Das Ding mit der Verwandtschaft

Familien Unterstützung hilft Oma opa generation

Die Verwandtschaft…bei uns ist das so ein Ding – kennt ihr das auch? Meine Kinder, hatten das Glück, in eine wirklich große Familie hineingeboren zu werden.

Ich selbst habe 4 Geschwister, die jeder schon 1-2 Kinder haben, ebenso wie 4 Tanten und Onkel, wiederum unzählige Cousinen und Cousins, die nun auch schon eine Vielzahl an Kindern bekommen haben.

Mein Ehemann hat eine Schwester, die Familie ist etwas überschaubarer als die meinerseits, jedoch auch groß genug, um an Weihnachten unsere Tafel zu füllen. Worauf ich eigentlich hinaus will – Dieses Ding mit der Familie, ist bei uns so ein Ding mit der Entfernung. Leider!

Man lebt in verschiedenen Städten oder Ländern, man sieht sich nicht so häufig und so kennen meine Kinder leider kaum einen ihrer Verwandten so richtig.

Mich macht das traurig. Sehr traurig. Denn, eigentlich ist da eine Familie, die groß und lebendig ist, die aufregende Leben führen und meine Mädchen viel von Ihnen lernen könnten…

Aber, sie wohnen zu weit weg, um Teil des Alltags zu sein. Ich wuchs in einem kleinen Dorf auf. Meine Tante, Cousinen und Cousins in unmittelbarer Nähe.

Ich hatte IMMER jemanden zum Spielen.

Es war IMMER einer da, wenn meine Mama länger arbeiten musste.

Selbst bei Krankheit brachte man sich gegenseitig Tee oder frische Hühnersuppe vorbei. Während meine Tanten und meine Mama mich das Kochen lehrten, brachte mein Onkel mir die Musik näher. Ich nahm so vieles mit, was mich heute noch begleitet und an das ich heute noch so gerne zurückdenke.

Sei es das sammeln der Früchte aus Omas Garten, das gemeinsame Gassi gehen mit Cousinchens Hund. Das Besondere daran war einfach die gemeinsame Zeit, die man miteinander verbrachte. Unsere Wochenenden waren geprägt von der Familie.

Ich erinnere mich heute noch gerne an die sommerlichen Grillabende und die Pizzaabende im Winter, die wir bei Mamas Schwester verbrachten.

Es war so schön und so lustig! Wir aßen, machten Musik, spielten Gesellschaftsspiele, planschten im Pool oder saßen zusammen und besprachen Dinge, die uns beschäftigten. Je mehr ich darüber nachdenke, desto melancholischer werde ich, und umso bewusster wird mir, dass meine Kinder solche Erinnerungen nicht haben werden. Inmitten der Großstadt leben wir unser hektisches Leben…. Meistern unseren Alltag und erzählen den Mädchen lediglich von der Tante aus der Türkei und der Cousine mit dem Reiterhof.

Lange waren längere Fahrten und Ausflüge nicht möglich, da unsere große Tochter ein extremes Refluxkind war und wir immer auf Ärzte in unmittelbarer Nähe angewiesen waren. Nun hat sich dies gelegt und wir nehmen uns vor, ihnen nach und nach nicht nur von der Verwandschaft zu erzählen, sondern sie Ihnen zu zeigen und vorzustellen.

Sie werden älter und verstehen mehr, sie können besser verknüpfen, wer zu wem gehört und warum wir manche Verwandten einfach nicht so häufig sehen, wie andere. Sie werden Reisen und Übernachtungen besser wegstecken, als noch vor ein oder zwei Jahren.

Ich freue mich auf all die Abenteuer, die sie so erleben dürfen und hoffe, dass sie sich gerne daran erinnern werden. Doch eines, wird Ihnen eben doch fehlen- das Alltägliche, das Behütete inmitten eines großen, sozialen Umfeldes – so wie ich eben aufwachsen durfte.
Das Ding mit der Verwandtschaft… Wie ist das denn bei euch? Wie sind eure Familienstrukturen denn so? Ich freu mich auf eure Antworten.

Herzlichst,

Eure Tascha