Bloß nicht verwöhnen!?

kann man Kinder verwöhnen, Spoiled, göre

„Ihr verwöhnt eure Kinder“, diesen Satz gab es schon kurz nach der Geburt unserer Kinder zu hören.

„Ihr füttert nach Bedarf? Kinder brauchen feste Fütterungszeiten!“

„Sie schlafen in eurem Bett? Kinder müssen in ihren eigenen Betten schlafen!“
„Warum hebst du das Kind sofort auf, wenn es schreit? Du musst das Kind auch mal schreien lassen, dass ist gut für die Lungen!“

In den ersten Lebensjahren gab es für mich kein Verwöhnen. Das kindliche Bedürfnis wurde bestmöglich gestillt. Sei es nach Essen, nach Liebe, Nähe oder Sauberkeit.

„Kinder müssen Grenzen lernen und abgehärtet werden!“

Warum soll ich mein Kind in so jungen Jahren schon abhärten, wo das Leben, das später zur Genüge machen wird? Gibt es nicht bessere Wege, das Kind auf die Welt vorzubereiten, als mit Liebesentzug, Hungern und Schreien lassen? Kann man Kinder überhaupt verwöhnen? Meine Devise ist: Mit Liebe kann man nicht zu viel verwöhnen!

Später wurde bemängelt, dass sie zu oft neue Sachen bekommen, wir zu viele Ausflüge machen usw. usw.

Warum ist es heutzutage verboten, die eigenen Kinder zu verwöhnen?

Bei Großeltern sieht das wieder ganz anders aus: da ist es völlig okay, dass die Enkelkinder verwöhnt werden. Da dürfen sie so viele Süßigkeiten futtern, wie sie wollen, Spielzeug wird gekauft, und hierbei spielt der Preis (fast) keine Rolle. Jeder Wunsch wird sofort erfüllt. Muss ich erst meine Enkelkinder abwarten, bevor das Verwöhnen erlaubt ist? Aber ist diese Art von Verwöhnen das gleiche was ich mache?

Natürlich mag niemand verzogene Bälger, die von ihren Eltern alles bekommen und nie zufrieden sind. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie weit er bereit ist zu gehen. Für mich heißt verwöhnen nicht, dass ich etwas mache, dass dem Kind gut tut oder Spaß macht. Sondern, wenn ich etwas für das Kind erledige, dass es sehr gut alleine schaffen könnte. Meine Tochter hat mit 3,5 Jahren beschlossen, sie möchte nun wie ein Baby gefüttert werden. Sie hat lernen müssen, dass das auf Dauer nicht funktioniert – und war nicht sonderlich davon begeistert.

Meiner Ansicht nach sind „Verwöhnen von Kindern“ und „Verwöhnte Kinder“ zwei verschiedene Paar Schuhe. Verwöhnte Kinder sind Kinder, denen alles erlaubt wird. Für sie wird alles gemacht wird und sie kennen es nicht anders. Sobald etwas nicht nach ihrem Kopf läuft, folgt der Terror und die Eltern geben nach.

Ja, das passiert mir manchmal auch. Das gebe ich gerne zu: sei es, weil sie krank sind, weil man selbst übermüdet ist oder gerade etwas dringendes erledigen müsste. Da wird nachgegeben, um der Ruhe willen. Aber das bringt weder dem Kind etwas, noch einem selbst. Denn das kehrt wie ein Bumerang zu einem zurück. Am nächsten Tag wollen sie das Gleiche wieder haben und sind dann umso wütender, wenn sie es nicht bekommen. Mit dieser halbherzigen Lösung hat man nichts gewonnen, nur den Streit vertagt.

Somit verwöhnt man Kinder nicht damit, was man ihnen zu viel gibt, sondern, dass man ihnen „Erziehung“ vorenthält. Dem Konflikt aus dem Weg geht und nachgibt.

Aber tut man seinem Kind damit wirklich einen Gefallen? Ein Kind, das kein „Nein“ lernt, bei dem alles nach Wunsch läuft, wird später große Probleme haben, sich zu integrieren.  Dem Kind wird ein Stück Entwicklung vorenthalten. Schließlich mussten wir alle lernen mit Konflikten und Frustration umzugehen.

Ich werde weiterhin meine Kinder bewusst verwöhnen, und aufpassen, dass sie dabei nicht verzogen werden.

Wie seht ihr das? Kann man Kinder verwöhnen? Ich freue mich über einen regen Austausch!

Eure

Alice

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