Herbst – Zeit der Veränderungen

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Nun bin ich schon 36 Jahre alt und trotzdem bin ich jedes Jahr aufs Neue vom Wechsel der Jahreszeiten beeindruckt. So, als ob ich ihn zum ersten Mal erleben würde. Kennt Ihr das? Man hat sich so schnell daran gewöhnt, in Sommerkleidung draußen zu sitzen, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, wie es anders sein könnte. Zugegeben, war dieser Sommer nicht gerade ein Paradebeispiel, dennoch bin ich überrascht, über die morgendliche Kälte und Dunkelheit. Gefühlte Stunden stehe ich vor dem Kleiderschrank und überlege, welche Kleidung für dieses Wetter geeignet ist. Ich erfreue mich an den ersten Kastanien und bunten Blättern der Bäume, als ob ich diese noch nie zuvor gesehen hätte. Und wann wird doch gleich wieder die Zeit umgestellt? Da dies aber fast niemand so auf Anhieb beantworten kann, scheine ich ja nicht die einzige zu sein, die den Jahresablauf jedes Jahr „neu“ erlebt. Sonst wäre es ja auch langweilig.

Auf jeden Fall mag ich den Herbst sehr gerne. Es ist einfach gemütlich, bei diesem trüben Wetter mit einer Tasse Tee in eine Decke eingekuschelt auf dem Sofa zu sitzen und ein Buch zu lesen. Auch die Dekorationsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Ich liebe die warmen Farben des Herbstes. In keiner anderen Jahreszeit kann man in der Natur so viele Schätze sammeln. Da unsere Tochter ebenso wie ich gerne kreativ tätig ist, verbringen wir viele Nachmittage mit basteln und dekorieren. Wir sammeln Kastanien und Eicheln für Kastanienmännchen, bunte Blätter, die wir pressen oder laminieren, wir schnitzen Kürbislaternen oder basteln Laternen aus Transparentpapier. Unser Jahreszeitentisch ist so voll, wie zu keiner anderen Zeit im Jahr. Auch unser Speiseplan ändert sich im Vergleich zum Sommer. Wir kochen Kürbissuppe, Linsensuppe oder Kartoffelsuppe, backen Nusskuchen mit einer leichten Zimtnote und trinken Unmengen an Tee. Beim Essen zünden wir zahlreiche Kerzen an.

Für Kinder gibt es so viele wunderbare Bücher zum Thema Herbst und vielerorts finden Herbstmärkte oder Kürbisfeste statt.

Ich liebe den Wechsel der Jahreszeiten, denn jede Jahreszeit beinhaltet so viel Schönes und Besonderes. Dennoch bedeutet es auch immer wieder ein Stück Veränderung, Abschied von Gewohntem und Begrüßung von Neuem. Wenn diese Veränderung für mich mit 36 Jahren jedes Jahr aufs Neue überraschend kommt, ist es nicht verwunderlich, dass sie für unsere vierjährige Tochter, die den Jahresablauf erst nach und nach begreift, noch viel bedeutsamer ist.

Sich plötzlich wieder eine Jacke und warme Schuhe anziehen zu müssen, nicht mehr mit Wasser im Sand matschen zu können, bedeutet für sie eine Veränderung, die sie erst mal akzeptieren muss. Es bedarf unsere Emphatie und Einfühlungsvermögen ihr den Jahreslauf näher zu bringen, ihr das Schöne an jeder Jahreszeit zu vermitteln und Geduld, wenn ihr der Übergang von einer Jahreszeit zur nächsten mit seinen einhergehenden Veränderungen doch einmal etwas schwerer fällt.

Wie erlebt ihr den Übergang von Sommer zu Herbst und habt ihr eine Lieblingsjahreszeit?

Liebe Grüße

Rebekka