Sonnenschutz bei Kindern

Jedes Jahr das Gleiche: Die ersten Sonnenstrahlen kommen heraus und alle Mamaforen werden geflutet mit der Frage nach dem bestmöglichen Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder.

Wie bei vielen anderen ist auch dies ein sehr sensibles Thema und im Grunde kann man als Mutter nur die falsche Wahl treffen. So macht es zumindest den Anschein, wenn man den Kommentaren unter diesen Posts glaubt.

Kind auf keinen Fall eincremen und nur im Schatten aufhalten. Oder das Kind auf jeden Fall eincremen, aber nur mit unbedenklicher, veganer, ökologisch korrekter und Fairtrade gehandelter Sonnencreme. Ihr könnt hoffentlich meinen Sarkasmus verstehen.

Wie mit allen anderen Themen auch, muss man als Mutter nach bestem Wissen und Gewissen die Entscheidung für sein Kind alleine treffen. Um eine angemessene Entscheidung treffen zu können braucht man die nötigen Informationen. Ich möchte euch einen kurzen Überblick darüber geben, wie ihr eure Kinder vor Sonneneinstrahlung schützen könnt. Allerdings werde ich nicht sagen, dass dieses oder jenes Produkt das einzig wahre ist. Ich schreibe den Artikel, um Müttern und Vätern eine Möglichkeit zu geben, gut informiert zu sein und dementsprechend eine Entscheidung treffen zu können, die für euch angemessen scheint.

Babys im ersten Lebensjahr

Im ersten Lebensjahr sollte ein Baby so gut wie keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Grund dafür ist, dass die Haut der Babys noch sehr empfindlich gegenüber der UV-Strahlung ist. Der Eigenschutz der Haut von Babies im Hinblick auf UV-Strahlen wird erst in den ersten Lebensjahren allmählich aufgebaut.

Auch mit Sonnenschutz wie bspw. Schirm, Verdeck oder Sonnensegel sollte die pralle Sonne vermieden werden, damit es zu keiner Überhitzung des Kindes kommt.

Sonnencremes, die auf liposomalen oder chemischen Filtern basieren, sollten nicht verwendet werden. Die generelle Empfehlung lautet im ersten Lebensjahr: Keine Sonnencreme für die Babys verwenden. Die Haut der Säuglinge ist noch so dünn und lässt alle Stoffe durch, die auf die Haut kommen. Sie gehen von der Haut in den Blutkreislauf über. So können sie überall in den Körper des Kindes gelangen und sich dort auch ablagern.

Eine auf physikalischen oder mineralischen Filtern basierende Sonnencreme ist allerdings eine gute Alternative. Diese Sonnencreme besteht aus mikroskopisch kleinen Mineralteilchen (z.B. Zinkoxid). Diese ziehen nicht in die Haut ein, sondern bleiben auf der Hautoberfläche. Dadurch werden die Sonnenstrahlen bzw. UV-Strahlen direkt reflektiert. Es gibt allerdings auch Nachteile. Die Sonnencreme hinterlässt einen weißen Film auf der Haut und muss entsprechend dick aufgetragen werden. Zudem lässt sie sich meist nur schwer verteilen. Von den unschönen permanenten Flecken auf der Kleidung mal ganz abgesehen.

Kleinkinder, Vorschulkinder und Grundschulkinder

Mit Kleinkindern ist es recht schwierig ausschließlich im Schatten zu bleiben. Allerdings kann die Kinderhaut noch nicht so schnell und ausreichend Pigmente bilden, die als natürlicher Eigenschutz der Haut wirken. Und sie kann noch keine möglichen Schäden, welche von den UV-Strahlen verursacht werden, ausreichend „reparieren“. Dieser körpereigene Schutz wird erst im Laufe von Jahren entwickelt.

Kinder sollen und müssen an die frische Luft, um sich austoben zu können. Wie kann man seine Kinder nun sicher draußen spielen lassen? Es ist auch wichtig Kinder ohne Sonnenschutz spielen zu lassen, damit das für die Gesundheit des Kindes essenzielle Vitamin D gebildet werden kann.

