Mütter haltet doch einfach zusammen!

mommy wars 2
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Ich muss mir jetzt einfach mal Luft machen! In letzter Zeit lese ich online vermehrt in bedürfnisorientierten Gruppen mit. Mir fällt dort immer wieder auf, dass man automatisch bedürfnisorientiert lebt, wenn man stillt, trägt und im Familienbett schläft. Soweit so gut. Das wirft nur schon meine erste Frage auf. Warum werden Mütter, die nicht stillen – aus welchen Gründen auch immer – in eine andere Schublade gesteckt? Mütter haltet doch einfach zusammen!
Eine Freundin von mir, hat alles versucht! Bei beiden Kindern, mit Brusternährungsset, etc. über Monate hinweg! Es war ein Kampf! Für Mutter und Kind! Als sie dann auf das Fläschchen umgestiegen ist, war alles gut! Der Druck fiel von allen ab. Kind glücklich, Mami glücklich. Ist das nicht auch bedürfnisorientiert? Geht es nicht darum, dem Bedürfnis des Kindes zu folgen?
Genauso lese ich immer wieder, sogar von Frauen, die noch gar kein Kind haben, „also wir holen uns keinen Kinderwagen, wir wollen nur tragen.“ Äh, bitte warum? Der Süßfisch schlief mindestens genauso gern im Kinderwagen wie in der Trage. Sein Bedürfnis änderte sich! Am Anfang liebte er es getragen zu werden, später fand er den Kinderwagen unglaublich toll! Also, why not? Mein Speckbaby hingegen kennt den Kinderwagen nur vom Sehen, dennoch würde ich mir nicht im Entferntesten anmaßen zu behaupten, dass ich deswegen, weil ich ihn ausschließlich trage, eine bessere oder bedürfnisorientiertere Mutter bin als Andere.
Dazu habe ich kein Recht! Wenn die Kinder doch den Kinderwagen mögen? Das machen sehr viele! Und sind wir mal ehrlich, ich schleppe gerade mein 10 Kg Baby bei 30 Grad! Es gibt echt Besseres als Schweiß auf Schweiß.
Und dann das leidige Thema Fremdbetreuung unter 3 Jahren…Es ist wunderbar, wenn man die Möglichkeit hat und diese auch haben möchte, sein Kind bis zum 3. Lebensjahr oder sogar darüber hinaus, daheim zu betreuen. Super. Wer das möchte und kann, gern. Das Speckbaby wird auch erst mit 3 in den Kindergarten gehen- der Süßfisch ging mit 2,5 Jahren.
Es gibt aber eben auch das Bedürfnis des „Arbeiten-Gehen-Wollens“! Eine Mutter hat auch Bedürfnisse! Ist sie deswegen eine schlechtere Mutter? Natürlich überwiegt das Bedürfnis des Kindes, keine Frage. Aber eine ausgeglichene Mutter ist in jedem Fall eine gute Mutter. Bei manchen Familien spielt eben das Geld eine wichtige Rolle. Zurecht! Es ist ok! Warum müssen sich dann Mütter anhören, wenn sie wieder des Geldes wegen arbeiten gehen wollen, das sie verzichten sollen!
Man braucht kein Haus, keinen Garten, kein zweites Auto, keinen Urlaub. Sicherlich nicht, aber dennoch, Bedürfnisse sind verschieden! Warum muss ich mir anmaßen über das Leben anderer zu entscheiden und mich gleichzeitig in den Himmel loben, dass ich eine ach Gott so gute Mutter bin?!?
Das verstehe ich nicht! Kann ich denn wirklich nicht nach links und rechts gucken? Gibt es wirklich nur den EINEN Weg? Ist es nicht viel besser zusammenzuhalten?! Gemeinsam vielleicht sogar neue Wege zu beschreiten?
Puh, jetzt habe ich mir wirklich Luft gemacht. Ich möchte damit nur sagen, dass jede Mutter versucht das Beste zu geben ( ja, sogar die, die nicht bedürfnisorientiert leben) und das man doch einfach Verständnis und Empathie in einer solch egoistischen Zeit walten lassen sollte.
Haltet zusammen! Niemand ist perfekt!
Wie geht’s euch damit? Habt ihr auch solche Aufreger? Erzählt mal! Ich bin gespannt.
Eure Franzi