Stillen an heißen Tagen

baby tee, baby waster, durst, braucht ein stillbaby wasser

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Der Sommer ist endlich da und die Temperaturen klettern bereits auf über 30°C. Viele Mamas fragen sich, ob “nur Stillen” ihrem Baby bei diesen Temperaturen noch ausreicht oder ob sie nicht doch etwas Wasser verabreichen sollten. Eines kann ich gleich zu Beginn verraten: Solange ihr euer Baby nach seinem Bedarf stillen lasst, benötigt es keine weitere Flüssigkeit.

Muttermilch ist ein prima Durstlöscher, da sie zum Großteil aus Wasser besteht. Außerdem sind in ihr essentielle Mineralien und Vitamine enthalten, so dass euer Baby mit allen lebensnotwendigen Stoffen bestens versorgt wird. Zudem ist Muttermilch niemals zu dünn oder zu dick. Alle Bestandteile der Muttermilch sind optimal auf die Bedürfnisse eures Babys abgestimmt.

An heißen Tagen ist es vollkommen normal, wenn euer Baby häufig, aber dafür nur wenige Minuten stillt. Das nennt sich Clustern (engl. Anhäufung). In besonders heißen Gegenden der Erde bekommen Babys durchschnittlich alle 20 Minuten die Brust angeboten. Auch wenn das sehr viel klingt, die einzelnen Stillmahlzeiten sind wirklich nur ganz kurz. Aber euer Baby bekommt auf diese Weise ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt und regelt so selbst seine Flüssigkeitszufuhr. Der Fettgehalt der Muttermilch steigt mit der Dauer einer Stillmahlzeit. Mit dem kurzen Stillintervall löscht euer Baby also seinen Durst.

Viele Mütter haben Angst, dass ihre Neugeborenen verdursten könnten und geben ihnen deshalb extra Wasser oder Tee. Der Organismus so kleiner Babys ist dafür jedoch nicht ausgelegt. Die  jungen Nieren sind darauf programmiert Muttermilch optimal zu verwerten. Wasser, Tee, aber auch falsch dosierte Muttermilchersatznahrung können sie unter Umständen sogar schädigen. Auch der Magen eures Neugeborenen ist noch verhältnismäßig klein. Wasser oder Tee füllen ihn zwar, versorgen aber euer Baby nicht mit den Nährstoffen, die es für sein Wachstum benötigt. Zudem führt dieses “falsche” Sättigungsgefühl dazu, dass euer Baby nicht mehr so häufig an die Brust will. Daraus resultierend kann eure Milchmenge zurückgehen und euer Baby nimmt weniger an Gewicht zu.

Trinkt man zu viel Wasser, kann es unter Umständen auch zu einer Wasservergiftung (hypotone Hyperhydration) kommen. Dies geschieht, wenn der Körper durch Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert und diese dann nur durch salzarme Flüssigkeit (z. B. Wasser) ersetzt werden. Der Natriumgehalt des Blutes vermindert sich und es kann zu Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und im schlimmsten Fall zu Organschäden durch den Natriummangel (Hyponatriämie) kommen. Muttermilch ist im Grunde eine Art isotonischer Durstlöscher. Das bedeutet, sie versorgt euer Baby mit allem, was es braucht. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Im übrigen ist es ein Irrglaube, dass wenn Frau viel trinkt, sie dann auch viel Milch bildet. Es kann eher gegenteilig sein. Trinkt man sehr viel, scheidet man nur mehr Urin aus. Dennoch sollte Frau darauf achten ausreichend zu trinken. Meist wird empfohlen zu jeder Stillmahlzeit ein Glas Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Denkt dran: Nicht die Zeit bestimmt, wann euer Baby hungrig oder durstig ist.

Vertraut auf euren Körper!

Eure Anke

 

BONUS: Schaut auch mal hier und erfahrt mehr über Stillmythen