Der erste Tag im Kindergarten

Kindergartenkind, was braucht man im kindergarten, ab wann in den
Unsere Tochter Sophie fieberte schon seit Monaten diesem Tag entgegen. Sie wollte wie ihr großer Bruder Alexander auch endlich ein Kindergartenkind sein. Deshalb entschieden wir gemeinsam mit dem Kindergarten, dass unsere Maus nun in den Kindergarten gehen darf.
Wie es nun mal so ist, musste dafür im Vorfeld einiges besorgt werden. Aber dass es so viel ist, hatte ich von unserem Großen gar nicht mehr im Kopf. Naja, wir besorgten alles und beschrifteten es, damit im Kindergarten auch nichts verloren gehen kann. Alles packte ich in eine große Tasche, die ziemlich schwer war, aber Wechselsachen, Matschbekleidung, Notfallwindeln, Feuchttücher usw. müssen eben sein.
Der Tag der Tage war gekommen, und am 1. August hieß es für unsere kleine Maus, dass sie das erste Mal in den Kindergarten gehen darf. Die Brote für beide Kinder hatte ich bereits am Vorabend geschmiert und im Kühlschrank gelagert, damit ich mich morgens voll und ganz auf unsere Kinder konzentrieren konnte.
Die Kinder standen auf, ich fragte was sie frühstücken möchten und  ihre Antwort war ,wie schon zu erwarten: „Müsli“ (ihr aktuelles Lieblings-Frühstück).
Nach dem Essen verabschiedete mein Freund sich von unseren Kindern, da er zur Arbeit musste. Wir hingegen zogen uns an, wuschen uns, putzen die Zähne und packten die Rucksäcke fertig. Danach zogen wir Jacken, Fahrradhelme und Schuhe an und verließen  schwer bepackt die Wohnung.
Wir gingen zum Fahrrad, die Kinder stiegen in den Anhänger, ich schnallt sie an, verstaut die Tasche mit Sophies Sachen und die Rucksäcke im `Kofferraum‘. Wir fuhren los und legten die 2 km Strecke zum Kindergarten schnell zurück. Währenddessen hörte ich von hinten, dass die Kinder verschiedene Kinderlieder sangen.
Am Kindergarten angekommen, stiegen die Kinder aus und gingen zum Gartentor. Dort warteten sie auf mich, während ich noch schnell die Tasche und die Rucksäcke aus dem Anhänger holte.
Wir durchschritten gemeinsam das Tor und langsam spürte ich, wie eine Wehmut in mir aufstieg. „Unsere Maus wird viel zu schnell groß, wo ist nur unser Baby geblieben? Jetzt ist sie schon 2,5 Jahre alt und Kindergartenkind“.
Wir betraten den Kindergarten, von unten schalten die Stimmen der anderen Kinder hoch. Es ist jedes Mal aufs Neue schön, den Kindergarten zu betreten. Jedes mal eine andere Geräuschkulisse. Mal Gesang, mal hört man sie Feuerwehr/Prinzessin usw. spielen. Es ist jeden Tag anders.
Die Kinder zogen sich aus, um ihre Hausschuhe anziehen zu können, währenddessen verstaute ich die Sachen unserer kleinen Maus an ihrem Garderobenplatz.
Gemeinsam gingen wir die Treppe zu unserem kleinen schnuckeligen Kindergarten hinunter (der Kindergarten besteht aus nur einer Gruppe und ist dadurch viel übersichtlicher und kleiner als Andere).
Unten stand schon T. bereit und wartete auf Sophie. T. Ist ein Mädchen, das ungefähr im selben Alter wie unsere Tochter ist, und auch seit einigen Wochen immer wieder fragte, wann unsere Kleine in den Kindergarten kommt. (Unser Großer besucht diesen Kindergarten seit 2 Jahren, deshalb war die Kleine auch täglich dabei.)
Nun sah sie Sophie mit Hausschuhen die Treppe herunter kommen und fragte direkt: „Kommt sie heute in den Kindergarten?“ Ich antwortete : „Ja.“ Woraufhin T. direkt zu Sophie lief und sie in den Arm nahm.
Alex nahm Sophie an die Hand und hängte mit ihr zusammen die Rucksäcke auf. Dann ging er mit ihr in die Bauecke und sie begannen damit, die Eisenbahn aufzubauen. Ich ging zu den Kindern. Meine Kleine drehte sich zu mir um, schaute mich an und sagte grinsend: „Tschüss Mama, du kannst abhauen.“
Ich war total perplex, mit so etwas hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich gab den Kindern noch einen Kuss und nahm sie in den Arm, dabei wünschte ich ihnen einen schönen Tag. Ich sprach noch schnell mit der Erzieherin, da diese mich auf meinem Handy anrufen sollte, falls etwas sein sollte und machte mich dann auf den Heimweg.
Es war so eigenartig, in eine menschenleere Wohnung zu kommen. Die letzten Jahre war immer mindestens eines der Kinder da, aber ich versuchte, mich abzulenken und begann damit, mich im Haushalt auszutoben. Dabei hatte ich ständig mein Handy bei mir, aber es klingelte nicht. Mittags fuhr ich zum Kindergarten, um dort die Kinder abzuholen. Ich freute mich schon darauf, von ihrem Tag zu erfahren und gemeinsam den restlichen Tag zu verbringen.
Dort angekommen, waren die Kinder alle draußen in der Außenanlage, nur meine Kleine konnte ich nirgendwo entdecken. Ich fragte die Kinder wo sie ist, diese antworteten: „auf dem Klo“ , während andere schon nach ihr riefen.
Als sie raus kam, entdeckte sie mich und schaute mich enttäuscht an. Sie sagte: „Mama hierbleiben, nicht nach Hause, weiterspielen.“ Es hat mich gefreut, dass sie Spaß hatte, aber es machte mich andererseits auch traurig, dass sie sich nicht auf mich freute.
Ich holte schnell die Rucksäcke, wir gingen zum Fahrrad und fuhren los nach Hause. Zu Hause angekommen erzählten die Kinder mir von ihrem Tag. Es war schön, sie hatten viel Spaß und haben mit fast allem Spielzeug gespielt. Die Kleine war schon länger still, ich schaute zur Seite, sie war anscheinend sehr erledigt, sie war schlafend seitlich umgefallen und lag nun wie eine Brezel auf der Couch. Ich deckte sie zu und ließ sie schlafen.
Wie man sieht, kommt es manchmal anders als man denkt. Aber es ist auch wunderschön zu sehen, wie Kinderaugen leuchten, wenn sie sich freuen.
Wie war es bei euren Kindern beim Kindergartenstart? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.
Liebe Grüße
Eure Jenny