Abnabelung – Wenn Mama plötzlich loslassen muss

 

Eigentlich dachte ich immer, dass meine Tochter sehr lange auf mich angewiesen sein würde und ich wollte mich zu 100% darauf einlassen, immer für sie da sein, wenn sie mich braucht. Tja, und wieder einmal kam alles anders. Jetzt ist meine Kleine schon 9 Monate alt und zeigt mir immer mehr, wie selbstständig sie schon ist und dass sie ihre Mama gar nicht immer braucht. Sie spielt allein und sie schläft allein.

Angefangen hat alles genau so, wie ich es erwartet hatte. Als sie geboren wurde, brauchte sie sehr viel Nähe. Ursprünglich wollten wir sie im Beistellbett schlafen lassen, aber egal wie tief sie eingeschlafen war, sobald wir sie ablegten, fing sie bitterlich an zu weinen. Ich konnte es nicht ertragen, sie so verzweifelt zu sehen und so schlief sie auf meinem Bauch in unserem Bett. Das ging dann zwei Monate so, bis sie plötzlich nur noch in meinem Arm schlafen wollte. Zugegeben, das hat mich sehr traurig gemacht, aber sie wollte es so. Doch auch in meinem Arm hielt sie es nicht mehr lange aus. Allgemein wurde sie nachts immer unruhiger und wachte recht schnell auf, wenn sich einer von uns im Schlaf bewegte. Also entschlossen wir uns, sie ins Beistellbett zu legen.

Das klappte auf Anhieb sehr gut und unsere Nächte wurden schlagartig entspannter. Sie schlief wesentlich länger durch und vor allem ruhiger. Da war sie gerade 3 ½ Monate alt.

Als sie ca. 7 Monate alt war, wurde sie nachts wieder furchtbar unruhig. Sobald wir zum Schlafen ins Zimmer kamen oder uns nachts drehten, wurde sie aus ihrem Schlaf gerissen. Nachdem wir insgesamt 6 Wochen mindestens jede Stunde wach wurden, war klar, dass wir etwas ändern mussten. Schweren Herzens legten wir unsere Tochter dann mit 8 Monaten in ihr eigenes Zimmer, wo ihr größeres Bett bereits stand. Und wieder einmal zeigte sie uns, wie gut sie schon alleine klar kommt. Die Nächte wurden wieder ruhiger und unser Kind war wesentlich ausgeglichener. Es gab nicht einen Tag seitdem, an dem ich das Gefühl hatte, sie kommt mit dem Schlafen im eigenen Zimmer nicht klar. Nur mir ging die neue Situation lange an die Nieren, weil ich mir trotz High-Tech-Babyphone unglaubliche Sorgen um sie gemacht habe.

Immerhin bleibt uns morgens ein wenig Zeit zum kuscheln, denn wenn sie wach ist, hole ich sie zu uns ins Bett und dann wird in Ruhe gestillt und entspannt in den Tag gestartet. Manchmal schlafen wir beide dabei auch nochmal ein, ganz nah beieinander.

Mit ihren gerade einmal 9 Monaten, weiß meine Kleine schon ziemlich genau, was sie will und was sie braucht. Sie schläft allein, weil sie das möchte. Auch wenn mich viele Vorwürfe von anderen Leuten sehr hart getroffen haben, die meinten, dass man ein Baby nicht so früh „ausquartieren“ dürfe… Ich habe mich den Bedürfnissen meiner Tochter angepasst, denn bedürfnisorientiert heißt nicht zwangsläufig Familienbett, es heißt nicht jede Minute Nähe und es heißt vor allem nicht einen bestimmten Weg verfolgen. Es heißt, den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden. Und unsere kleine Große hat uns sehr deutlich ihr Bedürfnis nach nächtlicher Ruhe gezeigt.

Wenn sie ihre Mama braucht, dann ruft sie mich oder für eine Kuscheleinheit zu mir krabbelt, legt ihren Kopf auf mir ab und guckt mich mit großen, verliebten Augen an. Das lässt mich alle Sorgen und Zweifel vergessen und zeigt mir, dass wir alles richtig gemacht haben. Unsere Tochter weiß, dass wir immer für sie da sind, wenn sie uns braucht.

Habt auch ihr das Gefühl, dass sich eure Kleinen bereits von euch abzunabeln? Wie geht es euch damit?

Eure Sabrina