Kind und Karriere

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Es gibt diese Traumvorstellung, dass eine Frau zur Mutter wird und sich drei Jahre lang nur um ihr Kind kümmert. Bevor es dann im Kindergarten eingewöhnt wird und die Mama in Teilzeit, am besten nur Vormittags, berufstätig ist, um weiterhin ihre mütterlichen Pflichten erfüllen zu können.

Wenn man das so möchte und es dann auch noch klappt, dann ist das hervorragend.

Nur was ist, wenn es aus finanziellen Gründen oder karrierebedingt nicht möglich ist, so lange zu Hause zu bleiben? Was ist, wenn der Mutter zu Hause die Decke auf den Kopf fällt?

Ich wurde in der Ausbildung schwanger und musste sofort in ein Beschäftigungsverbot, da im Einsatz in der Pflege nicht für unsere Sicherheit garantiert werden konnte. Da war ich am Ende des zweiten Lehrjahres. Um nicht den Anschluss zu verpassen, stieg ich genau ein Jahr später wieder ein, unser Sohn war da gerade 5 Monate alt. Mein Mann blieb, bis der Kleine 10 Monate alt war, zu Hause.

Um einen Kitaplatz kümmerten wir uns erst zu diesem Zeitpunkt und wir hatten unwahrscheinlich großes Glück, denn in diesem Jahr hatten sich nur wenige Eltern um einen U3 Platz beworben. So bekamen wir einen Kitaplatz, ca. sechs Monate später, zugesichert. Doch dieses halbe Jahr waren wir  auf die Betreuung durch die Familie angewiesen. Das war gar nicht so einfach, wo wir so jung Eltern geworden sind und unsere Eltern auch noch berufstätig waren.

Es war tatsächlich ein Gewaltakt, und das nicht nur wegen der Berufstätigkeit, sondern auch dem Streit und Ärger der innerhalb der Familie entstand. Ich fühlte mich als Mutter völlig zurückgesetzt. Egal was ich wollte, ich hatte immer das Gefühl, ich werde übergangen.

Als unser Nesthäkchen kein Jahr nach unserem Sternenkind auf die Welt kam, war bereits klar, dass ich nur ein Jahr zu Hause bleiben würde, aus wirtschaftlichen Gründen, denn ein großer Teil der Ersparnisse war in die Beerdigung und Grabanlage geflossen.

Da mein neuer Arbeitgeber mich bereits knapp zwei Monate vor ihrem ersten Geburtstag als Arbeitskraft dringend benötigte, wurde unsere Kleinste bereits mit 9 Monaten in der Kita eingewöhnt. Es fiel mir zwar unsagbar schwer, jedoch wusste ich, dass es für uns so richtig ist. Sie war ein Jahr lang die Kleinste in ihrer Gruppe, die anderen Kinder waren zwischen einem und zwei Jahren alt, auf zehn Kinder kamen zwei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin.

Eineinhalb Jahre blieb sie in der Gruppe und sie ging immer gerne hin. Ja, insgesamt kann ich nur positives berichten. Es wurde berücksichtigt, dass sie statt einer Decke im Schlafsack ein Nickerchen hielt, auch über das erste Jahr hinaus. Es wurde akzeptiert, dass ich sie, wann immer es möglich war, zu Hause behielt oder bereits mittags wieder abholte.

Sie hatte ein gutes Verhältnis zu allen Erzieherinnen, hatte aber auch eine feste Bezugsperson. Heute ist unser Nesthäkchen drei Jahre alt und hat sich zu einem offenen und kontaktfreudigen Mädchen entwickelt.

Heute arbeite ich Teilzeit im Nachtdienst und bin so tagsüber für meine Familie da. Für uns die optimale Lösung. Letztendlich muss aber jeder seinen eigenen Weg gehen und herausfinden, was das beste für seine Familie ist.

Eure Yvonne

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