Wenn andere dir sagen, was du tun sollst

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Irgendwie ist es schwer als Mama das Richtige zu tun. Auf jedem Mitglied unserer Gesellschaft lastet ein Druck, sich auf bestimmte Art und Weise zu verhalten. Kinder sollen ruhig sein, Erwachsene fleißige Arbeiter und Arbeiterinnen, Männer müssen stark sein, Frauen schmeißen den Haushalt und managen die Familie..die Liste könnte ewig weitergeführt werden.

Als Mama in Elternzeit finde ich es besonders schwer mich zu positionieren, da so viele Erwartungen von den unterschiedlichsten Menschen an das Mamasein gestellt werden. Das geht eigentlich schon in der Schwangerschaft los und endet wahrscheinlich nie.

Geht eine Mama kurz nach der Geburt wieder arbeiten, ist sie “karrieregeil” und vernachlässigt ihre Familie. “Du musst doch für Dein Kind da sein!” Über den Vater sagt das kaum jemand, im Gegenteil “einer muss ja das Geld nach Hause bringen.”

Bleibt eine Mama länger, als die oft üblichen 12 Monate zu Hause, wird das genauso negativ bewertet. “Du musst doch das Kind in die Krippe geben, es braucht andere Kinder.”

Stillt eine Mama, so ist das prima, stillt sie länger als ein halbes Jahr ist nur noch wenig Verständnis da. “Du musst es langsam abgewöhnen, sonst will es immer die Brust.” Die Flasche geben wird oft verteufelt, Brei zu füttern ist wiederum das Non Plus Ultra.

Kümmert sich eine Mama nur um ihr Kinder/ihre Kinder, opfert sie sich auf und “lässt sich gehen”. “Du musst doch auch mal was für Dich tun.” Tut sie etwas für sich, ist sie egoistisch und “vernachlässigt” ihr Kind.

Steht sie ihrem Kind nah, hat sie es verwöhnt und “kann nicht los lassen.” Lässt sie das Kind alleine Konflikte bewältigen oder mit Emotionen umgehen, ist sie nicht für ihr Kind da und herzlos.

All diese Dinge werden Mamas oft von anderen Personen, manchmal auch fremden Menschen ungefragt gesagt. Warum? Weil alle meinen mitreden zu können und zu müssen und es vermeintlich besser wissen?

Wie oben schon angedeutet, treffen diese Erwartungen oft nur die Mama. Der Papa ist ja der, von dem erwartet wird, dass er arbeiten geht und dem die Mama den Rücken frei halten sollte.

Es ist also nicht verwunderlich als Mama – und auch als Papa, der vielleicht nicht arbeitet oder arbeitet und für die Familie da ist – irgendwann durchzudrehen, da diese aufeinanderprallenden Erwartungen einfach nicht erfüllt werden können.

Ich für meinen Teil denke mir inzwischen, dass es sowieso kein Richtig und kein Falsch gibt und ich das tue bzw. Ich und mein Partner das tun, was zu uns und unserer Familie passt. “Nett gemeinte” Ratschläge oder Nachfragen und vor allem unpassende Kommentare prallen so zwar nicht an mir ab, aber es ist leichter damit umzugehen. Dennoch nervt mich dieses dogmatische “Du musst…” manchmal sehr.

Wie ist das bei Euch? Seid ihr auch davon genervt, wie “man” sich als Eltern zu verhalten hat?

Ich freue mich, wenn Ihr Eure Erfahrungen mit mir teilt.

Eure Anne