Kinder brauchen Helden

Kinder Vorbild, rolle, Papa, helfen, superkräfte, die größten

„Der Scheiß kommt mir nicht ins Haus“. Entschuldigt bitte, aber bei diesem Satz könnte ich k…. . Wer entscheidet denn, was hier „Scheiß“ ist und was „pädagogisch wertvoll“. Ich habe auch schon bei Spielsachen gedacht, sie seien unnötig und im Endeffekt entwickelten sie sich zum meist bespielten Lieblingsspielzeug.

Gerade bei Merchandising Artikeln erlebe ich oft Diskussionen zwischen Eltern und Kindern. Es wird dann gerne angeführt, dass es so etwas früher auch nicht gab, aber stimmt das überhaupt?

Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich mit etwa fünf Jahren die Figuren einer meiner damaligen Lieblingsserie im Adventskalender fand. Wie lange und ausdauernd ich mit ihnen alle möglichen Szenen nach gespielt habe und neue hinzu erfunden habe. Die absolute Heldin meiner Kindheit war übrigens Pippi Langstrumpf. Ich verkleidete mich an Fasching als Pippi, spielte die Filme mit sämtlichen Figuren nach und wollte ein eigenes Pferd haben. Nicht auszudenken, wenn meine Eltern gesagt hätten: „Der Scheiß kommt mir nicht ins Haus“. Später liebte ich die Abenteuer von Tom Saywer und Huckleberry Finn. Mein Vater baute mir im Garten ein Baumhaus und ich spielte sämtliche Szenen nach. In meiner Jugend war mein Zimmer dann vollgepflastert mit diversen Menschen aus dem Musik – oder Filmbereich.

Laut meiner Nachforschungen im Internet gibt es Merchandising bereits seit Ende der 1920er Jahre. Egal ob im Sport, Musik oder Filmbereich, es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. So, wie ich gerne Shirts meiner Lieblingsbands trage, darf unsere Tochter natürlich Kleidung mit dem Aufdruck ihrer Helden tragen. Ich finde es toll, sich mit seinen Helden identifizieren zu können, die gerade an schlechteren Tagen ein großer Trost sein können. Wie oft hat mir eine laut aufgedrehte Musikanlage oder das Ansehen eines Lieblingsfilmes über meinen Kummer hinweg geholfen. Helden schaffen es, all die wirren Gefühle, die einem an manchen Tagen im Kopf herum gehen auszudrücken. Man identifiziert sich mit verschieden Liedzeilen oder Filmzitaten und tauscht sich mit Gleichgesinnten darüber aus. Geschmäcker sind verschieden, aber man sollte den Geschmack eines anderen akzeptieren. Ich werde  nie vergessen, wie verletzt ich war, als einer der Ex-Freunde meiner Jugend in mein damaliges Zimmer kam und meine Anlage abschaltete, mit den Worten so einen Scheiß könne man nicht hören.

Wen sich unsere Tochter als Helden auswählt, darf sie selber entscheiden. Dies ist doch absolut unerlässlich für die Entwicklung eines eigenen Geschmacks. Bis jetzt ist es immer so gewesen, dass ich mich von ihr habe anstecken lassen. Selbst wenn ich etwas selber nicht sooo toll finde, unterstütze ich sie gerne und spiele ihre Rollenspiele mit. Ich lasse mich von ihrer Begeisterung anstecken und singe mit ihr die Lieder ihres Lieblingsfilmes auch zum hundertsten Mal. Klar kann man nun darüber streiten, ob es notwendig ist, diese Kinderhelden dann bis hin zu bedruckten Taschentüchern zu vermarkten, andererseits braucht man Taschentücher ja ohnehin^^. Da unserer Tochter ihre Helden jetzt schon über einen sehr langen Zeitraum mag, freue ich mich, ihre kleine Sammlung bei jeder Gelegenheit zu erweitern.

Was für Helden haben denn Eure Kinder aktuell und könnt ihr gut damit leben?

Alles Liebe

Eure Rebekka