Scheiß Tag – Wenn alles schief läuft

mama Unglück Murphys law
 Das gewünschteste Wunschkind, ach leck mich doch am Arsch. Ja, hier bin ich schon am Anfang des Artikels verbal ziemlich entglitten, zum Glück nur hier auf dem, na nennen wir es mal Papier.
Wenn man morgens aufsteht, nach einer Nacht mit gefühlten drölfzig Still-und Schaukelunterbrechungen, das Baby nach kurzer Zeit einfach nur noch heult, egal was man macht und das Kleinkind mit so mieser Laune aufsteht, als würde es sofort wie eine Bombe detonieren.
Ja, dann weiß man, das wird ein ganz „besonderer“ Tag.
Der Mann ist natürlich schon arbeiten, denn allein steht sich so ein beschissener Tag einfach viel besser durch, natürlich nicht.
Hat man dann das Kleinkind irgendwie in seine Klamotten gesteckt, nachdem es 5 T-Shirts nicht anziehen wollte, die Socken versucht hat 30 Minuten lang selbst anzuziehen, um dann heulend zu schreien, „Mami soll anziehen“ kann man sich ja mal ans Frühstück wagen.
Nicht für mich, für die Kinder natürlich. Ich bin froh, wenn ich mir schnell nen Kaffee drücken kann. Ach, habe ich erwähnt, dass das Baby währenddessen unentwegt weinte, weil man es nicht auf dem Arm hatte, während man sich irgendwas angezogen hat?
Wie kann Mama auch nur ansatzweise so fies sein und sich anziehen und dabei nicht das Baby auf dem Arm haben?
Unten angekommen versucht man ein Frühstück zu Kredenzen. Die Betonung liegt auf versucht.
Das Kleinkind hat Hunger, ganz offenbar, denn es tigert durch die Küche, wie ein Raubtier um seine Beute.
Doch, was möchte das Kind essen? Also Mami, das musst du doch deinem Wunschkind von den Augen ablesen! Nachdem man alles, aber auch wirklich alles angeboten und jedes angebotene Lebensmittel mit einem lautstarken „Neeeeiiiinnnn“ kommentiert wurde, ging ich erst mal raus in den Garten. Durchatmen, entspannen. So ein Quatsch! Ich hab erstmal einen kurzen Brüller losgelassen und mit dem Gedanken des Flüchten gespielt – und ja, ich finde Fluchtgedanken völlig legitim.
An so einem Scheißtag entschied sich dann das Kind für ein Stück Brot. Nein, kein frisches! Ein getrocknetes von der Fensterbank. Eins für die Schafe. Ja, Hauptsache es kaut endlich und motzt nur noch gedämpft.
Ich gucke aus dem Fenster, es fängt an zu regnen! Na klasse, selbst Petrus gibt mir nen Tritt in den Arsch. Der Hund muss raus, das Baby motzt wieder, weil es mittlerweile müde ist, es war circa 20 Minuten zufrieden. Nachdem es gestillt wurde, mit dem Bäuerchen sich gefühlt der doppelten Menge wieder entledigen konnte und ordentlich die Windel gefüllt hat. Beziehungsweise überfüllt, sodass man es unter lautstarken Protest noch mal neu anziehen konnte. Und wie man ja weiß, Babies lieben anziehen. Ha ha.
Der Tag läuft also weiterhin scheiße. Das Kind möchte Laufrad im Regen fahren, gern, dann sind wir wieder schnell daheim! Das Baby in die Trage gestopft, es lässt zufrieden den Kopf sinken! Jaaaa, es gibt Momente da ist es sogar zufrieden!
Man ist auf dem Scheitelpunkt der Gassirunde, „Maaaaammmiii, ich will kein Laufrad mehr fahren!“ Mit Engelszungen versucht man das Kind zum weiterfahren zu bewegen. Pustekuchen! Man denkt sich, ach man, leckt mich doch alle am Arsch! Schnappt sich Laufrad, Helm, den Regenschirm, die Hundeleine und den letzten Rest Würde und stampft davon. Das Kind läuft im Zeitlupentempo mit, immerhin, es läuft in die richtige Richtung. Immer positiv bleiben!
Hier kommt’s, jeder von uns kennt so Tage. Sie ziehen sich wie Kaugummi und es kommt keine Wende. Ich könnte noch viele weitere Details eines solchen Tages erzählen. Nein, man muss nicht immer positiv bleiben! Meine Bedürfnisse wurden schlichtweg nicht erfüllt, da darf man auch mal motzen. Am besten ins Fäustchen oder hinter ner geschlossenen Tür. Dennoch, mir ist es auch schon passiert, dass ich das Kind angemotzt hab.
Wenn ihr mich fragt, das ist menschlich, das ist authentisch! Es ist nicht ok, aber Mamas dürfen Fehler machen, dürfen „unperfekt“ sein. Man darf einen Scheißtag haben! Denn nach jedem Scheißtag kann es nur besser laufen! (Meistens jedenfalls ;-))
Geht es euch auch manchmal so? Habt ihr auch Tage, an denen ihr euch am Liebsten verkriechen könntet? Wie dem auch sei, ihr seid nicht allein!
Liebe Grüße,
Eure Franzi