Hollywood vs Realität – Baby to go

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Seit ich Mama bin, fällt mir auf, welche (kleine) Rolle Babys und Kinder in Serien und Filmen spielen. Eigentlich kaum eine. Einerseits ist das begrüßenswert, weil ich mich immer frage, wie so ein Serienset und Schauspieler wohl auf ein Baby wirken und was es davon schon aktiv mitbekommt.

Andererseits entsteht dadurch ein eher verzerrtes Bild des Familienlebens. Bekommt eine Frau im Film ein Baby, so läuft das immer ziemlich stereotyp ab. Die Fruchtblase platzt und es fließt ein riesiger Schwall Fruchtwasser aus, der Mann ist voller Verzweiflung und absolut überfordert. Dennoch geht es geschminkt und hübsch angezogen unter lautem Geschrei direkt in den Kreißsaal.

Dort dauert es nicht lange und die Frau bekommt liegend und verschwitzt ihr Kind, der Papa sitzt am Kopfende und hat nur die Frau im Blick. In weniger als 2h ist das Baby natürlich schon da. Das mag vielleicht bei der ein oder anderen Geburt wirklich so abgelaufen sein, aber das wirklich Kuriose ist dann das Danach. Nur wenige Minuten später sitzt (!) Mama frischgeschminkt mit gewaschenem  Baby im Arm im Bett und empfängt freudestrahlend den ersten Besuch. Ich kenne nur eine Mama, die direkt nach der Geburt ähnlich wenig erschöpft war und auch nicht noch weiter medizinisch versorgt werden musste. Und Lust auf zahlreichen Besuch hatte.

Ist das Baby in Film und Fernsehen auf der Welt, sieht man es eigentlich nur schlafend – und das ziemlich einfach und überall. Im eigenen Bettchen, im Wagen oder der Babyschale. So dass es auch überall mit hingenommen werden kann. Zum Brunch, zur Kosmetik und zum Shoppen. Ein Baby to go also. Mamas à la Hollywood stillen irgendwie auch kaum, das Baby bekommt von Anfang an die Flasche Formula oder ziemlich zeitig schon den ersten Brei. Genauso zeitig geht Mama wieder vollzeit arbeiten (das mag in Amerika tatsächlich anders sein, als bei uns in Deutschland) und ab da verläuft das Filmleben eigentlich nicht viel anders als vorher. Das Baby ist nur noch selten zu sehen, die Eltern arbeiten beide lange und gehen auch wieder mit Freunden aus und verbringen nur wenig Zeit mit dem Baby oder den Kindern. Keine durchwachten Nächte, weil das Baby Hunger hat. Kein ständiges Windeln wechseln, kein aufwändiges Anziehen und rausgehen.

Das Baby oder später das Kind läuft einfach so im Alltag der Eltern mit. Und wenn die Eltern Termine oder Verabredungen haben, springt der Babysitter oder die Nanny ein. Als Eltern weiß man, dass dies nicht die Realität ist. Ich kann über so eine Darstellung nur müde schmunzeln.

Aber mein kinderloses Ich und auch viele Bekannte und Freunde ohne Kinder, dachten dass es so wirklich abläuft. Oft wurden mein Freund und ich schon von Beginn an gefragt, ob wir einen Babysitter kommen lassen und beide mit zur Party kommen können.

Oder warum wir unser Baby nicht im Restaurant einfach in der Babyschale schlafen lassen wollen (wobei ich auch Babys kenne, die das tatsächlich tun). Wann wir denn endlich die Flasche geben und mit Brei anfangen. Und ob die Geburt “so wie im Film XY war.”

Ich würde mir wünschen, dass Babys und Kinder eine größere Rolle in Film und Fernsehen einnehmen und der Familienalltag etwas realistischer dargestellt wird.

Ihr auch?

Eure Anne

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