Was ist Zuhause

Heimat finden, sich nieder lassen, umziehen wegen der familie
Heimat finden, sich nieder lassen, umziehen wegen der familie
Wo ist man eigentlich zu Hause? Wo hat man sein Zuhause? Was ist Zuhause? In meinem Fall war das bis dato immer etwas schwierig, denn meine Familie und ich leben in Rheinland-Pfalz, meine Eltern, Großeltern und auch ein Teil meiner Freunde in Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr bin ich schon das 11. Jahr hier.
Damals hat es mich beruflich hier her verschlagen. Ich habe Freunde gefunden und mittlerweile auch eine eigene Familie gegründet. Für mich war immer klar, ich gehe irgendwann zurück. Doch nun nicht mehr.
Jetzt war ich wieder zwei Wochen in meiner Heimat. Es war sehr schön, doch ich habe auch gemerkt wo mein Herz hingehört. Und das ist jetzt meine neue Heimat, denn hier ist jetzt nicht mehr nur mein Zuhause, sondern auch meine Heimat geworden. Meine Heimat im Herzen wird immer der Osten bleiben.
Es ist nicht einfach. Ich war immer hin und her gerissen. Meine Mama und mein Papa leben immer noch im Osten. Sie würden ihre Enkelkinder auch sehr gern öfter sehen. Das verstehe ich. Ich würde es auch gern anders haben. Doch jetzt, 11 Jahre nachdem ich weggegangen war, habe ich hier die Wurzeln ausgestreckt, habe mich verankert. Meine Kinder leben hier und lieben hier.
Es ist oft nicht einfach, weil ich auf die Hilfe von meinen Eltern nicht zurückgreifen kann. Ich oftmals Heimweh habe. Wenn der Große nach seiner Oma fragt, bricht es mir das Herz, wenn wir nicht direkt hinfahren können. Auch die lange Autofahrt von 5h ist für die Jungs nicht leicht. Dennoch, wir telefonieren jeden Tag, machen Videotelefonie und nehmen so am Leben des jeweils anderen aktiv Teil trotz das uns hunderte Kilometer trennen. Omazeit ist dann Exklusivzeit und auch toll. Alle 6-8 Wochen sehen wir uns. Denn das brauche ich, das brauchen die Jungs.
Geht es euch auch so? Habt ihr eure Eltern in der Nähe oder müsst ihr viel allein stemmen?
Seid ihr angekommen oder noch nicht verwurzelt?
Eure Franzi

1 Kommentar

  1. Hi Franzi,
    ich würde nach „zu Hause“ und „Heimat“ unterscheiden. Meine Heimat ist wie bei dir der Osten und wird es auch immer bleiben. Gar nicht mal nur eine bestimmte Stadt – auch die Orte, wo meine Großeltern und Verwandten wohnen, bedeuten für mich Heimat. Mein zu Hause ist dort ganz klar nicht mehr und wird es auch nicht mehr sein. Ich lebe – wie du – seit 10 Jahren nicht mehr in meiner Heimat und komme eher selten. Wir müssen hier auch viel allein stemmen und können nicht einfach auf Omi und Opi zurückgreifen. Einerseits ist das ein gutes Gefühl zu wissen, man schafft es, anderseits ist es oft eine Zerreißprobe – gerade wenn man berufstätig ist. Ich versuche meine Tochter öfter mal „runter“ zu bringen, sodass sie auch mal Zeit mit Omi ohne mich hat – was beiden sehr gut tut.
    Momentan fühlen wir uns in Hamburg zu Hause. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich dieses Gefühl auch in anderern Städten einstellen könnte. Dann wäre Hamburg eben die zweite Heimat 😉

    Lieben Gruß, Anna

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