5 Dinge, die ich mir ohne Kinder irgendwie anders vorgestellt habe

mama Irrtümer. mama Magazin

Einige Freundinnen von mir und auch einige in meinem Bekanntenkreis bekommen in den nächsten Wochen ihr erstes Kind. Das ist einfach wunderbar und ich freue mich riesig, dass mein nahes Umfeld nun auch Kinder bekommt. Es ist so spannend plötzlich Eltern zu werden und ich weiß noch ganz genau, welche Dinge ich mir wie vorgestellt habe und, dass einige Dinge etwas anders in meiner Vorstellung waren. Die Realität sah so anders aus. Heute möchte ich euch davon berichten, wie sich meine Vorstellungen zu der Realität unterschieden haben und wieso ich das sogar richtig gut so finde: So wie alles ist, ist alles genau richtig!

  1. Ein Baby schläft automatisch in seinem Bett oder der Wiege und fühlt sich pudelwohl. Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich eigentlich mehr mit Kindern ab 2 Jahren zu tun hatte und nur einige Zeit Babys betreut habe. Ein Baby schlief immer bei den Eltern im Bett, ich habe mir darüber aber nie Gedanken gemacht, die anderen Beiden (Zwillinge) immer jeweils im eigenen Bett. Ich habe mir nie beurteilende Gedanken dazu gemacht, so wie es war, war es bestimmt gut so. So dachte ich einfach auf irgendeine Art und Weise, dass Babys dazu gemacht sind, alleine zu schlafen. Die mögen das und fühlen sich pudelwohl. Nun war die Realität wie folgt: Unser Baby hat ab und an gerne im Stubenwagen oder der Federwiege geschlafen, aber besonders gerne hat er auf meinem Bauch oder dem Bauch meines Mannes geschlafen und wir haben es geliebt. Es war einfach das Wundervollste auf der ganzen Welt. Ich würde sagen, dass das wirklich bis jetzt noch in meinem Herzen geblieben ist: Dieses warme Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit, wenn mein Babyjunge auf mir geschlafen hat. Er konnte stundenlang auf meinem Bauch schlafen und ich lag da, wie eine Statue und ich habe jede Sekunde genossen.
  2. Ein Baby stillt sich automatisch nach 6 Monaten ab, weil es sich dann unglaublich sehr freut Beikost zu essen und das natürlich auch sofort kann und mag. Nun ja, woher sollte ich auch wissen, dass ein Baby einfach total gerne gestillt wird und erst einmal lernen muss, Beikost zu essen. Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht und alle möglichen Leute, auch die Werbung erzählt doch, dass Babys gerne Beikost essen. Nun, mein Sohn musste es natürlich lernen. Und anfangs war ich verzweifelt: Ich dachte, oh nein, er will trotzdem noch gestillt werden, trotz dem Brei zu Mittag, was ist mit ihm nur los? Wird er niemals lernen richtige Kost zu essen? Wird er mir ewig an der Brust „hängen“? Natürlich nicht. Das ist ganz normal und die anfänglichen Wochen sind einfach nur eine Beikostgewöhnung. Nicht nur der Magen muss sich an die neue Kost gewöhnen, auch die Muskeln des Mundraums, der Schluckreflex und die Psyche des Kindes. Irgendwann essen sie alle J und eigentlich ist es doch auch schön, wenn das Baby noch gestillt werden will und die Nähe sucht, sicherlich auch, um zu entspannen.
