Gedanken zur 21. Schwangerschaftswoche – der 6. Monat ruft

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Wie die Zeit vergeht: Jetzt bin ich auch schon mittlerweile in der 21. Woche schwanger, d.h. der 6. Monat meiner Schwangerschaft hat begonnen. So langsam beginne ich Kleidung zu sortieren, die Kleidung meiner Tochter zu verkaufen (wer also Interesse an Mädchenkleidung Gr.50-80 hat, kann sich gerne bei mir melden ;-)) und ich mache mir auch darüber Gedanken, wie wir das 3. Kinderzimmer einrichten werden. Trotz meiner Hyperemsis Gravidarum beginnt mein Bäuchlein nun auch zu wachsen. Ich spüre deutliche die Bewegungen unseres kleinen Jungen und viele Gedanken schießen mir durch den Kopf.

Ich stille noch unsere 1,5 jährige Tochter. Immer vor dem Einschlafen am Abend und auch nachts einige Male. Wie wird das werden, wenn der kleine Junge auf der Welt sein wird? Wird sie sich zurückgesetzt fühlen? Wird sie vor der Geburt, so wie mein erstgeborener Sohn damals, einfach mit dem Stillen aufhören? Ist es unfair ihr die Brust nachts zu verwehren, wenn es mir einfach zu sehr wehtut? Ist das egoistisch?

Ich denke, nicht nur mir geht es so. Ich denke es ist nicht egoistisch, dem Kleinkind die Brust zu verwehren, wenn es einfach zu sehr wehtut. Aber ich nehme sie dafür noch mehr in den Arm und tröste sie. Das kommt auch nur in manchen Nächten vor, wenn sie zu oft trinkt. Mittlerweile werden die Nächte auch stets ruhiger und sie möchte maximal 4mal trinken.

Nun ja, auch die Frage, wie es wird wenn der kleine Junge da sein wird, lässt sich eigentlich insofern beantworten, dass ich mich beruhige. Wieso sollte es nicht klappen? Mein großer Sohn hat im Übrigen sozial und charakteristisch sehr davon profitiert, die Rolle des großen Bruders zu haben. Er ist richtig aufgeblüht und ist gerne der große Bruder. Natürlich gibt es auch mal Zoff, aber den gibt es auch so ;-). Daher bin ich davon überzeugt, dass auch unsere kleine Tochter in die Rolle der, nun eben nicht nur kleiner sondern dann auch, der großen Schwester aufblühen wird. Die Nächte werden schon irgendwie werden und im Notfall stille ich eben Tandem. Ich werde euch auf jeden Fall berichten, wie alles werden wird.

Ich habe ja nun die Hälfte der Schwangerschaft hinter mir und, da wir im August in unser eigenes Haus gezogen sind, steht das zukünftige Kinderzimmer noch leer. In einigen Zimmern fehlen auch noch die Sockel- und Deckenleisten. Diese Dinge will ich alle noch im Jahr 2017 erledigt haben: Die Sockel- und Deckenleisten sollen angebracht werden und das 3. Kinderzimmer soll eingerichtet werden. Da das Zimmer glücklicherweise in einem Crème verputzt wurde (ich war überzeugt, dass mein Baby ein Mädchen wird und habe fast das Zimmer rosa verputzen lassen, glücklicherweise ist mein Mann sehr besonnen!!) möchte ich es mit weißen Möbeln einrichten. Außerdem soll eine Federwiege an die Decke montiert werden. Ich möchte einen weißen Kleiderschrank, ein weißes Regal mit Fächern für Spielzeug, ein weißes Tandembett (das ist so ein Funktionsbett, wo man eine zweite Matratze ausziehen kann, unser Sohn hat bereits so ein Bett und ich finde es super praktisch) und unsere mobile grau-weiße Wickelkommode dort hineinstellen. Mit Dekoartikeln wird es dann auch persönlicher und wärmer. Im Bett wird der kleine Junge eh die nächsten Jahre nicht schlafen. Das Zimmer soll mehr der Ort für seine Sachen (Kleidung, Spielzeug), für ein Mittagsschläfchen in der Federwiege oder für Gästeübernachtungen sein. Nachts ist der Kleinste natürlich bei uns!

Kleidung habe ich bereits aussortiert. Ich hatte von meinem erstgeborenen Sohn nicht mehr so viel gut erhaltene Kleidung in den Babygrößen, daher habe ich einige gebrauchten und selbstgenähten Kleidungsstücke bereits gekauft. Das Meiste gebraucht, ich liebe Second-Hand-Kleidung. Nun ja, soweit ist also alles geplant und im Gange. So richtig zufrieden bin ich aber erst, wenn alles fertig und bereit ist. So wie ich mich kenne wird alles vor dem Jahreswechsel bereit sein. So mag ich das einfach, vielleicht ist es meine Art, vielleicht ist es auch mein ausgeprägter Nestschutz.

Zwischen dem extremen Erbrechen und der wiederkehrerenden Frage bevor ich etwas trinke oder esse: Wird es sehr schmerzhaft sein, wenn ich es wieder ebrechen muss?, ist es aber auch einfach wichtig mich an den schönen Dingen zu orientieren. Dazu gehört auch das Laternenbasteln für meinen Sohn (er wünscht sich eine Polizeilaterne) und das mit Venenkanüle im Arm ;-). Aber die liebe Oma (meine Mama) hilft mir auch sicherlich hierbei. Sie ist es ja bereits gewöhnt, dass ich die supertollen Ideen habe und dann die Anweisungen gebe, wie es gemacht werden soll (kleiner Scherz am Rande).

In der letzten Zeit habe ich einfach gemerkt, wie wichtig es ist, die schönen Dinge zu schätzen: Die liebe Hilfe überraschende Hilfe der besorgten Nachbarn und auch der Freunde anzunehmen, wenn es mein Stolz zumindest zulässt. Zu bemerken, wie viele liebe Freunde ich habe, die sich immer wieder nach mir erkundigen und nicht die Hofffnung aufgeben, dass das Erbrechen besser wird. Auch habe ich bemerkt, dass manche gar nicht nach mir fragen. Aber auch das meint sicherlich niemand böse, manchmal ist man einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt oder kann sich auch gar nicht vorstellen, dass Hyperemsis Gravidarum eben keine Morgenübelkeit ist, sondern bis zu 50mal Erbrechen am Tag.

Ich bin froh, dass mein Mann mich erträgt, obwohl ich es oft momentan selbst schwer finde mich zu ertragen und er sogar oftmals beim Arzt vorbeikommt und mich immer wieder versucht zu einem Snickers oder einen Schluck Wasser zu überreden. Besonders dankbar bin ich auch meinem Hausarzt, der die ganze Infusionstherapie übernimmt, an jedem Tag, auch am Wochenende, auch am Feiertag: Immer legt er mir die stundenlangen Infusionen. Alles dafür ich nicht stationär ins Krankenhaus muss. Und ohne meine Mutter, die mir so unter die Arme greift, obwohl sie selbst arbeitet, wäre das alles auch nicht möglich. Wie dankbar ich sein kann, so viele Menschen, um mich zu haben, die sich so um mich kümmern. Ich hoffe, dass ich das auch so zurückgeben kann.

Lieber Gruß,

Eure Jasmin