Hilfe, mein Kind ist wasserscheu

mama Magazin, Angst vorm baden, will nicht in die dusche Badewanne

Baden Eure Kinder gerne? Unsere Tochter liebt es zu Baden und lässt sich problemlos und gerne die Haare waschen. Es gab allerdings auch eine (sehr ausgeprägte) Phase, in der sie überhaupt nicht baden wollte. Das Hauptproblem war allerdings gar nicht das Wasser selbst, sondern eher der Umstand, dass sie nicht ohne Windel sein wollte. Sie war etwa eineinhalb Jahre alt, als es ihr plötzlich unangenehm wurde nackt zu sein. Sie hatte nackt spielend Pippi gemacht und der Umstand, dass da – scheinbar unkontrollierbar – etwas aus ihrem Körper kam, schien ihr Angst zu machen. Von da an wollte sie nur noch zum Windelwechsel kurz ohne Windel sein.

Da sie auch nur ihre gewohnten Windeln akzeptierte, konnte ich auch nicht auf Schwimmwindeln zum Baden ausweichen. Generell wollte sie einfach nicht im Wasser sitzen. Duschen wäre ebenfalls keine Option gewesen, da sie sofort schrie, wenn die Brause anging. Glücklicherweise haben wir in der Küche ein riesiges Keramikspülbecken. In diesem nahm sie allabendlich ein sehr ausgeprägtes Fußbad, bei dem ich dann mit dem Wachlappen den Rest ihres Körpers wusch.

Auch ihre Haare wusch in in dieser Phase nur mit einem Waschlappen. Beim Wickeln wurde dann der Intimbereich gewaschen. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass sie Baden mit etwas unangenehmen verbindet. Da diese Phase über ein Jahr anhielt, dachte ich zwischendurch schon das ein oder andere Mal, dass unsere Tochter wohl nie gerne baden wird. Wie alle andere Phasen, hielten wir auch diese – ohne großes Aufsehen darum zu machen – aus und siehe da: Genau so plötzlich wie sie gekommen war, hörte die Phase von einem auf den anderen Tag wieder auf. Genau zu diesem Zeitpunkt merkte sie auch rechtzeitig, wenn sie pinkeln musste.

Es ist wirklich interessant, welche Zusammenhänge es bei der kindlichen Entwicklung häufig zu geben scheint.

Ich denke, wenn wir als Eltern nicht eingreifen, sondern unseren Kindern in ihren Entwicklungsphasen unterstützend zur Seite stehen, nehmen sie sich genau die Zeit, die sie brauchen, um die jeweilige Phase stressfrei zu durchlaufen.

Mittlerweile würde unsere Tochter am liebsten täglich baden. Beim Einkaufen sucht sie sich allerlei verschiedene Badezusätze aus, die ausprobiert werden und ihre Puppen dürfen abwechselnd mit in die Wanne. Ihre Haare habe ich noch lange Zeit nur mit einem Waschlappen gewaschen, um auch hier keine negative Verknüpfung zu schaffen. Von meinen eigenen Haaren kenne ich, dass sie ohnehin fettiger werden, je häufiger sie mit Shampoo gewaschen werden. Daher sah ich kein Problem darin, ihre Haare ausschließlich mit Waschlappen und Wasser zu waschen. Nun lässt sie sich die Haare problemlos mit der Brause abduschen und genießt ihre Kopfmassage.

Macht Euer Kind vielleicht auch gerade eine solche Phase durch, oder möchte aus anderen Gründen nicht Baden? Dann hilft Euch mein Text eventuell dabei, dies auszuhalten, Euer Kind dabei zu begleiten, um gemeinsam eine Übergangslösung zu finden.

Alles Liebe

Eure Rebekka