Hier stellt der einfachste und wirksamste Sonnenschutz ein schattiges Plätzchen (dort ist die UV-Strahlung noch 50 %) und sonnengerechte Kleidung dar. Zudem sollten sich Kinder möglichst nicht zwischen 11 und 15 Uhr im Freien aufhalten.

Bei Kindern über 1 Jahr stellt sich nun die Frage, welche Sonnencreme man verwenden sollte:

Chemischer Filter

Die meisten Sonnencremes basieren auf chemischen Filtern. Ein chemischer Filter enthält zum Großteil ölige Substanzen, welche in die obere Hautschicht eindringen und die UV-Strahlen dort in Wärme umwandelt. Produkte mit chemischem Filter sollten 20 Minuten bevor es in die Sonne zum Spielen geht aufgetragen werden.

Liposomaler Filter

Die Teilchen bei einem liposomalen Sonnenschutzfilter mischen sich mit dem Hautfett und dabei wird ein Lichtschutzfaktor freigesetzt. Dieser Lichtschutzfaktor bleibt sechs bis zwölf Stunden stabil, wodurch der liposomale Sonnenschutz fast den ganzen Tag hält.

Allerdings gibt es Einwände, dass in dieser Art von Sonnencreme Stoffe enthalten sind, die hormonell wirken sollen. Es gibt verschiedene Studien, die aufzeigen, dass diese Art von Sonnencremes eine krebserregende Wirkung haben sollen.

Gewisse Sonnencremes haben chemische und physikalische Filter miteinander kombiniert in einer Sonnencreme.

Bitte seid auch bei bedecktem Himmel noch vorsichtig, da die UV-Strahlung auch an diesen Tagen noch bei 80 Prozent liegen kann.

Welchen Lichtschutzfaktor ist für Kinder angebracht?
Da ich oben schon angeführt habe, dass die Kinderhaut fast keinen Eigenschutz hat, ist es angebracht einen hohen Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50 zu wählen.

Weitere Schutzmaßnahmen neben Sonnencreme
Es ist ratsam seinem Kind einen Hut aufzuziehen. Diese haben oft einen Schirm, um die Augen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, da die Hornhaut auch durch UV-Strahlung geschädigt werden kann. Ein Nackenschutz am Sonnenhut ist eine weitere gute Möglichkeit einen sensiblen Körperbereich des Kindes zu schützen. Auch schützt ein Sonnenhut die Kinder vor einem möglichen Sonnenstich, welcher durch zu starke und direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf zustande kommen.

Mittlerweile gibt es viele Geschäfte, die UV-Kleidung verkaufen. Diese können eine gute Alternative sein. Ich habe sie gekauft, damit mein Sohn sie im Sommer beim Plantschen im Wasser tragen kann. Denn im Wasser werden die Sonnenstrahlen reflektiert und können so noch mehr Schaden anrichten.

Im Grunde ist wohl keine Sonnencreme wirklich unbedenklich. Chemische wie liposomale Filter können krebserregende Stoffe beinhalten. Ohne Sonnenschutz in die Sonne zu gehen verursacht Sonnenbrand – eine Schädigung der Haut und DNA. Die Haut der Kinder baut den eigenen Sonnenschutz erst im Laufe der ersten Lebensjahre auf. Daher ist bei Kindern in dem Alter der Sonnenbrand noch gefährlicher, da die Haut sich noch nicht ausreichend selbst schützen kann. Daher ist die Gefahr Hautkrebs zu bekommen sehr immanent. Allerdings ist die Haut der Kinder auch noch recht dünn, weshalb sie Schadstoffe über die Haut ungefiltert in den Blutkreislauf aufnehmen kann und sich diese Stoffe so im ganzen Körper verteilen.

Hier zeigt sich wieder, dass man als Eltern die Qual der Wahl hat. Die Wahl zwischen Pest und Cholera. Es gibt kein ABSOLUT Richtig oder ABSOLUT Falsch. Am Ende müssen wir die Entscheidungen, die wir für unsere Kinder treffen, vertreten können. Es muss nicht jeder verstehen, warum wir so handeln. Das sollte nicht unser Anspruch sein.

Mich interessiert brennend, wie ihr es mit dem Sonnenschutz handhabt!

Eure Vanessa