Wieviel Geld braucht ein Kind?

wieviel Kindergeld, wieviel Taschengeld
Eine Frage, die uns momentan beschäftigt und ein Thema, was mir ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Gibt es Taschengeld? Und wenn ja, ab wann? Und vorallem: Wieviel in welchem Alter ? Als ich ein Kind war, bekam ich kein Taschengeld. Wir waren drei Geschwister, und meine Mutter konnte als Witwe damals nicht arbeiten gehen. Somit hatten wir nicht viel zur Verfügung. Gab es Schokolade, so gab es eine Tafel für alle. War Geld übrig, kauften wir gemeinsam etwas für uns.
Als ich 13 Jahre alt war, hatte ich meinen ersten festen Babysitter Job in einer Familie. Dort verdiente ich in der Woche 50 Euro, musste aber auch hart arbeiten für mein Alter. So hatte ich also plötzlich monatlich 200 Euro für mich.
Da ich vorher immer nur meine Mutter fragen musste und sie mir dann sagte,ob es geht oder nicht, hatte ich den richtigen Umgang mit Geld nie wirklich gelernt. Ich gab alles für Heftchen, Süßigkeiten und Klamotten aus. Alles, was eine 13-14 jährige natürlich dringend zum Leben braucht.
Als ich mit 17 zu Hause auszog und plötzlich Miete, Strom, Gas etc, selbst Zahlen musste, war ich vollkommen überfordert. Ich musste hart lernen, wie man sich sein Geld einteilt und vor allem, wofür ich wirklich Geld ausgeben sollte. Zu der Zeit habe ich mir geschworen, diese Sache bei meinen Kindern anders zu machen. Nicht, dass es  böse Absicht meiner Mutter war, aber hätte ich von klein auf gelernt, mit Geld umzugehen, hätte ich heute wahrscheinlich ein besseres Gefühl dafür. Seit mein Großer zwei Jahre alt ist, bzw. seit  er so ungefähr verstanden hat, dass wir Geld zum Bezahlen brauchen, bekommt er Taschengeld.
Ich habe mir vorher natürlich genau überlegt, wie ich das habe handhaben soll, denn wer so früh damit anfängt, muss natürlich mit dem Alter auch das Taschengeld über längeren Zeitraum etwas erhöhen.
Also war sein Kontingent erstmal der Euro nach dem Wocheneinkauf, und am Anfang, als er den Wert noch nicht begriff, haben wir ihn zusammen in die Spardose gesteckt und aussuchen durfte er sich trotzdem beim Einkaufen etwas.
Mittlerweile ist er fünf Jahre alt und versteht schon ganz gut, dass wir ein bestimmtes Budget haben und auch nicht über unsere Verhältnisse leben können. Er bekommt mittlerweile 2,50 in der Woche, zur freien Verfügung.
Natürlich darf er trotzdem das obligatorische Schokoladen Ei oder den Lolli nach absolviertem Einkauf haben und muss diese nicht selbst bezahlen.
Aber alles, was darüber hinaus geht und vorallem, was ich sonst nie kaufen würde, darf er sich von seinem Taschengeld kaufen.
Manchmal reicht sein Geld für bestimmte Sachen nicht, dann fragt er natürlich, ob ich ihm etwas dazu geben kann.
Da haben wir vereinbart, dass der Betrag, den er investiert, in gleicher Höhe von mir investiert wird. Also gibt er 3 Euro dazu, bekommt er von mir ebenfalls 3 Euro. Sollte es dennoch nicht reichen, muss er sparen. Alles was übrig bleibt, kommt in seine Spardose. Vielleicht ist das nicht die allerbeste Lösung, aber für uns funktioniert es aktuell wunderbar und ein schöner Nebeneffekt ist, das er mittlerweile einige Zahlen kennt, das macht ihn natürlich stolz, und gibt ihm das Gefühl, selbstständiger zu sein.
Auch kann er jetzt mit Werten besser umgehen und überlegt ganz genau, wofür er sein Geld ausgibt und ob es sich doch lohnt, noch zu sparen.
Bald fliegen wir in den Urlaub,  und er hat seit Monaten, sein ganzes Geld gespart. Darauf ist er sehr stolz und ich bin gespannt, wofür er es ausgibt.
Generell denke ich, ein Kind braucht nicht viel Geld. Hätte es direkt von Anfang an ein großes Budget, muss man überlegen, ob man diesen Standard halten kann. Vor allem wenn man mehrere Kinder hat.
Natürlich erhöht sich das Taschengeld auch bei uns mit der Zeit, jeweils zum nächsten Geburtstag, um einen Euro. Ich bin gespannt, ob er später mal besser mit Geld umgehen kann als ich, aber manchmal überrascht er mich jetzt schon, wenn er einfach verzichtet und sich etwas günstigers aussucht, obwohl er mich nach einer „Finanzspritze“ fragen könnte.
Wie sehen eure Erfahrungen und Gedanken zum Thema Taschengeld aus, seid ihr dagegen oder dafür ? Habt ihr früher vielleicht auch kein Taschengeld bekommen und seid daher unsicher, wie ihr mit dem Thema umgehen sollt?
Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und vielleicht können wir uns auch noch den ein oder anderen Kniff abschauen.
Eure Jana-Eliza