Nachtschreck – Wenn Kinder plötzlich schreien

kind aufwachen, kind nicht schlafen

Dieses Wochenende hat uns der erste Nachtschreck ereilt. Mein Großer, Tyler (5), stand in seinem Zimmer mitten in der Nacht und schrie sich die Seele aus dem Leib.

Er weinte und ließ sich von Mama absolut nicht beruhigen, murmelte unverständliche Worte vor sich hin. Anfangs dachte ich noch, er habe schlecht geträumt. Also nahm ich ihn an der Hand und brachte ihn ins Wohnnzimmer zum Kuscheln auf die Couch. Dort fragte ich ihn, ob er vielleicht etwas trinken möchte. Er nickte nur. Also gab ich ihm sein Glas mit Tee. Das hielt er in der Hand und es passierte nichts…

Er starrte es einfach nur an. Erst da kam mir in den Sinn, dass er doch nicht nur schlecht geträumt hat. Ich forderte ihn immer wieder zum trinken auf, doch außer einem Nicken und Kauderwelsch kam nichts zurück. Ich nahm ihn dann einfach nur in den Arm und nach zwei Minuten schlief er ein. Am nächsten Morgen wunderte er sich nur, warum Mama mit in seinem Bett lag, konnte sich auch an nichts der vergangenen Nacht erinnern.

Aber was ist der Nachtschreck überhaupt? Woran erkenne ich ihn und wie verhalte ich mich?

Definition Nachtschreck
Der Nachtschreck ist eine harmlose, aber für Eltern beunruhigende Schlafstörung bei Kindern. Ein Kind schreit dann sehr laut und lässt sich über eine längere Zeit nicht beruhigen. Die Augen sind weit geöffnet, als wären die Kinder wach. Ebenso kann es zum Schlafwandeln kommen. Trotz seiner Heftigkeit ist der Nachtschreck, oder Pavor Nocturnus, nicht gefährlich.

Was kann ich tun?
Natürlich wollt ihr eurem Kind Geborgenheit vermitteln, aber das reicht nicht. Euer Schatz hängt zwischen zwei Schlafphasen fest. Obwohl es schmerzlich ist, seinen kleinen Liebling in diesem aufgelösten Zustand zu sehen, dringen die Beruhigungsversuche gar nicht bis zu ihm durch – es kann sogar sein, dass das Kind deine Anwesenheit nicht einmal bemerkt. Am Besten setzt ihr euch in die Nähe des Kindes und wartet, bis der Schreck vorbei ist. Alternativ könnt ihr versuchen, euer Kind in einen anderen Raum – oder nach draußen zu tragen, wo die Temperatur eine ganz andere ist. Das kann das Kind in eine leichtere Schlafphase versetzen.

Innerhalb von 15 bis 20 Minuten sollte sich euer Schatz beruhigen, aufwachen oder wieder in einen tieferen Schlaf sinken. Am Morgen wird er oder sie sich an den Vorfall nicht erinnern. Aus diesem Grund sollte ihr das Thema auch nicht ansprechen.

Wie kann ich mein Kind schützen?
Es gibt einige Vorkehrungen, die ihr im Vorfeld treffen könnt. Kinder, die sehr aufgekratzt oder übermüdet ins Bett gehen, leiden eher unter Nachtschreck als andere. Babys unter einem Jahr brauchen in der Regel 13 bis 14 Stunden Schlaf, inklusive zwei Tages-Schläfchen. Älteren Kindern reichen neun bis zehn Stunden in der Nacht und eine Stunde Mittagsschlaf. Um sicherzugehen, dass euer Kind genug Schlaf bekommt, lasst ihr es entweder morgens länger schlafen, oder bringt es früher zu Bett (falls möglich). Sorgt für eine Reihe beruhigender Bettgeh-Rituale, wie Badezeit, Lieder, Vorlesegeschichten und viele Umarmungen.

Also, falls euch auch der Nachtschreck ereilt, keine Panik. Es sieht schlimmer aus als es ist. Und euer Engel merkt davon nichts.

Im diesem Sinne, erholsame und ruhige Nächte!

Eure Angelika

 

P.S.: Hier gibts noch mehr zum Thema Nachtschreck bei Kindern