  3. Obwohl es sich um mein Direkt-Nach-der-Geburt-Erlebnis handelt, habe ich es bewusst nicht an erste Stelle gesetzt. Achtung Schwangere, vielleicht nicht lesen, sonst könnte ich Illusionen bzgl. den ersten Nächten nehmen. Ein Baby schläft nachts. Es wird gestillt, wenn es mag und das ist vielleicht so alle 4-6 Stunden.  NIEMAND hat jemals erwähnt, dass mein Neugeborenes alle 2-3 Stunden nachts gestillt werden soll, dass ich mir den Wecker stellen soll und, dass es ganz wichtig für die Milchbildung ist, dass ich oft stille. (mehr Stillmythen hier) Die Realität hat mich dann flott eingeholt: Nachdem ich unseren erstgeborenen Sohn um 03.45 Uhr, nach 6,5 Stunden auf die Welt gebracht hatte, überhaupt nicht geschlafen hatte, den ganzen Tag dann über wach war, weil ich so aufgeregt war, hat mir die Stillberaterin um ca. 18 Uhr gesagt, dass ich mir bitte den Wecker stellen soll. Mein Sohn trinkt zu wenig (er war sehr erschöpft) und ich muss ihn zum Trinken wecken. Und das: Alle 2-3 Stunden! Ich war geschockt. Ich war doch so übermüdet. Nur 2-3 Stunden am Stück schlafen? Ich wollte doch nur schlafen. In meiner jetzigen Situation (2fache Mama und schwanger mit Nr.3) muss ich so über meine naiven Gedanken herzhaft lachen, vor allem heute wäre ich mal froh 3 Stunden am Stück mehrmals pro Nacht schlafen zu können. Damals dachte ich das ist die Vollkatastrophe. Nun ja, natürlich war es gar nicht so schlimm und ich habe einfach gelernt, zu ruhen, wenn mein Baby ruht. Aber lustig finde ich es bis heute noch. Der Schock darüber einfach nicht mehr so viel schlafen zu können.
  4. Babys können von Mama oder Papa ins Bett gebracht werden, das ist alles Gewöhnungssache. Die verstehen das, dass Mama und Papa beide das können.
  5. Wie ihr aufgrund Punkt 3 erfahren habt, habe ich beide Kinder gestillt. Hiermit erledigt sich das ins Bett bringen von Mama oder Papa doch schneller, als gedacht. Zur Verteidigung muss ich anbringen, dass mein Sohn sehr gerne von Papa ins Bett gebracht wurde (ab ca. 6-7 Monaten) und nie Probleme damit hatte, solange ich nachts wieder da war. Ich war das auch immer, ich kann eigentlich nicht sagen, wie es gewesen wäre, wenn ich nicht da gewesen wäre. Vielleicht wäre das auch kein Problem gewesen. Meine zweitgeborene Tochter allerdings war von Anfang an etwas ängstlicher nachts. Tagsüber war auch sie sehr ruhig und ausgeglichen, aber nachts hatte sie von Beginn an Angst. Sie hat sehr viel Nähe nachts gebracht und sie hat vor allem mich nachts gebraucht. Für meinen Mann war das eine harte Erfahrung, weil er ihr so oft versucht hat, die Nähe zu geben, aber sie sich nicht beruhigen ließ. Viele in meinem Bekanntenkreis haben das nicht verstanden. Als sie 1 Jahr alt war, meinten sie, die muss das lernen. Ich habe daraufhin beschwichtigend entgegnet, dass sie es schon lernen wird. Aber, dass sie erst 1 Jahr alt ist und es nicht versteht. Solange sie mich so sehr braucht, werde ich da sein, soweit es natürlich möglich ist. Und dann wird sie die innere Ruhe selbstständig bekommen und wissen: Mama kommt immer wieder und, ich muss keine Angst haben, denn mein Papa ist auch da. Und, was soll ich sagen? Ja, sie hat es gelernt. Und sie ist noch nicht einmal 2 Jahre alt. Dennoch ist sie der Grund, wieso ich mich mit meiner Hyperemesis Gravidarum weigere ins Krankenhaus zu gehen. Ich bringe es nicht übers Herz, weil ich weiß, sie würde nachts besonders Angst bekommen und denken, dass ich nicht mehr wiederkomme.

Nun bin ich aber neugierig: Was sind eure lustigen Erlebnisse? Was habt ihr euch vor der Schwangerschaft so ganz anders vorgestellt? Ich freue mich sehr auf ihre Anekdoten.

Ganz liebe Grüße,

Eure Jasmin

 

1 Kommentar

  1. Schön geschrieben 🙂 Ich habe meinen Bauch auch gerne als Bett bereit gestellt. Da kann man auch gerne etwas zunehmen und das Bett etwas gemütlicher machen 😀

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