Papa kann das auch

Papa ist der beste

Papa ist der beste

Liebe Mamas, Hand auf’s Herz: Wie geht es euch, wenn euer Baby alleine mit dem Papa ist?

Gehört ihr zu den entspannten Mamas, die komplett abschalten können, wenn sie mal Baby-frei haben? Oder habt ihr euer Handy allzeit griffbereit und linst heimlich alle 5 Minuten darauf, in Erwartung des potentiellen Hilferufes?

Ich persönlich siedele mich irgendwo dazwischen an. Es kommt auf die Situation an und darauf, wie lange ich weg bin/muss. Nach zwei Stunden steigt auch meine Nervosität, denn dann nähert sich langsam der nächste Hunger und da hilft der Papa bekanntlich wenig. Aber auch, wenn die Situation neu für unsere Tochter ist, bleibe ich – nicht absichtlich – in Alarmbereitschaft. Man weiß ja schließlich nie.

Aber warum ist das so? Warum fällt es uns Mamas manchmal schwer, es dem Papa zu überlassen? Und was macht es mit den Papas, wenn wir so sind?

Mal unter uns gesagt: Meistens sind es wir Mamas, die den ganzen Tag mit dem Baby verbringen. Wir haben für alle 24 Stunden des Tages einen Ablauf. Da kann es schon komisch sein, wenn man plötzlich Baby-frei hat, weil der Papa übernimmt. Oft fällt es nicht so leicht, zwischen Mama-Pflichten und Freizeit hin und her zu schalten. Mir geht es schon manchmal so, wenn unsere Tochter abends im Bett ist und schläft. Den ganzen Tag denke ich darüber nach, was ich abends alles tun will, wenn ich dann „frei“ habe und dann weiß ich gar nichts mit mir anzufangen, wenn es wirklich so weit ist. Ich ertappte mich dabei, darauf zu warten, dass unsere Tochter aufwacht.

Überall hört und liest man vom Mutterinstinkt, der uns auf geheimnisvolle Art und Weise verrät, was wir tun müssen, damit es unserem Baby gut geht. Diese Erwartungshaltung setzt viele Mamas sehr unter Druck, wenn sie ihr nicht gerecht werden. Manchmal hat man das Gefühl, man muss sich als Mama beweisen. Sei es vor der eigenen Mutter, der Schwiegermutter, den Freundinnen oder den anderen Mamas aus der Krabbelgruppe.

Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich habe noch niemals etwas vom Vaterinstinkt gehört. Stattdessen höre ich öfter Sätze wie „Na der Papa traut sich aber was“ oder „Du hast dein Baby beim Papa gelassen? Machst du dir da keine Gedanken?“. Die Erwartungshaltung der Gesellschaft an die Väter scheint leider noch immer zu sein, dass der Papa jemand ist, dem man auf die Finger schauen muss, wenn er sich um das Baby kümmert.

Mein Mann wurde am Anfang direkt ins kalte Wasser geschmissen und musste Dinge wie wickeln, anziehen und herumtragen besonders die ersten Lebenstage unserer Tochter alleine übernehmen, da ich mich nicht richtig bewegen konnte. Er hatte gar keine andere Wahl, als diese Aufgaben alleine zu übernehmen, was ihn einerseits erschreckte, andererseits ihm aber großes Selbstvertrauen gegeben hat. Er konnte alleine lernen, mit unserer Tochter umzugehen, und ich konnte lernen, ihm das zuzutrauen. Abgesehen davon werden wir Mütter auch nicht mit dem allumfassenden Wissen geboren, wie man ein Baby versorgt, sondern wir müssen auch in diese Rolle hineinwachsen und es lernen. Das ist völlig in Ordnung.

Ich glaube, dass wir den Papas allgemein viel mehr zutrauen sollten im Bezug auf ihre Babys. Nein, ich denke sogar, es sollte genauso selbstverständlich und kein Grund zu verwunderten Fragen sein, dass die Väter eben all das tun, was man mit einem Baby tun muss.

Wir Mamas haben das Baby 40 Wochen in uns getragen und es rund um die Uhr gespürt. Da fällt es schon schwer, plötzlich los zu lassen. Aber die Papas brauchen auch ihre Exklusiv-Zeit mit ihrem Kind ohne eine Mama, die prüfend daneben steht und kommentiert, was ihr nicht gefällt. Ja, dann ist das Baby eben mal so angezogen, wie ich als Mama es nicht angezogen hätte. Ja, dann sitzt die Windel eben meiner Meinung nach mal schief. Tut sie das denn nie, wenn ich gewickelt habe? Oft sind wir bei uns selbst betriebsblind und sehen Dinge nicht, die uns bei anderen sofort auffallen.

Wir Mamas haben in der Regel einfach mehr Zeit, um in unsere neue Rolle hinein zu wachsen, denn wir sind immer beim Baby. Der Papa muss irgendwann wieder arbeiten gehen. Dadurch haben wir einen kleinen Vorsprung, wir entwickeln unsere Routine und unsere Strategien. Genau diese Möglichkeiten brauchen die Papas auch. Wenn das Baby mal meckert, während der Papa es wickelt, sollten wir nicht sofort hinstürmen, um zu sehen, was los ist. Der Papa braucht die Möglichkeit zu lernen, mit dieser Situation umzugehen und seinen eigenen Weg zu finden.

Unsere Männer brauchen das Gefühl, dass wir es ihnen zutrauen, dass es normal ist, was sie tun. Und uns Mamas kommt das genauso zu Gute, denn wenn Papa und Baby entspannt miteinander sind, können wir uns eine kleine Auszeit gönnen.

Wie ist es bei euch? Lasst ihr die Papas problemlos machen oder fällt es euch eher schwer, los zu lassen? Wie habt ihr es geschafft, dass es euch leichter gefallen ist? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Eure Laura