Den Schnuller abgewöhnen

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Schnuller sind sehr beliebt, denn Schnuller beruhigen Babys. Oft dient der Schnuller als Einschlafhilfe und Tröster. Kein Wunder, denn der Körper des Babys produziert beim Nuckeln Hormone. Diese Hormone können sogar die Verdauung fördern. Besonders bei Koliken kann ein Schnuller schnell helfen und das Kind beruhigen. Möglicherweise kann ein Schnuller sogar das Risiko des „Plötzlichen Kindstods“ reduzieren, dies ist jedoch noch nicht ausreichend belegt worden. Trotzdem sollte man einige Sachen beachten.

Es gibt zwei Kategorien bei Schnullern, sog. kieferangepasste und symmetrische Schnuller. Beim Material gibt es Silikon und Latex. Welcher Schnuller genommen wird, ist Geschmackssache des Babys. Ob ein kieferfreundliches Modell tatsächlich weniger Schaden anrichtet, ist nicht belegt. Langzeitschnuller verursachen jedoch eine gestörte orale Entwicklung und kieferorthopädische Maßnahmen werden nötig. Es kommt öfter zu Zahnfehlstellungen bei Schnullerkindern, als bei Kindern, die ohne Schnuller aufgewachsen sind. Dabei sind Überbisse, Kreuzbisse und offene Bisse, sowie vorstehende Eckzähne und Verschiebungen der Backenzähne zu nennen. Geraten wird, den Schnuller schnellstmöglich abzusetzen. Zum dritten Lebensjahr sollte man dem Schnuller Tschüß sagen. Dies verhindert auch, dass sich Sprachprobleme entwickeln. Denn mit einem Schnuller im Mund spricht es sich nicht gut.

Meine Hebamme riet uns damals, dass wir bei der kleinsten Schnullergröße bleiben sollten (0-6 Monate), da sich schließlich die Brustwarze auch nicht vergrößern würde. Wenn es darum geht, ob Schnuller oder Daumen, sollte man dem Schnuller den Vorzug geben. Daumenlutschen ist noch schwieriger abzugewöhnen als der Schnuller. Der Daumen ist dazu noch hart, wogegen der biegsame Schnuller besser für den Kiefer geeignet ist.

Zur Hygiene: Da das Immunsystem bei Babys noch nicht richtig ausgebildet ist, sollte der Schnuller sauber sein. Wir haben unsere Schnuller sterilisiert, das kann man in einem Topf mit heißem Wasser tun, indem man sie abkocht. Hygiene ist wichtig, da bewiesen wurde, dass Schnullerkinder öfter eine Mittelohrentzündung, oder Mageninfekte bekommen, als Kinder ohne Schnuller.

Was die meisten Mütter verunsichert ist folgendes: sind Schadstoffe im Schnuller enthalten, oder können sie Allergien auslösen? PVC und flüchtige Schadstoffe, sowie krebserregende Zusätze sind in Deutschland nicht erlaubt. Im Ausland sieht das wieder anders aus, also beim Verreisen lieber Ersatzschnuller einpacken. In Schnullern wurde lösliches Platin gefunden, sowie Bisphenol A, einem Ausgangsstoff der Kunststoffherstellung. Für Bisphenol A gibt es einen festgelegten Grenzwert. Ob ein Zusammenhang zwischen Schnullern und dem Anstieg der Silikonallergien besteht, wurde noch nicht erforscht. Es wird jedoch geraten, die durchsichtigen Silikonschnuller zu benutzen.

Wenn man Schnuller verwendet, kommt irgendwann einmal der Tag der Entwöhnung. Eltern greifen oft auf die Schnullerfee zurück, das Kind schenkt dem Weihnachtsmann oder Osterhasen seine Schnuller, oder die Schnuller werden in einer schönen Box verstaut und vergraben. Nur selten klappt die Entwöhnung ohne Probleme. Bei uns lief es eigentlich ganz gut. Wir waren zur zahnärztlichen Kontrolle, da waren die Kinder ca. 2,5 Jahre alt. Der Zahnarzt riet uns, die Schnuller sofort abzuschaffen, weil beide Kinder eine Lücke im Zahnbogen aufwiesen. Beide bekamen den Schnuller nur zum Einschlafen, tagsüber gab es bei uns keine Schnuller, seit dem dritten Lebensmonat, nachdem die Koliken nachgelassen hatten. Nach dem Arztbesuch wurden alle Schnuller weggeräumt. Den ersten Abend gab es Geschrei und Tränen von Seiten meiner Tochter, mein Sohn akzeptierte das Fehlen des Schnullers. Ich habe ihnen erzählt, dass der Zahnarzt alle Schnuller abgeholt hätte. Da sie noch jung genug waren, glaubten sie mir natürlich. Wenn sie nachts wach wurden, habe ich ihnen noch 1-2 Monate den Schnuller gegeben, morgens aber gleich wieder den Schnuller verschwinden lassen. Nach kurzer Zeit waren wir schnullerfrei und nach ca. einem halben Jahr hatte sich der Zahnbogen geschlossen und alles war wieder normal.

Wie war das bei Euch? Hat die Entwöhnung problemlos geklappt?

Eure Alice