Vergiftungen bei Kindern

gift notrufnummern

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Je älter (Klein)Kinder werden, desto mobiler werden sie. Doch die Schritte in die Selbstständigkeit bringen auch Gefahren mit sich, wenn der Körper schon kann, der Kopf aber noch nicht. Kinder haben im Gegensatz zu uns Erwachsenen noch kein Bewusstsein dafür, was gefährlich ist und was nicht. Gerade in den ersten Lebensjahren ist deshalb die Gefahr von Vergiftungen bei Kindern nicht zu unterschätzen.

Eine Vergiftung bei Kindern erfolgt aus Unwissenheit und häufig in einem von Eltern unbeobachteten Moment. Umso wichtiger ist es, eine Vergiftung auch als solches zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Am häufigsten Vergiften sich Kinder durch Reinigungsmittel, Medikamente und Giftpflanzen.

Anzeichen

Zeigt das Kind folgende Anzeichen, können (müssen aber nicht zwangsläufig!) diese auf eine Vergiftung hinweisen:

  • Das Kind fühlt sich plötzlich unwohl
  • Erbrechen, Übelkeit und/oder Durchfall
  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Krämpfe
  • Zittern
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Verwirrtheit und/oder Halluzinationen
  • Plötzliche und/oder große Müdigkeit
  • Veränderte Pulsgeschwindigkeit
  • Bewusstlosigkeit
  • Atem, Herz- und/oder Kreislaufprobleme
  • Hautreaktionen wie Ausschlag, rote Haut oder Blässe

Die Symptome müssen dabei nicht zwangsläufig sofort auftreten. Gerade bei Lebensmittelvergiftungen oder Vergiftungen durch Pflanzen kann die Inkubationszeit zwischen wenigen Minuten und mehreren Tagen liegen. Hinzu kommt, dass es dem Kind nicht bewusst ist, dass es sich vergiftet hat. Sollte sich das Kind plötzlich unwohl fühlen und bemerken Sie Änderungen seiner körperlichen Verfassung, sollten Sie eine Vergiftung nicht ausschließen und hellhörig werden. Besonders in fremden Haushalten lauern Gefahren wie Medikamente und Pillen in Nachttischen, nicht weggeschlossene, für Kinder erreichbare Chemikalien und auch beim Ausflug in die Natur gibt es leider einige Pflanzen, die für Kinder aufgrund ihres Farbe oder ihres Geschmackes interessant, aber leider sehr giftig sind.

Handeln Sie nicht überstürzt!

Welche Maßnahmen Eltern bei einer Vergiftung selbst ergreifen können, hängt von der Art der Vergiftung ab. Was bei der einen Vergiftung richtig und gut ist, kann bei einer anderen alles noch schlimmer machen. Während Erbrechen bei Medikamentenvergiftungen (wie beispielsweise durch Schlafmittel) sinnvoll sind, kann es bei schaumbildenden oder ätzenden Vergiftung schlimme Folgen haben, insbesondere wenn die Substanz durch das Herbeiführen von Erbrechen dabei in die Lunge gerät. Rufen Sie deshalb am besten immer zuerst eine der Giftnotrufnummern an, bevor Sie selbst Maßnahmen ergreifen.

Selbst Ärzte und Notärzte holen sich im Falle des Falles Informationen über die entsprechende Vergiftung bei diesen Anlaufstellen. Sollte Ihr Kind sich vergiftet haben, zögern Sie deshalb bitte nicht und wenden Sie sich, möglichst noch bevor sie selbst Maßnahmen ergreifen, an eine der Giftnotrufzentralen. Diese sind rund um die Uhr erreichbar, eine Liste mit Telefonnummern haben wir Ihnen am Ende des Textes angefügt. Die Kliniken, die diese Vergiftungszentralen eingerichtet haben, bieten sowohl Informationen für medizinisches Personal und Privatpersonen ohne fachliche Kenntnisse. Sie bekommen dort Auskunft über die Art der Vergiftung, die notwendigen Maßnahmen und ob eine Fahrt ins Krankenhaus notwendig ist oder das Kind zu Hause bleiben darf. An dieser Stelle eine erfreuliche Zahl für uns Eltern: in etwa 80% der Fälle von Vergiftung bei Kindern unter 14 Jahren kann sogar „Entwarnung“ gegeben werden (Quelle: Giftnotrufzentrale der Berliner Universitätsklinik).

