Hyperemesis gravidarum (Erfahrungsbericht)

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Seit der ersten Schwangerschaft litt ich an einer extremen Schwangerschaftsübelkeit. Auch diesen Artikel kann ich nur schreiben, weil heute der 4. Tag meines venösen Zugangs im Arm war, sodass er heute gezogen wurde und ich meine Hand schmerzfrei bewegen kann. Jetzt habe ich etwas Zeit zu Schreiben, bevor die Infusion aufhört zu wirken und ich leider wieder beginne zu erbrechen.
Nun könnte man meinen, ich bin momentan ein kleines Wrack, was wahrscheinlich nüchtern betrachtet auch zutrifft (ich sehe aus wie ein Zombie). Aber man muss immer das Positive sehen: Ich erbreche nicht, weil ich einen sinnfreien Magendarminfekt habe oder eine schwere Krankheit, ich erbreche, weil ich schwanger bin und mein Magen mittlerweile sehr überreizt ist.

Leider kann ich nun die 3. Woche in Folge auch nicht arbeiten, was mich schon sehr belastet, da ich sehr gerne mit Kindern zusammenarbeite. Ich vermisse meine Klasse und meine Kollegen und ich fühle mich schlecht, weil mich andere Kollegen vertreten müssen. Dennoch kann ich momentan nichts machen, weil ich nur erbreche und daher auf die Infusionen jeden Vormittag angewiesen bin. Ich habe die Hoffnung, dass das Erbrechen vielleicht plötzlich aufhört oder wieder geringer wird. Ich erbreche wirklich sehr oft am Tag. Immer und immer wieder. Ohne die Medikation erbreche ich sogar Wasser. Ich erbreche aus dem Auto heraus, auf die Straße, in unseren Vorgarten, vor unsere Haustüre, in jedes Waschbecken, vor den Kindergarten….. Im Prinzip überall. Außer ich habe meine Infusion gehabt, dann hält es einige Stunden. Ich habe Ingwer probiert, jegliche Kräuter, Tabletten, Zäpfchen, Süßigkeiten und und und. Es hilft alles nicht so richtig. Dank meinem lieben Arzt muss ich nicht stationär ins Krankenhaus, denn das wäre mit zwei Kindern unter 6 Jahren zu Hause wirklich der Alptraum. Mittlerweile bin ich in der 18. Schwangerschaftswoche und es ist gefühlt, kein Ende in Sicht. Dem Baby geht es aber prächtig, auch wenn mein Bauch flacher, als vor der Schwangerschaft ist .

Ich habe eine kleine Sammlung meiner Tipps zusammengestellt:

  • Umfeld aufklären, dass es sich nicht um eine normale Schwangerschaftsübelkeit handelt, sondern, dass man mind. 5 mal am Tag erbricht.
  • Versuchen viel zu trinken (klingt einfach, ich scheitere oft daran )
  • Kleinigkeiten essen, wenn man sich danach gerade fühlt
  • Hilfe suchen: Bezahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe? Können Freunde oder Bekannte helfen bei der Kinderbetreuung oder beim Einkauf?
  • Nicht aufgeben: Ich weiß es klingt sehr einfach. Aber es hat einen guten Grund, wieso wir so leiden müssen und der Grund ist das größte und beste Wunder der Welt: Ein Baby!
  • An die eigene Gesundheit und die Gesundheit des Kindes denken: Fällt mir oft sehr schwer. Kein schlechtes Gewissen haben. Sich um sich selbst kümmern und irgendwie Tag für Tag überstehen.
  • Arzt miteinbeziehen: Der Arzt sollte euch ernst nehmen und das Erbrechen nicht runterspielen. Auch der Hausarzt kann euch unterstützen und helfen.
  • Akupunktur und Infusionen: Akupunktur kann bei Übelkeit / Erbrechen helfen und zumindest auch zur körperlichen Entspannung beitragen. Infusionen sind wichtig, um den Mineralien-/Elektrolyt-/Flüssigkeitshaushalt zu gewährleisten.

Habt ihr Erfahrung mit Schwangerschaftserbrechen? Habt ihr Tipps und Tricks die Zeit zu überstehen?

Lieber Gruß und alles Gute für alle Schwangeren

Eure Jasmin