Verbündete

Auf der Suche nach Müttern, die verstehen, wenn man einen anderen Weg geht. Schon lange habe ich den Kontakt zu einer Bekannten intensiver gepflegt, als ich hörte, sie sei schwanger. Ihr Baby sollte ca. 7-8 Wochen nach meinem zweiten Sohn geboren werden.
Als die Babys auf der Welt waren, stand für uns fest, wir müssen uns treffen. Wir verfolgten das Leben der jeweils anderen im Internet und per WhatsApp, da uns einige hundert Kilometer trennen. Jetzt, am 01.06.17 war es endlich so weit.
Wir trafen uns auf der Straße, da ihre kleine Maus ein kleines Schläfchen in der Babytrage hielt. Mein Speckbaby schlief noch im Auto, so wartete ich bis er aufwachte und band ihn mir ebenfalls an den Körper. Endlich mal nicht die Frage, wo denn mein Kinderwagen sei! Klar, den haben wir auch, den nutzt aber ausschließlich der Große. Nicht weil ich ihn ablehne, sondern das Speckbaby schlichtweg noch nie drin lag und ich einfach bei gut bewährten Mitteln bleibe.
Wir gingen spazieren und ich spürte gleich, dass ich mich wohl fühlte. Kein Erklären, warum und wieso man etwas macht oder eben auch nicht macht, einfach anders macht. Für mich begann der bedürfnisorientierte Weg erst mit dem zweiten Kind. Vorher lebten wir zwar schon in einigen Punkten bedürfnisorientiert, doch noch lange nicht so wie jetzt. Für sie stand es quasi schon vor der Geburt fest! Einfach nur toll.
Wir redeten viel, tauschten uns aus. Sie erzählte mir auch von unschönen Erlebnissen, die sie noch weiter verarbeiten muss und ich hörte einfach nur zu.
Ich bin nach knapp 2 Stunden wieder gefahren, da der Süßfisch auf den Mittagsschlaf mit Mami wartete. So ein wahnsinnig positives Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr. Ich bewundere ihre Gelassenheit mit dem ersten Kind, sie macht das alles so intuitiv richtig und wirkt dabei tiefenentspannt. Der Abschluss meines Heimataufenthalts war einfach nur perfekt! Ich habe nämlich auch gesehen, dass noch lange nicht alle diesen Weg gehen und ihn auch gar nicht verstehen werden oder wollen.
Sie hat mich wieder weiterhin bestärkt, dass das “unser Weg” ist.
Wie geht es euch? Seid ihr in eurem Umfeld eher allein mit AP? Wünscht ihr euch mehr verstanden? Oder habt ihr euch schon gefunden und seid ein kleiner, bedürfnisorientierter Kreis?
Eure Franzi