7 Tipps zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

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Irgendwann ist es soweit, und auch eine Mutter muss oder möchte wieder arbeiten. Mir würde in meinem Umfeld spontan auch keine Mutter einfallen, die heute komplett zu Hause bleibt bis die Kinder außer Haus sind. In der Generation meiner Eltern gab es das noch. Ich habe zum Beispiel  eine Kollegin gehabt,  die tatsächlich nach ihrer Ausbildung ihre Kinder zur Welt gebracht hatte und dann 25 Jahre gar nicht mehr gearbeitet hat. Dementsprechend schwer war ihr Einstieg.

Aber auch das hat funktioniert,  man muss es nur wollen. So gibt es, wie bei vielen Themen, immer ein pro und contra für eine frühe oder späte Rückkehr zurück ins Berufsleben.

Ich bin als Krankenschwester immer sehr früh zurück ins Berufsleben gekommen.  Zum Einem habe ich die Kinder früh bekommen, sodass entsprechende Rücklagen fehlten, zum Anderen hatte ich die Sorge, den Anschluss im Beruf zu verlieren.  Letztendlich wäre mir zu Hause wohl auch die Decke auf den Kopf gefallen.

Um mit Baby und Kleinkind nicht komplett im Chaos zu versinken, habe ich 7 Tipps für euch :

Tipp 1: Betreuung
Such dir eine verlässliche Betreuung für deinen Nachwuchs. Du solltest Vertrauen zur Person / Einrichtung haben und dein Kind mit einem guten Gefühl da lassen können. Mach dir selbst ein Bild von der Einrichtung  ( Kita,  Krippe) oder Person  ( Tagesmutter/ Tagesoma und deren Umgebung ) .

Es kann passieren,  dass  du in der von dir gewünschten Kita nicht sofort einen Betreuungsplatz bekommst. Verzage nicht und sei offen für andere Möglichkeiten, denn egal was Andere dir zum Beispiel über die Tagesmutter vor Ort erzählt haben: Für euch kann es trotzdem genau das Richtige sein, denn jeder Mensch ist anders.

Manchmal erscheint die Betreuung durch die Familie  ( Oma oder Opa) sehr verlockend,  doch das kann auch schnell nach hinten losgehen. Denkt daran, dass ihr persönliche Gefühle und Beziehungen zu diesen Menschen habt, dass sie einer anderen Generation angehören und vieles nicht mit gebührendem Abstand sehen können, wie das vielleicht eine Erzieherin oder Tagesmutter machen würde. Ansonsten sind die Großeltern sicher super Babysitter und springen gerne ein.

Tipp 2: Eingewöhnung
Gib deinem Kind Zeit, sich in seiner neuen Umgebung einzugewöhnen. Begleite es und entdecke mit ihm neue Dinge. Schnell genug kommt der Abschied und der kann sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Kinder können sich nicht trennen und es fließen viele Tränen, andere gehen in die Gruppe und lassen ihre Eltern einfach stehen. Mir persönlich ist der Abschied schwerer gefallen als meinen Kindern.

Tipp 3: Arbeitszeiten
Handle mit deinem Arbeitgeber Arbeitszeiten aus, die du gut mit der Betreuung deiner Kinder vereinbaren kannst. Es gibt Berufe, wo dies denkbar schwierig ist. Hier ist es wichtig,  sich auch mit dem Partner abzusprechen,  und eventuell  als Hol- oder Bringdienst die Familie mit einzuspannen. Schau auch, ob es in deiner Umgebung Einrichtungen mit größerem Betreuungsumfang wie Übermittagsbetreuung und langen Öffnungszeiten  gibt. Meine Tochter besucht zum Beispiel eine Kindertagesstätte,  die bei Bedarf von 06.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet hat. Insgesamt können die Kinder maximal 9 Stunden  täglich bleiben.  Bring- und Abholzeiten sind individuell. Ich bin in den Nachtdienst gewechselt,  um Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Kann ich also nur empfehlen,  ist aber sicherlich nicht für Jeden machbar.

