Was Kinder brauchen

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Wenn man Eltern wird, hat man in der Regel gewisse Vorstellungen, wie es mit Kind(ern) werden soll, wie man das Leben meistern möchte, was man dem Kind alles bieten möchte.

Gerade das „Ich muss doch meinem Kind auch etwas bieten können“ hört man immer wieder.

Ich meine: Jein.

Klar, die Grundversorgung mit Kleidern, Essen, Trinken, eine saubere Wohnung, all das sollte sicher gegeben sein, auch wenn diese Dinge leider nicht mehr immer alltäglich sind.

Aber: Muss es dreimal im Jahr ein Urlaub auf den Seychellen sein, im Winter 2 Wochen Skiferien und mehr Spielzeug als ein Spielwarenladen?

Muss jeder Tag genau durchgeplant und durchgetaktet sein? Muss jedes Wochenende etwas „Besonderes“ unternommen werden?

Für mich gibt es in diesem Fall ein ganz klares „Nein!“

Weniger ist manchmal mehr.

Wie unsere Stammleser sicher wissen, ist bei uns durch die Firma immer Action, immer etwas los und ich muss oft viel arbeiten. Dass ich meine Kinder mit ins Büro nehmen kann, spielt in diesem Fall gar keine Rolle, sie sind zwar dann bei mir, aber ich habe dennoch nicht wirklich Zeit für sie und sie sind eben nicht zu Hause, sie müssen sich mit den Gegebenheiten im Büro arrangieren und nach dem fünften Ausmalbild wird natürlich auch das Malen irgendwann langweilig.

An den Wochenenden haben wir immer genug an Haus und Garten zu erledigen, der Haushalt und die Wäsche wollen gemacht werden, der Großeinkauf steht an und so weiter und so fort. Kennt jeder!

Die Oma möchte ihre Enkel natürlich auch sehen, also fahren wir im Schnitt alle 3 Wochen zur Oma, die eine Stunde von uns entfernt wohnt. Für mich ist das zwar immer wieder wie ein Tag Urlaub, da ich nicht kochen muss, die Oma hat Kuchen gebacken und verwöhnt uns. ABER wir sind eben nicht zu Hause.

Gefühlt sind wir also immer unterwegs, am Machen, am Tun und ständig unter Strom.

Dazu das schlechte Gewissen den Kindern gegenüber, weil sie oft quasi nebenher gelaufen sind und man nichts unternommen hat.

So schlug ich neulich meiner Tochter, die unter der Woche nach dem Kindergarten grundsätzlich fragt, was wir denn unternehmen würden, einige Wochenendaktivitäten vor, die sie aber alle ablehnte. Nicht mal Essen gehen wollte sie, wir sollten lieber etwas bestellen. Sie habe so gar keine Lust, irgendetwas zu unternehen, am liebsten würde sie in ihrem Zimmer ein Hörspiel hören.

So blieben wir also das Wochenende komplett zu Hause, und da das Wetter so schön war, waren wir viel im Garten.

Samstags lief alles nebenbei, wir waren einkaufen, ich machte den Haushalt und alles, was sonst zu tun war. Aber alles in Ruhe, ohne Hektik, ohne Stress, ohne ein: „Schnell, wir müssen noch….“

Der Sonntag wurde noch gemütlicher als der Samstag. Wir gammelten nur rum, wir MUSSTEN nichts tun, nur atmen. Irgendwann warfen wir den Grill an, grillten gemütlich, hingen in den Liegestühlen, dann auf der Couch, die Kinder durften TV schauen, ich las, mein Mann hörte Musik.

Dieser Tag war so friedlich, es wurde keiner laut, die Kinder waren zufrieden, uns um sich zu haben und nichts zu müssen, nur zu dürfen. Keiner hatte an diesem Tag irgendwelche Erwartungen an den anderen, jeder tat das, was er wollte. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal im Beisein meiner Kinder so lange am Stück lesen konnte wie an diesem Tag, aber es müsste so um die Stillzeit meiner Tochter vor sechs Jahren gewesen sein 😉

An diesem Sonntag konnte unsere komplette Familie so richtig Kraft und Energie tanken.

So komme ich zurück zur Überschrift: „Was Kinder wirklich brauchen“

Kinder brauchen keine materiellen Dinge, um glücklich zu sein! Kinder brauchen ihre Eltern um sich herum, brauchen Zeit für sich selbst im sicheren Hafen ihrer Familie und brauchen nach einer Woche im Kindergarten ebenso wie wir Eltern am Wochenende ihre Erholungspausen und Zeit für sich, um die Seele baumeln zu lassen.

Es muss kein Besuch im Tierpark, in der Eisdiele oder auf dem Jahrmarkt sein.

Ein Sonntag im Kreise der Familie reicht oft völlig aus .

Konntet ihr auch schon die Erfahrung machen, dass weniger oft mehr ist?

Liebe Grüße

Nadine

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