderen Pflanzenhaarfarbe. Meine Haare fühlten sich einfach nur toll an! Schäden in der Haarstruktur werden einfach durch die pflanzlichen Bestandteile aufgefüllt. Meine Haare waren weich, glänzend und ließen sich wesentlich leichter bürsten. Auch wenn die Farbvariation sehr eingeschränkt ist, so wächst permanente Pflanzenhaarfarbe viel weicher raus, die Übergänge zur eigenen Naturhaarfarbe sind irgendwie mehr fließend.

Ein weiteres, natürliches Beautyprodukt ist für mich das Kokosöl. Es ist ein wahrer Allrounder bei der Körperpflege. Ich öle mich selbst nach dem Duschen damit ein, massiere eine kleine Menge in die noch feuchten Haare und auch die zarte Babyhaut meiner Tochter profitiert davon. Bisher war es nicht notwendig ihren Körper mit etwas anderem zu pflegen als Kokosöl oder hin und wieder mal etwas reinem Wollfett. Ich liebe ja den zarten Kokosduft auf der Haut. Für all diejenigen, denen das zu sehr nach Kokos riecht, gibt es desodoriertes Kokosöl. D. h. dem Öl wurden über Wasserdampfdestillation die typischen Geruchs- bzw. Geschmacksstoffe entzogen.

Als nächstes trennte ich mich von meinen Duschbädern und Shampoos. Ich habe die Sachen natürlich nicht einfach weggeschmissen, sondern nach und nach aufgebraucht. Da ich als Sparfuchs aber noch einiges hatte, habe ich der WG meiner Schwester die unbenutzten Flaschen vermacht.

Tja, und nun…?

Nun reichen mir 2 Stück Seife. Eines für den Körper und ein Stück für meine Haare. Die Seifen riechen herrlich und pflegen meine Haut wunderbar ohne diese dabei auszutrocknen. Zudem sind die Seifenstücke sehr ergiebig. Es gibt auch Seifen, die man für Haut und Haar gleichzeitig verwenden kann. Aber diese haben mir nicht sehr zugesagt. Unter anderem, weil eine Seife mit entsprechender Rückfettung zwar toll für die Haut ist, aber die Haare davon leider strähnig werden. Aber möglich ist es.

Es ist möglich bei seiner Körperpflege auf Natürlichkeit und Nachhaltigkeit zu setzen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich auf eines bislang nicht verzichten kann und will: meine supertolle Ultraschallzahnbürste! Ich liebe sie einfach und ich liebe das saubere Gefühl meiner Zähne! Wer im Gegensatz zu mir aber eine Alternative zur Plastikzahnbürste sucht, dem kann geholfen werden. Mittlerweile findet man online und in Bio-Supermärkten Zahnbürsten, die am Ende ihrer Lebenszeit einfach im Biomüll oder auf dem Kompost landen. Sie sind vollständig biologisch abbaubar! Ich finde das ganz toll, aber ich bin im Moment noch nicht so weit auf meine elektrische Zahnbürste zu verzichten.

Hingegen verzichten wir weitestgehend auf Wegwerfwindeln. Solche Einmalwindeln verursachen Unmengen an Müll. Auch Feuchttücher sind nicht so das Wahre- vor allem, wenn sie achtlos in die Toilette geworfen werden! Jährlich verstopfen unzählige Feuchttücher die städtischen Anlagen der Abwasseraufbereitung.

Mein Mann und ich haben uns unter anderem deshalb bereits in der Schwangerschaft für das Wickeln mit Stoff entschieden. Ein weiterer nachhaltiger Aspekt ist, dass wir die Stoffwindeln auch für das nächste Kind oder die nächsten Kinder nutzen können. Auf diese Weise sparen wir zusätzlich auch eine Menge Geld. Den Popo meines Kindes reinige ich meist nur mit klarem Wasser, vor allem wenn ich Zuhause oder bei Freunden bin. Mehr braucht es nicht und der Popo wird trotzdem sauber.

Wenn man darüber nachdenkt, fallen einem immer wieder „Einmal-Dinge“ ein, die sich leicht durch nachhaltige, wiederverwendbare Dinge ersetzen lassen. Dazu zählen Stoffbeutel statt Plastiktüte, waschbare Stilleinlagen statt Einmal-Stilleinlagen, Glasflaschen statt Plastikflaschen, etc.

Ich bin ganz bestimmt keine Klischee-Öko-Mutti, aber ich versuche meinen kleinen Teil dazu beizutragen, dass die Welt nicht im Müll versinkt. Die Ärzte brachten es vor ein paar Jahren auf den Punkt als sie sangen:

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es wär‘ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen tollen, sonnigen Tag!

Eure Anke