Weihnachtsgeschichte: Das schwierige Geschenk

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Fridolin wusste dieses Jahr einfach nicht, was er sich zu Weihnachten wünschen sollte. Er hatte schon soo viele Spielsachen, Bücher und allerlei andere Sachen. Die meisten davon benutzte er nur selten. Wenn etwas Neues dazu kam, spielte er eine Weile damit, aber irgendwann wurde es ihm zu langweilig und dann gab es meist schon das nächste Spielzeug und das vorherige landete in irgendeiner Ecke seines Zimmers. Fridolin überlegte, was ein wirklich schöner Wunsch wäre, den er sich zu Weihnachten erfüllen lassen konnte.

“Ich habs”, dachte er sich, “ich wünsche mir mehr Zeit mit meinen Eltern.” Sie kümmerten sich wirklich schon toll um ihn und seine Schwester, spielten und malten mit ihnen oder unternahmen ab und an Ausflüge. Aber trotzdem hörte Fridolin oft: “Ich kann jetzt nicht, ich habe noch so viel zu tun.”. Das verstand er nicht und fragte sich, was die Erwachsenen immer so zu tun haben. Oft saßen sie doch nur am Computer und tippten irgendetwas darauf ein und sagten das es wichtig sei. Oder sie mussten aufräumen.

Das verstand Fridolin noch weniger, denn kurze Zeit später sah alles wieder genauso aus wie vorher. Daran waren er und seine Schwester natürlich nicht ganz unbeteiligt. Oder die Erwachsenen machten das Essen. Fridolin aß gerne und freute sich, wenn es sein Lieblingsessen gab, aber er verstand nie warum das Essen in der Küche immer so lange brauchte und dann so schnell verputzt wurde. Das ergab für ihn einfach keinen Sinn. Also schrieb er auf seinen Wunschzettel “Mehr Zeit mit Mama, Papa und Frida.” und schickte den Wunschzettel ab.

Ein paar Tage später machten Mama und Papa sehr ernste Gesichter und erzählten Fridolin, dass der Weihnachtsmann angerufen habe, dass er einen sehr schwierigen Wunsch von Fridolin erhalten habe. Fridolin wunderte sich, dass der Weihnachtsmann ein Telefon besaß und dachte sich: “Dann hätte ich ihn ja auch einfach anrufen können und ihm das gleich erklären können.”, aber das sagte er nicht weil die Erwachsenen so ernst schauten. Sie sagten zwar, der Weihnachtsmann wolle versuchen alles möglich zu machen, um Fridolin seinen Wunsch zu erfüllen, aber es sei nicht so leicht.

Jetzt hatten die Erwachsene glasige Augen. Fridolin verstand gar nichts mehr. Was war denn an ein bisschen Zeit so schwer? Da kam ihm eine Idee. Er hatte neulich bei Oma und Opa etwas entdeckt. Bei seinem nächsten Besuch dort, steckte er heimlich die Köpfe mit ihnen zusammen und ging mit vollen Hosen – und Jackentaschen nach Hause. Papa fragte noch, was er denn viel zu schleppen habe und Fridolin antwortete, dass er dem Weihnachtsmann ein bisschen helfen wollte.

Mehr könne er noch nicht verraten, die Erwachsenen sollen gefälligst auch bis zum 24.12. warten. Dann war es endlich so weit, der Baum strahlte in wunderschönem Licht, die Geschenke lagen schon darunter und draußen war es bereits dunkel. Fridolin packte noch ein Päckchen mit dazu und wollte gleich anfangen. “Da der Weihnachtsmann gesagt hat, dass ich dieses Jahr einen schwierigen Wunsch habe, habe ich ihm ein bisschen geholfen” und überreichte seinen Eltern und Frida feierlich das Geschenk. Sie öffneten es gemeinsam und darin fanden sie ein Holzkästchen.

Frida machte es auf und darin lagen sich ganz viele alte Uhren. Fridolin sprach: “Ich hab uns ein bisschen Zeit geschenkt. In diesem Kästchen sind so viele alte Uhren, dass es genug Zeit für uns alle gibt. Ist das nicht toll? Wir müssen nur das Kästchen öffnen und haben alle Zeit der Welt.” Die Erwachsenen schmunzelten und Frida bekam vor Freude rote Wangen. “Das ist lustig”, sagte Papa und gab Fridolin sein Geschenk.

Gespannt riss dieser das Papier auf. Es war eine Schatztruhe. Fridolin öffnete sie sogleich und fand lauter bunte Kärtchen, auf denen stand “Eine schöne Stunde Kuschelzeit mit Papa.”, “Ein Tagesausflug mit der ganzen Familie,”, “Eine Stunde Vorlesen mit Mama.” und noch viele weitere schöne gemeinsame Stunden. “Das”, dachte sich Fridolin, “ist ein wahrer Schatz.” und freute sich sehr darüber.