Trennung mit Kind

blog, mama, Scheidung, Sorgerecht

Nach der Trennung vom Papa meiner Tochter haben wir uns dazu entschieden, dass sie weiterhin ihren Lebensmittelpunkt bei mir haben wird. Von der “Alle-Zwei-Wochen-Am-Wochenende” – Regelung, die normalerweise Gang und gäbe in solchen Fällen ist, habe ich von Anfang an nichts gehalten. Trennung mit Kind gar nicht so einfach wenn man plötzlich das Leben, was zuvor noch mühelos von beiden Elternteilen mit der Kleinen geteilt werden konnte, neu sortieren muss. Trotz der Umstände wünschte ich mir, dass mein Kind die Chance hat,  so viel Zeit mit ihrem leiblichen Vater zu verbringen, wie es eben nur möglich ist. So hat er sie einmal länger und auch mal kürzer, je nach dem, wie seine Arbeitszeiten sind.

Wir haben uns viele Gedanken über unsere Tochter gemacht. Natürlich wollte nie einer von uns, dass es ihr durch die Trennung schlecht geht. Wir haben schnell gelernt, zusammen halten zu müssen, auch wenn es vielleicht nicht jedem gefällt. Und seit dem wir das begriffen haben, geht es uns und auch der Kleinen zunehmend besser. Die erste Zeit war für alle eine wahnsinnige Belastung. Jeder musste sich erst neu sortieren. Mittlerweile haben wir eine für uns passende Lösung gefunden und auch das Gefühl, dass es unserem Kind damit gut geht.

Von einfach ist hierbei jedoch nicht die Rede. Leider sind wir Erwachsenen nicht immer in der Lage, unsere Gefühle zu verarbeiten, da können wir noch viel von den Kindern lernen. Da kann es schon einmal sein, dass hier und da “alte Wunden” aufreißen und man damit umgehen muss.

Jeder von uns hat mittlerweile auch einen neuen Partner an der Seite. Für Außenstehende absolut unbegreiflich, wie das alles reibungslos funktionieren soll, für uns Alltag. Oftmals stoße ich auf Unverständnis wenn ich von der Trennung rede.

Unsere Tochter hat zwei Heime, gleich vier Menschen, die sie über alles lieben und alles für ihr Wohl tun würden. Natürlich gibt es auch mal Spannungen, Meinungsverschiedenheiten und Momente, in denen man so gar nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt, aber das gibt es auch in den besten Familien. Alles in allem halten wir zusammen, wenn es hart auf hart kommt, weil wir, egal was vorgefallen ist, ein gemeinsames Ziel haben – das Beste für einen kleinen Menschen mit so viel Zukunft  vor sich. Uns geht es in erster Linie darum, ihr das Fundament für einen gefestigten Weg zu ermöglichen.

Falls ihr Fragen habt, über eure Trennung reden möchtet, eure Gedanken mit mir teilen möchtet – ihr seid dazu eingeladen.

Eure Leslie