Nur ein dreckiges Kind ist ein gesundes Kind

Neulich waren wir im Tierpark. Wunderschön im Wald gelegen. An den Tagen vorher hatte es heftigst geregnet. Dementsprechend matschig waren die Waldwege stellenweise. Ich hörte eine Mutter, die ihren Mann anschrie, er solle das etwas eineinhalbjährige Kind sofort hoch nehmen, sie habe schließlich ihre neuen Schuhe an. Über den Sinn und Zweck von neuen Schuhen im Wald kann man nun sicherlich diskutieren, mir kam auf jeden Fall die Idee für einen neuen Text .

Als unsere Tochter etwa neun Monate alt war, ging ich das erste Mal mit ihr auf einen Spielplatz. Ich legte sie bäuchlings in den Sand und sie war die nächste Stunde völlig fasziniert von der bis dahin unbekannten Materie. Immer wieder nahm sie ihre Hände voll Sand und beobachtete, wie er durch die Finger rieselte. Ein Teil davon wanderte natürlich auch in den Mund. Jede Menge Sandkörner fanden sich auch in sämtlichen Kleidungsstücken und hinterher in unserer Wohnung. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Manchmal habe ich fast das Gefühl, am Meer zu leben. Der Sandkasten auf unserem Balkon macht es nicht besser. Spielen im Sand macht natürlich am meisten Spaß, wenn man auch noch Wasser zum Matschen dabei hat – dann gibt es für unsere Tochter kein Halten mehr – bis sie von oben bis unten voll mit Matsch ist.

Aber auch unterwegs darf unsere Tochter sich immer dreckig machen und ihre Umwelt erkunden. Ich packe bei jedem Spaziergang Ersatzschuhe und Kleidung ein, für den Fall, dass etwas nass werden sollte. Besonders wichtig sind hierbei die Socken, da unsere Tochter phasenweise draußen sehr ungern in Schuhen laufen möchte. Wir hören dann zwar regelmäßig Sprüche wie: „Hat das arme Kind denn keine Schuhe?“, aber das stört uns nicht weiter. Am Glücklichsten ist sie auf weichen, erdigen Wegen, am besten gemischt mit kleinen Splittsteinen. Dort kann sie stundenlang sitzen und mit Ästen Bilder in den steinigen Untergrund ritzen. Sie darf sich überall auf den Boden setzen, legen oder auch wälzen (vielleicht nicht gerade mitten in einen Hundehaufen), wenn es nass ist, haben wir ihre Regenhose und Gummistiefel dabei.

Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Großteil unserer Gesellschaft wesentlich zufriedener und ausgeglichener wären, würden sie regelmäßig durch Regenpfützen hüpfen. Auf jeden Fall erntet unsere Tochter jede Menge neidvoller Blicke von groß und klein, wenn sie in voller Regenmontur durch die tiefen Pfützen springt oder sich ganz hinein setzt. Auch ich versuche so oft wie möglich daran zu denken, meine Gummistiefel einzupacken um mir diesen Spaß nicht entgehen zu lassen. Da es diesen Sommer sehr häufig und sehr stark geregnet hat, gab es schon einige Gelegenheiten, gemeinsam zu hüpfen.

In diesem Sinne: Zieht Eure Gummistiefel an und geht auf Pfützensuche 🙂

Liebe Grüße

Eure Rebekka