Mein freier Tag

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Dass ich kurz nach fünf aus dem Bett geschmissen werde, ist heute nicht so schlimm, denn ich muss nicht zur Arbeit. Der freie Tag ist natürlich komplett durchgeplant, alles was liegen geblieben ist, soll heute erledigt werden.

Dadurch, dass wir so früh aufstehen, sind wir mit allem rechtzeitig fertig. Um acht Uhr haben sich die Handwerker angekündigt und sind tatsächlich kurz nach acht da. Prima, das läuft ja wie am Schnürchen.

Während den Nachbarn mitgeteilt wird, dass das Wasser abgestellt wird, bringe ich schnell die Kinder in den Kindergarten. Das der Van unsere (wirklich große) Einfahrt blockiert, ist nicht so schlimm. Meine Mutter muss eben kurz mit ihrem Auto zurücksetzen und mich durchlassen.

Die Kinder gehen brav und ohne das übliche Geschrei in den Kindergarten, denn der Fotograf ist da und sie freuen sich darauf. Ich bin schnell wieder zurück und beginne zunächst mit der Chaosbeseitigung, also Aufräumen. Als es klingelt, eile ich vom zweiten Stock hinunter, um den Handwerkern zu öffnen. Ich soll Wasser aufdrehen. Wasser läuft noch. Handwerker ziehen wieder los, um es erneut zu abzustellen. Wieder Treppe rauf, weiter aufräumen, denn zwei kleine Kinder können unglaublich viel und in kürzester Zeit ein Zimmer auf den Kopf stellen.

Nach dem fünften Mal Klingeln öffne ich, sagen wir leicht verstimmt. Nach 1 ½ Stunden läuft das Wasser immer noch. Fachkundiges Personal ist Gold wert. Ich gebe meiner Mutter Bescheid, dass sie sich um die Handwerker kümmern soll, denn ich muss los. Mein Paket mit den Winterhandschuhen der Kinder wartet in der Filiale eines Einzelhändlers. Das Paket wird sieben Tage aufbewahrt, heute ist natürlich Tag Nummer sieben. Also ab ins Auto, denn die nächste Filiale befindet sich 30 Minuten entfernt.

Nach 10 Kilometern schleicht ein LKW mit 65km/h vor mir, und natürlich null Überholmöglichkeiten. Kurz vor dem Ziel, dann endlich eine freie Fläche und ich ziehe lächelnd an dem LKW vorbei. Nach der nächsten Kurve vergeht mir wieder das Lächeln: ich stehe erstmal im Stau, der LKW direkt hinter mir. Hmm, hat sich also nicht wirklich gelohnt. 25 Minuten später stehe ich im Parkhaus. Im Stechschritt geht´s in die Filiale, Paket abholen. Dank kotzendem Baby und einer Kundin mit Jahreseinkauf an der Kasse, stehe ich ein schönes Weilchen in der Schlange, eine zweite Kasse aufzumachen, fällt niemandem ein. Die Rückfahrt gestaltet sich endlich ohne Zwischenfälle – bis eine Amsel über die Straße fliegt. Ich denke mir noch, da habe ich aber Glück gehabt, dem entgegenkommenden Auto wird der arme Vogel nicht ausweichen können. In diesem Moment dreht der Vogel und kracht in mein Auto. Na toll!

Daheim sind wenigstens die Wasser-“Heinis” weg. Sie kommen in fünf Jahren wieder. Prima, ich freue mich schon drauf. Sobald das Bad geputzt ist, steht ein wichtiges Telefonat an, das ein wenig länger dauert, als geplant, weil Frauen sich auch mal verquatschen. In den letzten zwei verbleibenden Minuten wird der Tisch gedeckt.

Ich bemerke, dass ich seit Stunden nicht mehr Pipi war und dann muss ich auch wieder los, die Kinder vom Kindergarten holen. Mein Sohn macht das übliche Theater beim Essen, er kommt gerade nicht gut damit klar, dass ich wieder arbeiten gehe. Nichts ist Recht, alles wird bemängelt, sobald das Gemecker vorbei ist, setzt er sich hin und isst, hat gute Laune, als wäre nichts gewesen.

Mama dafür ist schon durch mit dem Tag. Nach dem Essen muss ich noch saugen. Ich schicke die Kleinen ins Kinderzimmer und verspreche schnell zu machen. Mein Sohn kommt zu mir und zupft an meinem Pulli.

„Mama, Stinker ist in der Hose.“ Aja, das hatten wir in letzter Zeit öfters und irgendwie passt das zum heutigen Tag.

Kind ausgezogen, sauber gemacht, angezogen. Unterwäsche und Hose ausgewaschen. Zu Ende gesaugt. Als Belohnung dafür, dass ich Saugen konnte, spielen wir ein Spiel zusammen. Danach müssen wir einkaufen, das habe ich morgens nicht geschafft. Nachmittags sind die Kinder immer aufgedreht, da macht das Einkaufen wahre Freude. Während ich an der Fleischtheke bedient werde, holt meine Mutter mit meiner Tochter Fisch aus dem Kühlfach, mein Sohn zieht mit dem Kindereinkaufswagen ab.

Ich denke mir nichts dabei, sie verstecken sich gerne zwischen den Gängen und die Verkäuferinnen kennen meine zwei Rabauken gut. Mein Sohn erwartet mich an der Kasse, er hat schon alles ausgeräumt. Überrascht stelle ich fest, dass ein Fertigkuchenboden, eine Dose Mandarinen, sowie Schokostreusel über das Band gezogen werden.

„Wo kommt das denn her?“, frage ich meinen Sohn.

„Du sollst einen Kuchen backen, wie zu Papas Geburtstag“, teilt mir mein Sohn mit. Aha, Mohrenkopf-Torte. Ich habe aber ehrlich gesagt, keine Lust. Zur Erklärung: wir backen fast jede Woche irgendwas und ausgerechnet heute, mag ich nicht!

„Da brauche ich Sahne, Quark und Mohrenköpfe dazu“, teile ich ihm mit.

„Mama, du hast den Kuchen versaut!“, bockt er, also verspreche ich ihm, morgen die fehlenden Sachen zu besorgen und bitte ihn, nicht eigenmächtig einzukaufen. Nach dem Einkauf geht es auf den Spielplatz, ab morgen soll es tagelang regnen.

Abends bringe ich die Kinder ins Bett. Da alleine Schlafen gerade nicht funktioniert, schlafen beide im Elternbett. Mama in der Mitte, rechts und links einer neben mir, die Gute-Nacht-Geschichte fällt heute deutlich kürzer aus, denn Mama muss dauernd gähnen. Eine Stunde später auf wache ich auf, gut möglich dass ich vor den zweien eingeschlafen bin. Ich befreie mich aus dem Wust aus Händchen und Füßen und schleiche ins Bad. 21 Uhr.

Eigentlich wollte ich noch an den PC, jetzt lohnt sich das echt nicht mehr. Ich putze mir die Zähne und falle wieder ins Bett.

Fazit: freie Tage sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Kommt euch das bekannt vor?

Liebe Grüße

Eure Alice