Gedanken zum 4. Geburtstag

 

Vor der Geburt hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie es sein würde, Mutter zu sein. Über Sprüche, wie: „Warte erst mal ab, es wird ganz anders, als du es dir vorstellst“! konnte ich nur lächeln. Schließlich war ich bestens vorbereitet und mit allerlei nützlichen Dingen ausgestattet.

Dann wurdest Du geboren – und natürlich war alles, aber auch absolut alles, komplett anders, als ich es mir in meinen kühnsten Träumen ausgemalt hatte. Denn plötzlich hatte ich einen 24-Stunden-Job, 7 Tage in der Woche. Keinen Urlaubsanspruch und das auf unbegrenzte Zeit. Vom Schlafentzug gar nicht zu reden. Außerdem warst du kleines Wesen so völlig schutzlos und konntest uns nur durch Schreien mitteilen, wenn etwas nicht in Ordnung war. Tagelang und nächtelang habe ich dich nur getragen, weil du immer in Bewegung und auf dem Arm sein wolltest. Weder Kinderwagen noch Tragetuch (erst später) hast du akzeptiert. Auch geschlafen hast du tags wie nachts nur auf oder zumindest dicht an mir. Ich erinnere mich an deine ungleichmäßige Atmung in den ersten Wochen und die Erleichterung darüber als uns die Hebamme erklärte, dies sei am Anfang normal. Wie oft ich dich nachts ansah und überprüfte, ob du überhaupt noch atmest. Immer in Sorge, ob du dich auch gut entwickelst. Da ich nicht so ohne weiteres schwanger werden konnte und du dann auch noch per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden musstest, war ich mir zu jeder Sekunde bewusst, was für ein wertvolles Geschenk ich bekommen hatte und dass ich alles in meiner Macht stehende tun würde, um dich zu beschützen.

So vergingen die Wochen und Monate…

Richtig schön wurde es, als du anfingst zu sprechen und dich mehr und mehr verständlich machen konntest. Du warst von Anfang an ein sehr empfindsames Kind, dass viel Nähe und Gewohnheit brauchtest. Anderen Menschen gegenüber warst du sehr skeptisch und es dauerte seine Zeit bis du weitere Bezugspersonen außer deinem Papa und mir in dein Leben ließest. Umso wichtiger ist dir mittlerweile deine komplette Familie und unser Bekanntenkreis. Du bist sehr kontaktfreudig und kommunikativ geworden, aber immer mit der Rückversicherung, dass Papa und ich dich begleiten.

Nach vier Jahren kann ich nur sagen: Mutter sein ist so viel anstrengender, als ich mir je hätte vorstellen können!!! ABER: Es ist sooo wundervoll wie nichts anderes und der absolute Sinn meines Lebens. Ich denke oft darüber nach, was gewesen wäre, wenn es mit der Schwangerschaft nicht geklappt hätte. Mein einziger Trost ist, dass man ohne jemals ein Kind geboren zu haben einfach keine Vorstellung von dieser intensiven Art von Beziehung zwischen Eltern und Kind hat und diese dementsprechend auch nicht vermissen kann. Ich danke jeden Tag für dich, du wunderbare Tochter, die wir bekommen haben und genieße jede gemeinsame Sekunde mit dir.

Wir möchten dir so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit schenken, dich in deinem ganz eigenen Tempo und Rhythmus entwickeln lassen. So wenig vorgegebene Termine wie möglich, dich einfach Kind sein lassen. Spätestens mit dem Schulbeginn fängt so oder so der Ernst des Lebens an.

Vier Jahre, kaum zu glauben, dass aus dem kleinen, hilflosen Baby nun so ein großes, selbstständiges Mädchen geworden ist. Bitte bleibe immer so wissbegierig, begeisterungsfähig, kreativ und liebevoll – dann kannst du dazu beitragen diese Welt etwas besser zu machen!

Happy Birthday!

Deine Mama Rebekka