Die Omas vor dem Supermarkt

gut gemeinte Ratschläge beim einkaufen, fremde erziehen

Spontaner Besuch von Oma kommt öfter mal vor, nicht immer ist man dann auf alles vorbereitet. So führt meist ein kleiner Spaziergang, erst am Spielplatz und dann am örtlichen Supermarkt vorbei. Normalerweise funktioniert das Ganze auch ohne größere Zwischenfälle. Es wird etwas gespielt und nach einiger Zeit geht es geschlossen zum Supermarkt, wie gesagt – normalerweise.

Letzten Freitag wollte es aus irgendwelchen Gründen nicht klappen. Ich entschied mich mit der Großen vor dem Supermarkt zu warten. Kaum waren Mama und Oma mit der Kleinen im Supermarkt verschwunden, ging es los. „Mama!!! Wo ist Mama? Ich will auch einkaufen!“ Mit Engelszungen versuchte ich unserer Tochter zu erklären, dass wir besser hier warten und ja noch ein paar Sonnenstrahlen genießen können, anstatt in dem dunklen Supermarkt zu sein. Singen, Fingerspiele – nicht half.

Da passierte es, die erste „Oma“ die aus dem Supermarkt kam, gesellte sich zu uns.

„Ohhh was hat die Kleine denn? Hat der Papa nichts für dich zum Naschen?“

Aus irgendeinem Grund fange ich an mich zu rechtfertigen, worüber ich mich im Nachhinein sehr ärgere „Nein, habe ich nicht, wir warten bis meine Frau mit dem Einkaufen fertig ist“.

Es gesellt sich eine zweite Oma dazu „Oh nein, was hast du denn für ein hässliches Gesicht, wenn du weinst“ (Wörtlich aus dem pfälzischen Übersetzt „Beim Kreine siehscht awwer wiescht aus“).

„Wie bitte? Sagen Sie bitte sowas nicht zu meinem Kind!“ Ich wende mich meiner Tochter wieder zu und fühle mich vor diesem Eingang irgendwie gefangen und umzingelt.

Toll, auch das noch, die dritte Oma bleibt stehen und die Damen unterhalten sich mittlerweile offen untereinander über uns. Tipps und Ratschläge werden sich gegenseitig erklärt.

„Das ist ja ein Unding, welche Mutter lässt denn Ihren Mann alleine mit dem Kind auf der Straße stehen?“

Habe ich gerade richtig gehört? Habe ich als Mann etwa das Wort „unfähig“ auf der Stirn? Bin ich gerade in einer Zeitschleife gelandet, welche mich ins Jahr 1950 gebracht hat?

Ich grinse und gehe ein paar Meter zur Seite – Fehler – die Omas kommen nach… „Hör mal Kleines, die Mami lässt dich bestimmt nicht allein und bringt dir was mit“

Es fällt mir schwer Fassung zu behalten, dennoch bemühe ich mich meine Tochter zu beruhigen, die mittlerweile sichtlich genervt von den ganzen Omas ist und nicht mehr von Mamas Abwesenheit .

„Wenn DIE so immer ist, dann bekommen sie aber Probleme in der Schule, da muss sie sitzen bleiben und den Mund halten, sowas lernt man ganz früh!“
Gott sei dank kam in diesem Moment, der Rest der Familie aus dem Supermarkt und der Überfall der guten Ratschläge-Omas war beendet.

Ich möchte euch bitten, einmal eure Männer zu fragen, ob diese auch schon solche „Du bist der Papa und du kannst das nicht“ – Situationen gehabt haben.

Ich freue mich auf euer Feedback und lasst uns bei Gefallen gerne ein Like da!

Euer Ganter Dominik