Kindergartenvesper – Was muss in die Brotdose

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Das Vesper meines Sohns – der Unterschied zwischen meiner Vorstellung und der Realität. Mein Sohn war schon immer etwas wählerisch, was sein Essen anging. Er hat eine große Anzahl an Lieblingsgerichten, auch eine beachtliche Anzahl an: „Das mag ich nicht.“

Nun, auch ich habe meine Vorlieben (ich bin zum Beispiel Vegetarier) und meine absoluten No-Go-Gerichte.

Nichtsdestotrotz, hatte ich vor dem Kindergartenstart eine Wunschvorstellung seiner Vesper: Abwechslungesreich, eine Mischung aus Gesund und aber auch Süßem sollte es sein. Nahrhaft, aber nicht zu schwer. Gesagt und getan. Naja, nicht so ganz. In diesem Artikel berichte ich euch, wie sich das Vesper meines Sohnes entwickelt hat und wie es mir dabei ergangen ist.

Der erste Tag im Kindergarten, wochenlang haben wir unseren Sohn vorbereitet und gepusht, dass der Kindergarten einfach etwas total Cooles ist, wo man den ganzen Tag mit anderen Kindern spielen kann! Ich packte seine Vesper voller Freude und mit absoluten positiven Aktionismus, ich nahm meine schönsten Ausstecherle (so nennt man im Schwäbischen die Ausstechformen für Plätzchen) und stach Apfel, Banane und Birne aus. Ich stach sogar das Brot aus. Ich erschuf mein Traumvesper – und die Reaktion meines Sohns?

Mein Mann kam nach dem ersten Tag Eingewöhnung mit ihm nach Hause und berichtete mir, dass er kein einziges Stück Obst gegessen hatte, stattdessen die Brezel und das Marmeladenbrot, sich jedoch dabei beschwerte, dass VIEL ZU WENIG Marmelade auf dem Brot und er deshalb sehr enttäuscht sei.

Äh, wie jetzt? Kein Scherz, ich zog diese Obstvariante ca. 3 Wochen durch und dann war es mir zu blöd. Jeden Tag habe ich das alte Obst wegschmeißen können, er hat immer nur die Brezel und sein Marmeladenbrot als Nachtisch gemampft. Es hat Monate gedauert, bis er auch mal ein Salamibrot oder einen Joghurt akzeptiert hat. Allgemein mag er keine Änderungen in seinem Vesper. Mein Sohn liebt Struktur, und besonders liebt er die Struktur in seinem Vesper.

Immer das Selbe, mit kleinen Abwechslungen wird es noch gerade so akzeptiert. Mittlerweile ist immer etwas in seinem Vesper, das neu ist.
Mal ist es ein Apfel oder eine Banane, mal ein neuer Joghurt, das andere Mal versuche ich, verschiedene Wurst- oder Käsesorten beizulegen. Die Devise ist: Ich möchte ihm Abwechslung im Vesper zeigen, aber ich muss es so verpacken, dass er es nicht komplett ablehnt.

Natürlich werden manche Menschen sagen, er muss lernen, abwechslungsreich zu essen. Da muss er durch. Ein Marmeladenbrot im Kindergarten geht doch mal so gar nicht.

Stimmt in gewisser Weise ja auch! Es geht definitiv gesünder. Ich bin aber das Vorbild und meine Ernährungsweise besteht auch nicht nur aus gesunden Leckereien.

Ich finde, man muss auf sein Kind eingehen und die Bedürfnisse schätzen, aber natürlich hat man auch die Aufgabe, dem Kind eine abwechslungsreiche Ernährung aufzuzeigen. Daher gibt es bei uns keinen Vesperkampf. Es muss nicht alles gegessen werden, und schon gar nicht besteht das Vesper nur aus Dingen, die ich toll finde, aber mein Sohn nicht mag. Der richtige Weg war für uns, ein Vesper mitzugeben, das er gerne isst und, das dennoch nicht täglich das Gleiche ist, sondern immer leicht variiert.

So lernt mein Sohn, dass nicht immer alles gleich sein kann, denn auch jeder Tag ist strukturell nicht gleich. Er lernt neue Dinge kennen und an einem Tag isst er die ganze Dose Trauben auf und am nächsten Tag sagt er, dass ich ihm bitte nicht schon wieder Käse mitgeben soll.

Ich bin zufrieden mit meinem Kind. Und manchmal bewundere ich ihn dafür, wie selbstständig er Dinge schon entscheiden und auch artikulieren kann.

Ein Wunder so ein kleiner Mensch, und auch ein Wunder, wie schnell so ein kleiner Mensch lernt und wächst.

Eure Jasmin