Ich bin nicht perfekt

Ich denke, ihr alle kennt das Gefühl, dass man eine perfekte Mama sein will. Man will alles richtig machen. Aber ich frage mich dann immer – wie zum Teufel soll ich das schaffen?

Ich lese Elternratgeber, Foren und nehme alle möglichen Tipps an, und trotz alldem bin ich nicht so perfekt, wie ich es eigentlich sein will. Oft sitze ich genau aus diesen Gründen abends da und denke daran, was ich heute alles hätte anders machen können bei den Kindern. Ich frage mich dann immer, ob ich zu streng reagiert habe oder zu locker, habe ich heute genug mit meinen Kindern unternommen oder habe ich zu wenig gemacht?

Die Fragen kreisen dann regelmäßig nachts in meinem Kopf. Oft liege ich schlaflos da und denke mir,  wie wenig perfekt ich doch eigentlich bin und manchmal sogar, dass ich wirklich alles falsch mache, was man auch nur falsch machen kann.

Doch jetzt mal ganz ehrlich, wer ist schon perfekt? Ich glaube, dass es keine PERFEKTE Mutter gibt. Man kann nicht immer alles richtig machen und fehlerlos handeln und reagieren. Man macht Fehler, wir sind Menschen und keine Roboter, die keine Gefühle haben und auch mal emotional reagieren. Auch wir müssen an unseren Aufgaben wachsen und dazu lernen, das Mutter-sein ist nicht einfach und keine Mutter hatte all Ihre Fähigkeiten bereits in der Wiege perfektioniert…nichts ist bisher einfach so vom Himmel gefallen.

Wie auch unsere Kinder, lernen wir jeden Tag etwas dazu, und dennoch bestrafen wir uns oft mit solchen Gedanken selbst. All zu oft vergessen wir, dass die Rechnung des Lebens nicht jeden Tag beglichen werden muss. Manchmal ist eben auch einmal Zeit bis Morgen. Wenn man denkt, man hat heute etwas zu wenig Zeit mit den Kindern verbracht, kann man morgen ja mehr Zeit mit ihnen verbringen. Wenn wir denken, dass wir überreagiert haben, machen wir es das nächste Mal halt anders. Das Wichtige ist, dass wir uns unsere Fehler eingestehen und uns zusammen mit unseren Kindern stetig entwickeln.

Mal abgesehen davon wollen unsere Kinder auch keine perfekten Eltern haben. Immerhin ist es wichtig, dass auch die Mäuse sehen, dass wir genauso Fehler machen wie sie auch, dass wir genauso lernen müssen, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, und dass auch wir uns manchmal entschuldigen müssen. Sie sollen nicht das Gefühl bekommen, dass sie genauso “Perfekt” sein müssen wie wir, das wäre nicht gut, weil sie dann immer das Gefühl haben werden, etwas falsch zu machen oder nicht gut genug zu sein.

Unsere Kinder werden sich nicht daran erinnern, dass wir etwas falsch gemacht haben, sie werden sich daran erinnern, dass wir immer für sie da waren. Sie werden sich an die Tage erinnern, an denen wir die ganze Zeit am Bett saßen als sie krank waren, als wir sie aufgemuntert haben, als es ihnen schlecht ging. Doch am meisten werden sie sich dran erinnern, dass wir sie aus tiefstem Herzen geliebt haben und  immer lieben werden.

Das Wichtigste in der Erziehung ist es doch, seinem Kind das Gefühl von Liebe und Geborgenheit zu geben. Ihnen zu zeigen, dass sie einzigartig und besonders sind. Und wer dies macht ist für sein Kind schon perfekt genug.

Macht euch nicht so viele Gedanken darüber, was ihr falsch gemacht habt, denkt drüber nach, was ihr bis jetzt schon alles für euer Kind geleistet und getan habt und wahrscheinlich auch bis an eurer Lebensende tun werdet, denn das ist das was zählt und uns stärkt.

Eure Aylin