Tipp 4: Essen
Beim Essen heißt es kreativ zu sein. Wenn beide Elternteile berufstätig sind,  ist es sinnvoll,  wenn möglich, gemeinsam abends warm zu essen. Den Einkauf würde ich möglichst als Großeinkauf einmal wöchentlich ohne Kinder abwickeln. Den Frühstückstisch decke ich immer schon am Vorabend,  die Lunchboxen mache ich bereits am Abend fertig und lagere sie im Kühlschrank. So ist der Morgen weniger stressig. Ebenso bereite ich abends oft schon die Hauptmahlzeit für den nächsten Tag  vor , schäle die Kartoffeln, schneide das Gemüse klein und bewahre dies in Salzwasser auf.

Tipp 5: Kleidung
Die Wäscheberge werden nicht kleiner. Zumindest kommt es mir so vor. Schmutzwäsche, unsortierte Wäsche,  Bügelwäsche, ja überall die Körbe mit Arbeit. Und das noch neben dem Beruf? Da ist System gefragt. Ich sortiere Wäsche nur in helle Kochwäsche, dunkle 60 Gradwäsche und helle und dunkle 40 Gradwäsche. Alles andere wäre mir zu kompliziert. Wir haben einen gemeinsamen Wäschesammler oben. Ich bring die Wäschesammler, wenn dieser gut gefüllt ist, runter in den Waschkeller. Dort sortiere ich die Wäsche in die 4 Körbe und wasche den Wäschekorb, der am vollsten ist, zuerst.

Meist wasche ich am Nachmittag und hänge dann gegen Abend alles auf oder trockne es im Trockner. Bügeln tue ich schon lange nicht mehr alles, ehrlich gesagt nur das, was gar nicht anders geht. Um morgendlichen Ankleidewahnsinn zu vermeiden, lege ich bereits am Vorabend die Kleidung für die Kinder raus. Somit muss ich morgens keine Zeit für das Raussuchen der Kleider einplanen.

Tipp 6: Hausarbeit
Den größten Teil der Hausarbeit erledige ich am Abend,  wenn die Kinder im Bett sind.  Ansonsten bleiben nur die freien Tage. Bei mir heißt es weniger ist mehr. Arbeitsflächen der Küche und Tische werden täglich mehrfach gereinigt, unser Staubsauger wird jeden 2. Tag und bei Bedarf betätigt.  Steinigt mich, aber mehr als zweimal die Woche wische ich die Böden nicht. In den Bädern siehts schon anders aus. Einmal die Woche mache ich dort Grundreine. Sonst wusel ich täglich im Waschbecken und der Toilette rum, das ist aber schnell erledigt. Staubwischen mache ich einmal in der Woche.

Mein Tipp an euch: Macht jeden Tag Kleinigkeiten, die so anfallen,  nehmt euch einen Tag in der Woche wo die großen Sachen dran sind. Achja und zum Thema Unordnung durch Spielzeug: Meine Kinder dürfen am Tag mit allem Spielen. Aber es wird vor dem Zubettgehen aufgeräumt. Zum Schluss schnapp ich mir noch einen Eimer und sammele die übrigen Spielzeuge ein, die übersehen wurden und verteil sie auf ihren Plätzen.

Tipp 7: Zeit für die Kinder
Oft fragt man sich vor lauter Arbeit, wann mal Zeit ist, sich um die Kleinen zu kümmern. Ich sage euch: nehmt euch die Zeit. Es kann ruhig mal was liegen bleiben, glaubt mir. Eure Kinder werden sich nicht daran erinnern,  wie sauber ihr Zuhause war, sie erinnern sich daran, wie schön es mit euch war.

Ich spiele mindestens ein Spiel am Tag mit den Kindern, wir besuchen einmal die Woche den Spielplatz und gehen bei gutem Wetter in den Garten. Wenn es unsere freie Zeit ermöglicht,   besuchen wir auch das Schwimmbad oder den Tierpark. Abends lesen wir eine Geschichte und lassen den Tag Revue passieren. Für Kinder ist es so wichtig Zeit mit uns zu verbringen.

In diesem Sinne

Eure
Yvonne

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