Wenn ich das gewußt hätte….

mama blog, was einem keiner sagt, mama werden

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Eine wirkliche Partymaus war ich nie. Ich bin nicht von Disco zu Disco gehüpft und habe auch nicht jedes Wochenende tanzend verbracht. Ich war immer eher so der gemütliche Kneipentyp. Mit Freunden zusammensitzen. Ein Bierchen, eine Schachtel Zigaretten und über Gott und die Welt schwafeln.

Über Kinder habe ich mir da nie ernsthaft Gedanken gemacht. Klar, ich hatte hypothetische Namen für den Nachwuchs parat und eine vage Vorstellung davon wie das alles zu laufen hätte, wenn ich denn dann irgendwann in fernen Zukunft mal Kinder bekommen sollte. Die Kinder hätten sich natürlich an mein Leben anzupassen und vor allem würde ich nicht alles über den Haufen schmeißen und komplett umstellen. Meine Meinung und mein Wissen dazu hatte ich mir aus Fetzen und Bruchstücken aus meiner Umgebung zusammengesucht und wenn es da funktionierte, würde es das bei mir sicher auch. Also noch eine Runde Guinness und das Thema beiseite schieben.

Naja, wenn ich jetzt in eine Zeitmaschine steigen könnte und nicht den Zusammenbruch des Universums damit riskieren würde, wenn ich mit mir selbst einen Kaffee trinke, denn Bier vertrage ich nicht mehr, dann würde ich meinem 20-jährigen Ich gegenübersitzen und lachen…herzhaft lachen!! Laut, so richtig laut lachen.

Ich würde mit dem Finger auf mich zeigen (ja ich weiß, das macht man nicht) und sagen „Tja, Pustekuchen Denise! Nix is…!!

Denn außer der Tatsache, dass ich tatsächlich als erstes einen Jungen bekommen habe, so wie ich mir das immer vorgestellt habe, ist nichts so gekommen wie ich es mir gedacht hatte.

Was nicht heißen soll, dass ich es nicht versucht hätte. Ohja, mein Kind sollte sich an mein Leben anpassen, genau zwei Nächte lang und dann habe ich realisiert, dass ich da die Rechnung ohne den minderjährigen Wirt gemacht hatte.

Von wegen Kind schläft im eigenen Bett! Mittlerweile schlafen wir mit 4 Personen auf 2,10 m und wir lieben es. Das Familienbett war unsere Lösung für ruhige und entspannte Nächte. Ohne Geschrei und ohne Kopfschmerzen und vom Weinen ganz dicken Augen. Ich habe die Nächte zu zweit eingetauscht, zum Wohle meiner Kinder.

Dann war da die Sache mit dem Gehorchen. Ja was soll ich sagen?!? Auch hier habe ich meine Ansichten an die Umstände angepasst. Ich habe gemerkt, dass ich gar nicht will, dass meine Kinder einfach gehorchen. Blind, ohne zu fragen: Wieso? Weshalb? Warum? Ich möchte gar nicht, dass meine Kinder ihre Natur unterdrücken, nur damit im Lokal keiner blöd schaut und den Kopf schüttelt über meine unmögliche Nachkommenschaft. Meine Kinder haben einen eigenen Willen und wer bin ich diesen zu beschneiden oder unter Bedingungen zu stellen á la „Wenn du dann…“?

Auch eine interessante und in unserem Leben die wohl krasseste Umstellung ist das Stillen meiner Tochter. Erst wollte ich nur 6 Monate stillen, dann bis die ersten Zähne kommen, dann war sie ein Jahr alt und jetzt denk ich mir „Was soll’s, ich werde auf ihrer Hochzeit schon kein Stilltop anziehen müssen“.

Meine Kinder haben mir gezeigt, was es heißt bedingungslos zu lieben. Absolute Hingabe und Aufopferung für etwas aufzubringen. Ich kann meine Bedürfnisse hinten anstellen, zumindest so lange, wie es mir dabei gut geht. Denn ich bin erwachsen, ich bin von niemandem mehr abhängig. Ich würde meinem jüngeren Ich sagen, nachdem ich aufgehört habe zu lachen, dass sie keine Angst haben muss vor all diesen Veränderungen, denn sie werden mehr als gerecht entlohnt. Sie muss sich keine Sorgen machen, ob auch alles klappt und ob sie alles richtig macht, das wird sie nicht. Aber das ist auch egal, denn solange sie auf ihre Kinder hört und bereit ist mit diesen kleinen Händen in den ihren in eine neue Richtung zu gehen, kann gar nichts schief gehen.

Auch wenn mein Leben sich völlig umgekrempelt und auf den Kopf gestellt hat, bin ich dankbar, dass ich heute an keiner Kneipentheke mehr sitze, mit einem Guinness vor mir und Halsschmerzen vom rauchen, sondern hier in unserem Familienbett liege, mit zwei kleinen Heizungen neben mir, die mich eines Besseren belehrt haben!

Haben sich eure Ansichten auch verändert? Was wolltet ihr früher mal unbedingt tun oder lassen, wenn ihr Kinder habt?

Eure Denise