Rabaukin trifft Sensibelchen

heulsuse, kind weint die ganze zeit mama blog
Unser Sohn Alexander war von Geburt an immer sehr sensibel. Er mochte keine lauten Geräusche, diese lösen einen Schreikrampf bei ihm aus. Er ist vom Wesen her ein ganz Ruhiger, er schaut gerne Bücher an und malt sehr gerne und viel. Aber wenn er mit Fahrzeugen fährt, kennt er kein Langsam, da muss ganz schnell gehen. Leider passiert es dabei  sehr häufig, dass er hinfällt und sich kleine Schrammen oder blaue Flecken holt, die er aber kundtut, als würde er daran sterben.
Unsere Tochter Sophie ist da ganz anders. Sie ist eher der Typ Rabaukin, wenn auch  vom Wesen sehr lieb  und ruhig. Aber sie kann auch anders. Wenn ihr etwas gegen den Strich geht, gibt sie es auch deutlich zu verstehen. Sie lässt sich  nichts gefallen und wehrt sich, wenn sie etwas nicht möchte. Sie ist sehr an ihrer Umwelt interessiert und schaut sich alles ganz genau an.
Im Alltag sind diese zwei vollkommen verschieden Charaktere manchmal sehr schwer zu Händeln, hier ein Streit, dort Beschimpfungen, die Liste ist endlos fortsetzbar. Die beiden teilen sich ein Zimmer, manchmal führt dies zu Streit,  aber zum Glück sind sie oft ganz ruhig und spielen miteinander. Aber wehe die Kleine wird lauter, dann geht das Geschrei los! Meist lösen sie ihre Probleme miteinander alleine, aber manchmal geht es so heftig zur Sache, dass ich nicht anders kann als einzuschreiten.

Vor kurzem hatten wir folgende Situation: Die zwei spielten ruhig in ihrem Zimmer, Sophie nahm sich ein Auto von Alex, dieser wollte das nicht und versuchte, es ihr abzunehmen. Sophie fing an zu schreien. Alex schrie auch  und riss kräftiger am Auto, wobei sich ein Reifen löste. Er wurde so sauer, er schrie, tobte und weinte. Sophie nahm sich ein anderes Auto und pfefferte es quer durch das ganze Zimmer.

Alex kann man schnell beruhigen, wenn man ihm ein Buch über die Natur gibt, denn er liebt es, sich die Tiere und Bäume anzuschauen. Also setzte ich ihn auf den Boden und gab ihm das Buch, damit er sich abregen konnte.

Sophie hingegen muss sich zur Beruhigung so richtig auskollern und ihre Wut raus schreien. Daher setzte ich sie weit weg von Alex ins Wohnzimmer auf die Couch. Ich selbst ging auf den Balkon, so konnte ich durch die Wohnzimmertür und auch das gekippt Kinderzimmerfenster mit den Kindern kommunizieren und keiner fühlte sich benachteiligt. Nachdem sich beide beruhigt hatten, ging Sophie zu Alex und umarmte ihn. Die beiden versöhnten sich und spielten ruhig miteinander weiter.

Wie ihr seht,  ist es manchmal nicht so einfach, den beiden gerecht zu werden. Jeder benötigt etwas völlig anderes und anfangs war es für uns als Eltern alles andere als leicht,  dies zu meistern, aber inzwischen kennen wir unsere Kinder und wissen was zu tun ist,  um sie möglichst schnell zu beruhigen.
Wenn sie sich gar nicht beruhigen lassen, dann hilft es bei uns,  mit den Kindern raus zu gehen und sie auf dem Feldweg laufen zu lassen, damit sie sich auspowern. Davon abgesehen,  ist es eigentlich möglich, dass Kinder sich auspowern? Ich habe das Gefühl, sie haben eine unerschöpfliche Energie.
Wie ist es bei euch? Habt ihr Tipps und Tricks,  wie man verschiedenen Charakteren besser gerecht werden kann?
Manches mal fühle ich mich überfordert und weiß nicht weiter, aber wenn die Kinder dies merken, kommen sie zu mir und sagen:  “Alles gut, Mama.” Wie geht ihr mit solchen Situationen um?
Ich wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Jenny