Diese Angaben sind wichtig!

  • Was hat das Kind zu sich genommen/ Art des Giftes: Name der Planze, des Medikaments oder der Chemikalie/des Putzmittels. Sollten Sie dieses nicht namentlich benennen können (gerade bei Pflanzen manchmal schwierig), versuchen Sie beispielweise die Pflanze zu beschreiben. Nehmen Sie Beeren und Pflanzenteile unbedingt mit!
  • „Die Dosis macht das Gift“: Wieviel wurde geschluckt/ wieviel vermuten Sie maximal?
  • Die Symptome, die bei Ihrem Kind aufgetreten sind
  • Zeitpunkt der Einnahme
  • Allgemeiner körperlicher Zustand des Kindes wie Alter, Gewicht und eventuelle Vorerkrankungen.

Gifnotrufzentralen für Deutschland, Österreich und die Schweiz : 

(Stand: 03.07.2017, Angaben übernommen vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Angaben ohne Gewähr)

Berlin: Giftnotruf Berlin

Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin

Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Telefon: 030 19240 
Internetadresse: http://giftnotruf.charite.de/

Bonn: Informationszentrale gegen Vergiftungen

Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn

Adenauerallee 119
53113 Bonn

Telefon: 0228/19 240 und 0228/ 287 – 33211
E-Mail: Gizbn@ukb.uni-bonn.de
Internetadresse: http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/

Erfurt: Giftinformationszentrum

Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
c/o HELIOS Klinikum Erfurt

Nordhäuser Straße 74
99089 Erfurt

Telefon: 0361/730 730

E-Mail: Info@ggiz-erfurt.de
Internetadresse: http://www.ggiz-erfurt.de/

Freiburg: Vergiftungs-Informations-Zentrale

Hugstetter Strasse 49
79106 Freiburg

Telefon: 0761/1 92 40

E-Mail: Giftinfo@uniklinik-freiburg.de
Internetadresse: http://www.giftberatung.de/

Göttingen: Giftinformationszentrum-Nord

Georg-August-Universität – Bereich Humanmedizin, Beratung durch ein Ärzteteam aus den Bereichen Innere Medizin, Arbeitsmedizin, Psychiatrie/Suchtforschung, Pharmakologie/Toxikologie, public health, unterstützt durch zwei Chemiker

Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen

Telefon: 0551/1 92 40 

E-Mail: Giznord@giz-nord.de
Internetadresse: http://www.giz-nord.de/

Homburg/Saar: Informations- und Beratungszentrum

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Gebäude 9

Kirrberger Straße
66421 Homburg/Saar

Telefon: + 49 – 6841 – 19240

E-Mail: giftberatung@uniklinikum-saarland.de
Internetadresse:  http://www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/kliniken_institute/kinder-und-jugendmedizin/informations-und-behandlungszentrum-fuer-vergiftungen-des-saarlandes

Mainz: Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen

Johannes-Gutenberg-Universität, II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinische Toxikologie

Langenbeckstraße 1
55131 Mainz

Telefon: 06131/1 92 40 und 23 24 66

E-Mail: mail@giftinfo.uni-mainz.de
Internetadresse: http://www.giftinfo.uni-mainz.de/

München: Giftnotruf

Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik rechts der Isar der Technischen Universität München

Ismaninger Straße 22
81675 München

Telefon: 089/1 92 40

E-Mail: Tox@lrz.tum.de
Internetauftritt: http://www.toxinfo.med.tum.de/node/380

Österreich, Wien: Vergiftungsinformationszentrale

Gesundheit Österreich GmbH
AKH Leitstelle 6 Q

Stubenring 6
A-1010 Wien

Telefon, Notruf: +43 (0)1/406 43 43
Telefon, Allgemeine Beratung: + 43 (0)1/4 04 00 22 22

E-Mail: Viz@meduniwien.ac.at
Internetauftritt: http://www.goeg.at/de/VIZ

Schweiz, Zürich: Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum (STIZ)

Freiestrasse 16
CH-8032 Zürich

Telefon: +41 44 251 51 51 (Notfälle), +41 44 251 66 66 (allgemeine Anfragen)

E-Mail: Info@toxi.ch
Internetauftritt: http://www.toxi.ch/