Triggerwarnung: Plötzlicher Kindstod – Albtraum aller Eltern

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Der „Plötzliche Kindstod“  (SIDS oder auch sudden infant death syndrom) ist kein gern Thema über das man gerne spricht und berichtet, denn wem reißt der plötzliche und völlig grundlose Tod eines Säuglings nicht das Herz aus dem Leibe?

Als ich das erste Mal in meiner Schwangerschaft mit meinen Sohn davor gewarnt wurde, kann ich mich noch an dieses flaue Gefühl in der Magengegend erinnern.  Ob dies schon ein Zeichen war, oder viele andere auch so empfinden, wenn sie darüber informiert werden,  weiß ich nicht.  Jedoch war ich bedacht und vorsichtig,  als unser Sohn auf der Welt war. Je älter er jedoch wurde, umso mehr verschwand die Angst, dass uns so etwas grausames widerfahren könnte. So war unsere Sorge eher klein, als unsere Tochter Lana zur Welt kam.  Wir hatten bereits einen gesunden Jungen gut durch die Babyzeit gebracht,  wussten worauf wir zu achten hatten, was sollte also passieren?

Das der „Plötzliche Kindstod“ trotz jeder Vorsichtsmaßnahme eintreten kann,  daran verschwendete keiner von uns einen Gedanken.

Doch es kann leider passieren. Und uns geschah dieses unfassbare Leid. Es war der 23 . Januar 2013. Ich war mit Lana Zuhause.  Meine beiden Männer lagen nach einem Arztbesuch im Bett, da sie sich einen grippalen Infekt zugezogen hatten. Der Tag war sonst ohne besondere Vorkommnisse vorübergegangen.

Gegen 22.00 Uhr bekam meine gerade neuneinhalb Wochen alte Tochter ihre Milch und schlief dann auf dem Sofa liegend ein,  während ich neben ihr saß und Fern sah.
Ich wollte wach bleiben,  bis die nächste Mahlzeit anstehen würde, damit ich dann auch ein wenig schlafen könnte.

Als ich gegen 0.15 Uhr aufstand, um kurz zur Toilette zu gehen,  blickte ich nach drei Schritten auf mein Kind zurück. Im ersten Moment dachte ich nur, dass sie im Licht so blass aussieht,  intuitiv ging ich zurück und streichelte ihr über die Stirn, die auffällig kühl war.

In dem Augenblick wusste ich,  was passiert war. Ich hob mein Kind hoch und fühlte wie schlaff ihr Körper war. Ich startete sofort mit der Wiederbelebung, obwohl mir klar war, dass es zu spät war. Ich wählte den Notruf und erst dann schrie ich nach meinem Mann. Dieser Schrei verfolgt ihn bis heute in seinen Träumen.

Die Nacht, in der unser kleiner Engel starb, war die kälteste des Winters, die Straßen waren völlig vereist. Wir saßen im Wohnzimmer,  wo ich immer noch verzweifelt versuchte ein Lebenszeichen meiner Tochter anzuregen,  bis mein Mann unter Tränen sagte, es sei genug.

Die Zeit bis der Rettungsdienst da war, fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Sie schickten uns raus, doch als der Notarzt heraus kam, reichte mir bereits ein Blick und ich wusste,  was er nun sagen würde. Er konnte nichts mehr tun.

Es fühlte sich mit diesen Worten plötzlich so wirklich an und mein Herz zersprang in tausend Teile. Plötzlich befand ich mich in einem Nebel.

Dann kam das übliche Prozedre. Da es sich um eine ungeklärte Todesursache handelte,  wurde die Polizei informiert,  diese wiederum informierte die Kriminalpolizei. Das alles mitten in der Nacht. Gegen drei Uhr morgens waren sie da. Erst sicherten sie Spuren, dann befragten sie uns.

Es ist schrecklich,  wenn man plötzlich wie ein Krimineller behandelt wird, obwohl man gerade den schlimmsten Verlust seines Lebens erlebt hat.

Doch auch das ging vorbei. Wir durften uns kurz von unserem Engel verabschieden,  dann wurde sie zur Obduktion mitgenommen.

Wir schliefen in  dieser Nacht nicht. Ich schlief am Morgen vor Erschöpfung ein. Als ich wieder aufwachte, dachte ich erst an einen schrecklichen Albtraum. Doch so langsam begann die Realität durchzudringen. Mein kleines Mädchen war fort. Und mit ihr ihre ganzen Dinge, denn meine Schwiegereltern hatten bereits alles ins Babyzimmer gebracht und die Tür geschlossen.  Fast so, als hätte es sie nie gegeben.

Ich war wie benebelt.  An die folgenden Tage kann ich mich kaum erinnern. Fünf Tage nach dieser grauenhaften Nacht trugen wir unseren Engel zu Grabe. Dies waren die schwersten Schritte,  die ich bis dahin gehen musste.

Der plötzliche Kindstod kann jeden treffen und überall zuschlagen. Hier einige Maßnahmen, welche vorbeugend wirken sollen:

1. Raucht nicht in der Schwangerschaft , verzichtet auf Alkohol und Drogen

2. Raucht nicht im Haus/ der Wohnung

3. Raucht nicht in der Nähe des Babys

4. Raucher sollten  sich vor dem Kontakt mit dem Baby die Hände waschen,  möglichst die Raucherkleidung wechseln.

5. Vermeidet eine Überhitzung des Babys, Schlaftemperatur liegt optimal bei 18 Grad, achtet auf passende Kleidung,  anhand des Tests der Temperatur im Nacken stellt man fest, ob das Baby friert oder schwitzt

6. Regelmäßig lüften

7. Verzichtet auf Nestchen und Kuscheltiere im Bett um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten

8. Stillen und Schlafen im Elternschlafzimmer im Beistellbett gilt als die beste Vorbeugung

9. Rückenlage

All diese Punkte sollen laut Experten, dem plötzlichen Kindstod vorbeugen, sind aber keine Garantie dafür dass es nicht dazu kommt. Man weiß leider immer noch nicht genau, wie es genau dazu kommt. Bei Fragen wendet euch bitte an eure Ärzte, die euch bestimmt gerne umfangreich aufklären.

Liebe Gruß

Eure Yvonne

2 Kommentare

  1. Wow.
    Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es dir/ euch ergangen ist. Als ich Mama würde habe ich wirklich das ganze erste Jahr durch immer wieder schreckmomente gehabt, weil ich genau davor solche Angst hatte. Und selbst heute wo meine Tochter knapp 3 ist, denk ich manchmal noch dran. Mein Beileid. 🙁
    Herzlichst Sabine

  2. Mir fehlen die richtigen Worte.
    Man denkt immer, einem selber passiert sowas nicht, aber das Schicksal kann so schrecklich sein.
    Mein Beileid,
    Swantje

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