Nochmal alles auf Anfang – Schwangerschaft

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Es gibt Dinge im Leben, die passieren einfach. Man mag es Schicksal nennen, aber ungeplante Schwangerschaften sind immer eine Herausforderung.

Nach drei Geburten war der Kinderwunsch für mich eigentlich abgeschlossen, wir liebäugelten ab und an mal mit einem Nachzügler in einigen Jahren, falls es dann noch klappen sollte. Doch ingesamt entfernten wir uns immer mehr von dem Gedanken.

Jetzt sind wir mal ehrlich: Kinder sind etwas wunderbares, aber nochmal komplett von vorne anfangen? Mit einem Säugling? Wir sind froh seit letztem Jahr keine Windeln mehr kaufen zu müssen, haben alles an Babyausstattung abgegeben und erfreuen uns an der zunehmenden Selbständigkeit unserer Kinder.

Und dann fängt es an: Übelkeit, Brechreiz, Unterleibsziehen, Müdigkeit, spannende Brüste…
Halt die ganze Palette schleicht sich nach und nach an. Erst dachte ich, ich wäre krank. Nach zwei Tagen erhärteten sich meine Symptome und ich besorgte einen Test.

Der Test war sofort positiv, kaum dass er den Urin berührt hatte. Im ersten Moment blieb mir die Luft weg. Klar hatte ich den Verdacht, aber wenn es dann zur Realität wird…

Es ist schon komisch, wie schnell man dieses kleine Menschlein in seinem Bauch anfängt zu lieben, obwohl man es noch nicht gesehen hat. Plötzlich interpretiere ich jedes kleine Zeichen meines Körpers. Ich mache mir Sorgen um die Gesundheit des kleinen Würmchens, begann sofort damit gewisse wichtige Vitamine einzunehmen um Erkrankungen vorzubeugen und investiere so viele Gefühle. Dann der erste Termin beim Gynäkologen. Erst habe ich darauf hingefiebert, als ich dann im Wartezimmer saß, kam diese Angst. Wird alles in Ordnung sein? Schlägt das Herz schon? Alles was ich mir in Windeseile mit diesem kleinen Wesen erträumt hatte, schien nun ganz plötzlich wie eine Seifenblase zerplatzen zu können.

Im Vorgespräch kommt erst mal der erste Hammer: Da das ja mit der Fehlgeburt nun meine insgesamt fünfte Schwangerschaft sei, wollte der gute Mann wissen, ob ich zu einem Abbruch tendiere. Ich dachte erst mal, ich höre nicht richtig, hatte mein mittlerweile berenteter Gynäkologe das auch gefragt? Ehrlich gesagt, ich erinnere mich nicht. Ich habe diese Frage jedenfalls verneint. Aber bin ich jetzt irgendwie in meinem gesellschaftlichen Stand gesunken, weil ich zum fünften Mal schwanger bin? Ich meine selbst wenn ich jetzt tatsächlich bereits vier Kids zuhause sitzen hätte?

Ich hätte jedes dieser Kinder mit Kusshand genommen, statt auch nur eines, sei es durch eine Fehlgeburt oder den plötzlichen Kindstod, zu verlieren.

Ich habe nach jeder Elternzeit wieder gearbeitet, ich kümmere mich nach der Arbeit selbst um meine Kids, wir unterhalten ein Haus und erhalten keine Finanzspritze. Mein Gefühl ist, man wird gleich in eine Schublade gesteckt.

Nachdem ich dem Arzt klar und deutlich gesagt habe, dass mir im Traum nicht einfallen würde, mutwillig ein Leben zu nehmen, ging es zur Untersuchung.

Das erste was ich sah, war tatsächlich ein Zellhaufen ohne eine Form , die darauf hinwies, dass daraus mal ein Menschenleben werden würde. Näher rangezoomt war jedoch bereits das pochende Herzchen zu sehen. Und als ich es dann hören konnte… war es dann sowas von um mich geschehen. Mein Strahlen ging wohl von einem Ohr zum anderen, die anwesende Arzthelferin freute sich jedenfalls sehr mit mir mit.

Siebte Schwangerschaftswoche.
Erst mal alles unauffällig, aber in zehn Tagen würde die erste große Untersuchung stattfinden und der Mutterpass ausgestellt. Noch ein paar Belehrungen zum Thema Ernährung und worauf ich auf der Arbeit achten solle. Ein neuer Termin und ich schwebte aus der Praxis inklusive erstem Foto vom Nachwuchs. Was ein Tag. Zuhause wartet bereits mein Mann. Total angespannt, aber nur ein Blick in mein Gesicht und er wusste Bescheid.

Wie es nun weitergeht? Hoffen wir mal das die nächsten zehn Tage nur Gutes bringen.
Lieber Gruß
Eure Yvonne

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